Ausschreibung Bergwerkseigentum Osterwieck, Tonige Gesteine

Sachsen-Anhalt, Harz

Ausschreibung Bergwerkseigentum Osterwieck, Tonige Gesteine - Ausschnitt aus dem Lageriss des Bergwerkseigentums Osterwieck

Ausschnitt aus dem Lageriss des Bergwerkseigentums Osterwieck

Ausschreibung Bergwerkseigentum Osterwieck, Tonige Gesteine - Luftbild mit Projektion des Bergwerksfeldes Osterwieck

Luftbild mit Projektion des Bergwerksfeldes Osterwieck

Ausschreibung Bergwerkseigentum Osterwieck, Tonige Gesteine - Topografische Karte mit Projektion des Bergwerksfeldes Osterwieck

Topografische Karte mit Projektion des Bergwerksfeldes Osterwieck

Ausschreibung Bergwerkseigentum Osterwieck, Tonige Gesteine - Luftbild mit Projektion der Bergwerksfelder Osterwieck und Wasserleben

Luftbild mit Projektion der Bergwerksfelder Osterwieck und Wasserleben

Ausschreibung Bergwerkseigentum Osterwieck, Tonige Gesteine - Topografische Karte mit Projektion beider Bergwerksfelder

Topografische Karte mit Projektion beider Bergwerksfelder

Objektdaten

  • Objekt-Nr.
    VV85-2450-001816-AUS
  • Bundesland
    Sachsen-Anhalt
  • Kreis
    Harz
  • Gemeinde
    Osterwieck, Stadt
  • Gemarkung
    Osterwieck
  • Flur
    12, 13
  • Flurstück
    keine
  • Objektart
    Bodenschätze-Ausschreibung
  • Größe
    170.517 m²
  • Orientierungswert
    Die Ausschreibung des Bergwerkseigentums erfolgt nach Gebot.

Abgabe des Gebotes

Objekt­beschreibung

Zum Verkauf ausgeschrieben ist das Bergwerkseigentum Osterwieck - verliehen für den Bodenschatz tonige Gesteine zur Herstellung kleinformatiger Wandbauelemente (Druckfestigkeit: größer 15 MPa).
Ziel des Verkaufs des Bergwerkseigentums Osterwieck ist auch potentiell geeignete Rohstoffquellen zur Erschließung für neue CO2-neutralere und energiesparendere Technologien anzubieten.
Berichte aus den Jahren 1956-1975 über die Ergebnisse der rohstoffgeologischen Erkundungen und die technologischen Untersuchungen der > 50 m mächtigen, untercampanen Tone liegen vor. Das Bergwerksfeld ist unverritzt.


Bergwerkseigentum

Osterwieck (Nr. 480/90/692)

Verliehen für den Bodenschatz

Tonige Gesteine zur Herstellung kleinformatiger Wandbauelemente (Druckfestigkeit: größer 15 MPa)

Größe des Bergwerksfeldes

170.517 m²

Rechtliche Einordnung

Aufrechterhaltenes altes Bergwerkseigentum gemäß § 151 BBergG

Oberflächennutzung

Die Geländeoberfläche über dem Bergwerksfeld Osterwieck wird landwirtschaftlich genutzt.

Vergleichbares Bergwerkseigentum der BVVG

Bei Interesse an weiteren Tonrohstoffen steht u.a. mit dem Bergwerkseigentum Wasserleben in der Nachbargemeinde, ebenfalls verliehen für den Bodenschatz tonige Gesteine zur Herstellung kleinformatiger Wandbauelemente, weiteres Bergwerkseigentum zum Kauf von der BVVG zur Verfügung, vgl. gesonderte Exposés.

Flächen der BVVG

Die BVVG verfügt über dem Bergwerksfeld Osterwieck über keine Flurstücke.

Verfügbare Literaturquellen


Quellen:

[1] Pomper, J. (1956): Gutachterliche Äußerung über die Vorratslage des VEB Ziegelei Osterwieck.- Staatliche Geologische Kommission, Geologischer Dienst Halle, Halle, 19.12.1956, 3 Seiten

,


[2] Model, E. (1966): Stellungnahme zum geplanten Ziegeltonerkundungsprogramm des VEB Ziegelei Osterwieck.- Rat des Bezirkes, Bezirksstelle für Geologie, Magdeburg, 29.07.1966, 8 Blatt (7 Seiten Text zzgl. Deckblatt),


[3] Zörner, G. (1969): Geologisches Gutachten mit operativer Vorratsberechnung über die Ergebnisse der Ziegeltonerkundung Osterwieck für den VEB (B) Harzer Baustoffwerke Wernigerode.- Rat des Bezirkes, Bezirksstelle für Geologie, Magdeburg, 07.02.1969, 36 Blatt zzgl. 10 teils mehrseitige Anlagen (Lageplan, Schichtenverzeichnisse, Zusammenstellung der Bohrergebnisse, Profilschnitte, Bohrlochpläne, Bericht über die Bohrgutuntersuchungen, Prüfzeugnisse (Langlochziegel, Kabelschutzhauben)),


[4] Tröger, K.-A. und Studenten der Bergakademie Freiberg (1970): Kartierung Subherzyn Oberkreide und Aufrichtungszone, Manuskriptkarten 1 : 10 000.- Zentrales Geologisches Institut, Berlin, 1970, Deckblatt und 4 Karten zzgl. einer Legende,


[5] Trautenhahn (1975): Zwischenbericht Ziegelton Osterwieck.- VEB Ziegelwerke Magdeburg, 24 Seiten Text zzgl. 12 Anlagen mit 18 Blatt - zitiert,


[6] Karte der oberflächennahen Rohstoffe 1:200 000, Erl. Bl. CC 4726 Goslar, 113 S., 1 Kt, Hannover 2011,


[7] Internetportal der Landesbohrdatenbank des Landes Sachsen-Anhalt – Abfragen am 19.09.2023 und am 24.10.2023,


[8] Internetportal der Dr. Krakow Rohstoffe GmbH, Göttingen: Tonrohstoffe in der Ziegelindustrie: Paläozoikum / Erdaltertum, Konventionelle und Alternative Ziegelrohstoffe - Dr. Krakow Rohstoffconsult - Abfrage zuletzt am 24.10.2023,


[9] Wolf, D. (2023): Information Tonlagerstätte Osterwieck.- Landesamt für Geologie und Bergwesen des Landes Sachsen-Anhalt, Dezernat Angewandte Geologie und Georisiken, Halle, 03.11.2023, 2 Seiten,


[10] Ankündigung für die Zi Ausgabe 01/2024, Themenvorschau: Wasserstoff - ein zukünftiges Brenngas im Ziegelwerk? (Teil 1 von 3): „Bei der Anwendung von Wasserstoff ergeben sich vielseitige Fragestellungen sowohl zur Wirtschaftlichkeit als auch zu den Verbrennungseigenschaften sowie zum Einfluss der veränderten Abgaszusammensetzung auf die Produkteigenschaften. Der Fachartikel stellt ein Forschungsvorhaben zu diesen Themen, durchgeführt vom IAB Weimar speziell für Thüringer Ziegelwerke, vor.”.- Newsletter der Zi Ziegelindustrie International, Email, 05.12.2023.

Geologische Verhältnisse

Das Bergwerkseigentum Osterwieck befindet sich südlich des Großen Fallstein im nördlichen Harzvorland in der subherzynen Kreidemulde. Die kreidezeitlichen Ablagerungen sind hier deutlich mehr als 1.000 m mächtig.

Oberflächennah lagern im Bereich des Bergwerksfeldes Osterwieck unter geringmächtigem holozänen Mutterboden und gelegentlich angetroffenen eiszeitlichen Bildungen die regional als Salzbergmergel (Kro4α) bezeichneten Schichten der Oberkreide. Sie sind etwa 100 m mächtig und bilden den betreffenden Ziegeltonrohstoff. Nach der früheren norddeutschen-baltischen stratigrafischen Gliederung wird dieses Schichtglied der Oberkreide als Granulatensenon (Kro4α) bezeichnet, nach der geltenden internationalen Gliederung steht das Schichtglied in den Stufen Santon bis Unteres Campan der Oberkreide-Serie.

Die Lagerstätte Osterwieck befindet sich etwa 400 m bis 800 m südlich der Ilse und des Ortskerns der Stadt Osterwieck. Das Gelände steigt ausgehend von etwa 115 m NHN nahe der Ilse in südwestliche Richtungen an und erreicht im Bereich des Bergwerksfeldes Osterwieck Geländehöhen zwischen 121 m NHN und 142 m NHN. Etwa 1 km südwestlich des Bergwerksfeldes befindet sich mit dem Bullenberg die höchste Erhebung der näheren Umgebung, bei 175,4 m NHN.

Petrografisch/stratigrafisch liegt folgendes Normalprofil vor:



    Abraum:

    0,7 – 2,5 m (Ø 1,24 m)

      - Bodenbildung/ Holozän

      - Geschiebemergelrelikte, Löß mit Karbonatgeröllen oder -konkretionen/ Pleistozän

    Nutzgestein:

    1. Abbauschnitt bis 15 m Teufe

    12,50 – 14,33 m (Ø 13,76 m) Ton- und Schluffsteine, Salzbergmergel (Oberkreide)

        davon im oberen Teil Ø 5,5 m

          verwittert, gelbbraun, schluffig (mager),

        ff. davon im unteren Teil Ø 7,2 m

          unverwittert, blaugrau, stark tonig (fett)

    2. Abbauschnitt bis 15 – 30 m Teufe

    15 m Ton- und Schluffsteine, Salzbergmergel (Oberkreide)

          unverwittert, baugrau, stark tonig (fett)

    Rohstoffpotential > 30 m ist vorhanden.

    Liegendschichten: wurden mit keiner der Bohrungen erreicht.

Die ingenieurgeologischen Lagerstättenverhältnisse erscheinen unproblematisch. Die Schichten fallen sehr flach in südwestliche Richtungen ein und zeigten im früheren Tagebauaufschluss weitgehend ungestörte Verhältnisse.

Die geklüfteten Nutzschichten führen nur in geringem Maße Wasser (Sickerwasser). Grundwasser wurde nicht angetroffen.

Untersuchungsstand

Am Standort Osterwieck ging seit 1868 Tonabbau um, vgl. [3], [5] bzw. [9].

1956 erfolgte eine Beurteilung der Vorratslage durch Begehung der Tongrube Osterwieck.

1966/1967 fanden systematische rohstoffgeologische Erkundungen zum Nachweis der Rohstoffbasis für die Vorbereitung eines erheblichen Investitionsvorhabens in das Ziegelwerk Osterwieck statt. So wurden in dem heutigen Bergwerksfeld 23 Bohrungen (Handbohrungen/Schappe) mit Endteufen von 15 m bzw. 30 - 35 m unter Gelände niedergebracht, bemustert, beprobt und der Rohstoff keramtechnologisch untersucht. Innerhalb der bis in 30 m Teufe erkundeten 150.200 m² großen Lagerstättenfläche wurden 4.325.800 t Ziegeltonrohstoff erkundet, vgl. [3].

Gemäß [1] – [3], [5] bzw. [9] war zunächst die Erweiterung der Ziegelei Osterwieck auf eine jährliche Kapazität von 5,6 Mio. Dach- und 1 Mio. Vollmauerziegel geplant, Anfang der 1970er dann ein neues 65-Mio. NF Ziegelwerk im damaligen Bezirk Magdeburg, für das über einen Zeitraum von mindestens 25 Jahren pro Jahr 171.000 m³ Rohstoff erforderlich waren. Der Standort Osterwieck fiel unter Bezugnahme auf die Transportentfernung zu den bezirklichen Bedarfsschwerpunkten und die für die vorgesehene Verwendung als ungünstig eingestuften Rohstoffeigenschaften aus der bezirklichen Standortauswahl, gleichwohl zuvor die zu diesem Zeitpunkt erst noch durchzuführenden Erkundungsarbeiten staatlich genehmigt worden waren. Der damalige Tontagebau Osterwieck diente fortan der Gewinnung von lediglich 6.060 m³ Rohstoff für die Produktion von 2,5 Mio. Kabelabdeckhauben pro Jahr und war im Jahr 1990 nicht mehr in Produktion. Die im südlichen Anschluss an den damaligen Tontagebau erkundete Lagerstätte Osterwieck, auf die sich das heutige Bergwerkeigentum Osterwieck bezieht, ist entsprechend unverritzt und deutlich übererkundet.

1975 erfolgte im Frühjahr ein großtechnischer Versuch im Kurztunnelofen in Stregda mit aus der damaligen Tongrube Osterwieck per Löffelbagger entnommenen Material. Die zwischen 6 t und 16 t umfassenden Proben 1 - 4 (15 m N der Bohrung 3 m bis in 11,5 m Teufe entnommen) und der 16 t großen Probe 5 (45 m N der Bohrung 3 bis 15 m Teufe entnommen) wurden entsprechend der vorgesehenen Verarbeitungsschritte von der Aufbereitung bis zur Trocknung mit unterschiedlicher Misch-, Umsetzungs- und Beschickungstechnik zu drei großtechnischen Mischproben vorbereitet, vgl. [5]. Der technische Großversuch wurde im Kurztunnelofen (KTO) Stregda durchgeführt. Während des technischen Großversuches erfolgten Laboruntersuchungen an vier Proben; einer Probe als Mischprobe aus Teilproben jeder Beschickung per Feldbahnlore und drei Proben jeweils als Mischprobe aus der Beprobung jedes 100. Formlings vom Strang nach dem Schneiden, wobei die drei Proben jeweils aus den drei aufeinander folgenden 100. Formlingen zusammengestellt wurden.

Der Lagerstättenaufbau gemäß [3] bestätigte sich gemäß [5] vollumfänglich. Kalkhaltige oder stärker feinsandige Schichten zeigten sich im Aufschluss 1975 nicht. Die Abraummächtigkeit betrug 1,25 m. Der Bericht [5] konstatiert dem Bericht [3] Probenverwechslungen bei 5 Bohrungen und gibt daher eine Aussage über die stofflichen Verteilungsprinzipien im Wesentlichen für den Vorratsblock I, der von dem Großversuch repräsentiert wird. Technisch begründete Richtwerte oder Konditionen waren werksseitig noch nicht vorgegeben, so dass eine Vorratsaussage nicht abgegeben wurde, vgl. [5]. Ausführlich kommentiert werden in [5] dagegen die Laborbefunde des IfGN Großräschen (1967). Analysen der Kationenbindung, der Alkali- und der Erdalkalimetalle wurden 1975 nachgeholt und in Bezug auf die Fertigprodukte zu erwartende Ergebnisse in den Kontext der großtechnischen Verarbeitung gestellt. Es wird festgehalten, dass SO
3-Gehalte in den Fertigprodukten gegeben sind, jedoch Ausblühungen mit einem oxydierend-reduzierend geführten Brennregime zu verhindern sind und die durch den feinstverteilten Kalk hervorgerufenen Sinterbildungen an den Ziegeln die Ausbildung von Wegsamkeiten für Ausblühungen verhindern, so dass der Schlussfolgerung von 1969 für die herzustellenden Produkte (lediglich Produktion von Drainagerohren und Kabelschutzhauben) die Beweiskraft abgesprochen worden ist, vgl. [5]. Das Grubenwasser kommt als Anmachwasser nicht in Betracht (wasserlösliche Sulfate aufgrund des vorkommenden Gips und ggf. vorkommenden Einträgen aus der benachbarten damals aktiven, heute sanierten Deponie).

Petrographische und qualitative Kennzeichnung

Im Raum Osterwieck-Wernigerode stehen unter 1 bis 5,5 m mächtigem Abraum mehr als 50 m mächtige blaugraue Schluffsteine an. Sie sind im Hangenden in einem etwa 2,5 m mächtigen Bereich als gelbbraun verwitterte, tonig bis stark tonige, schwach feinsandige, kalkige Schluffsteine ausgebildet, vgl. [6]. Die Lagerstättenverhältnisse sind einfach und unkompliziert. Die qualitative Rohstoffzusammensetzung ist über das gesamte Bergwerksfeld relativ einheitlich ausgebildet.

Die petrografische Aufnahme des im Frühjahr 1975 für den Großversuch geschaffenen Aufschlusses verzeichnet keine erkennbaren Schichtungen und kein Einfallen von Schichten, so dass nach makroskopischer Beurteilung ein hoher Homogenisierungsgrad des anstehenden Rohstoffes beschrieben wird, vgl. [5].

Die grobkeramischen Qualitätsparameter des Rohstoffs sind in [3] (Laborbefunde) und [5] (Industrieller Großversuch auf der Basis aufbereiteter Mischproben mit Einschätzung des Rohstoffes nach TGL 29317 im Entwurf vom Dezember 1974 für Hohlware) bzw. [9] wie folgt zusammengefasst:

      Nutzschichten bis 15 m (11 Proben) und

      Nutzschichten 15 m – 30m (5 Proben) 5
    Korngrößenzusammensetzung (%):

      > 63 µm Ø 0,8

      > 20 µm 8,2 – 33,1 (Ø 31)

      2 - 20 µm 30,5 – 47,5

      < 2 µm 32,3 – 50,3 (Ø 31 – unaufbereitet und Ø 44 – aufbereitet, gemäß [5])

    Gehalt an freiem Quarz (%): 32 – 36 (Ø 33) darunter 48,5 bei Bohrung 3, vgl. [3] und 25 – 30, vgl. [5]

    Schadstoffgehalte:

      CaCO
      3 (M.-%): 10,6 – 23,6 (Ø 18,3), vgl. [3]

      SO
      3-wasserlöslich (M.-%): 0,01 – 0,47 (Ø 0,178 insgesamt, Ø 0,048 ausschließlich im verwitterten oberen Lagerstättenteil, Ø 0,219 im Teufenbereich 6 m – 15 m und Ø 0,32 im Teufenbereich 15 m – 30 m), vgl. [3] und 0,07 – 0,68, vgl. [5]

    Chemische Zusammensetzung (%) gemäß [5]:

      Al
      2O
      3 Ø 11,47

    Mineralbestand, röntgenografisch, fraktionsweise, vgl. [3]:

      Fraktion ≤ 1,6 mm: Kalzit, Quarz, Brauneisen und verschiedene Gesteinsreste

      Fraktion 1,6 mm – 0,9 mm: Quarz, Kalzit, Brauneisen, kaolinisierter Feldspat, organische Substanzen, z.T. als Siebrückstände Gips

      Fraktion < 0,9 mm: Quarz, Kalzit, Brauneisen, kaolinisierter Feldspat, organische Substanzen und z.T. stark Glimmer

      Fraktion < 0,063 mm: Quarz, Glimmer-Illit, wechselnde Mengen Kalzit, wenig Dolomit, vereinzelt Kaolinit, sehr wenig Feldspat, in einigen Proben Montmorillonit

    Mineralogische Zusammensetzung (%) im Ø, vgl. [5]:

      Quarz 28

      Kaolinit 11

      Illit/Montmorillonit 5

      Muskovit 17

      Biotit 1

      Chlorit 4

      Feldspat: Plagioklas 3 und Orthoklas 4

      Kalzit 16

      Dolomit 4

      Hämatit/Brauneisen 6

      Pyrit/Markasit 1

      Gips/Anhydrit/wasserlösliche Salze 1

      Rutil akzessorisch

      Diese Zusammensetzung entspricht den gemäß Altdokumenten erwarteten Ergebnissen bezogen auf eine Rohstoffmischung 1:4 von verwittertem zu unverwittertem Schluff, vgl. [5].
    Korngrößen bezogen auf die vorkommenden Minerale gemäß [5]:

      Quarz und Feldspat – Schluff bis Feinstes

      Glimmer < 0,123 mm

      Kalzit und Dolomit überwiegend feinstkörnig bis feinkörnig < 0,63 mm, Ausnahme: Kalzitnester und Kalzitschalen mit faunistischen Formen – mürbe und leicht zerreibbar

      Pyrit/Markasit überwiegend an Schluffsteinkerne mit faunistischen Formen als xenomorph feinstkörnige Vererzung gebunden

    Gefüge, Textur und Trocknungsempfindlichkeit, vgl. [5]:

      Schluff mit typischer Kugeltextur vorliegend, teils makroskopisch als Absonderung von max. 5 bis 0,2 mm durchmessenden Schluffkugeln, mikroskopisch bis 0,06 mm fortsetzend – aufbereitungstechnisch im Zusammenhang mit den wasserreichen, Wegsamkeiten prägenden und elektrostatische Ladungseffekte hervorrufenden Schichtsilikaten Montmorillonit und Mixedlayertonmineralen bedeutsam. Die den anisotropen Effekten entgegenwirkende Kugeltextur des Schluffes soll bei der Aufbereitung weitgehend erhalten bleiben.

    Trocknungstechnisches Verhalten (31 Proben) in [3] zzgl. [5]

      Trockenschwindung (%): 7,9 – 11,1 (Ø 8,2 – Rohstoff unaufbereitet vgl. [3]) und Ø 7,5 – aufbereitete Rohstoffmischung vgl. [5]

      Trockenbruch-/-biegefestigkeit (kp/cm²): 38,7 – 87,7 in [3] bzw. 57,1 kp/cm² bis 62,5 kp/cm² (ca. 12% unterhalb des ermittelten Wertes für die Gesamtrohstoffmischung), vgl. [5]

      Anmachwasserbedarf (%): 17,3 – 27,5 lt. [3] und 14,6 lt. [5]

Brenntechnisches Verhalten gemäß [3]:

    Brenntemperatur: 900°C

      Brennschwindung (%): 0,0 – 2,3

      Gesamtschwindung (%): 8,5 – 12,7

      Wasseraufnahme (M.-%): 11,5 – 23,0

      Glühverlust (%): 9,2 – 16,1

      Brennfarbe: hellziegelrot – ziegelrot – hellbraun

    Brenntemperatur 1.000°C

      Brennschwindung (%): - 0,1 – 2,8

      Gesamtschwindung (%): 8,2 – 12,3

      Wasseraufnahme (M.-%): 13,0 – 22,1

      Glühverlust (%): 9,3 – 16,0

      Brennfarbe: hellziegelrot – ziegelrot – gelblich – hellbraun

    Brenntemperatur 1.100°C

      Brennschwindung (%): 0,0 – 3,2

      Gesamtschwindung (%): 4,3 – 12,9

      Wasseraufnahme (M.-%): 1,2 – 21,7

      Glühverlust (%): 9,3 – 16,1

      Brennfarbe: gelblich – grünlich – hellbraun – braun

    Brenntemperatur 1.200°C

      Brennschwindung (%): Schmolz

      Gesamtschwindung (%): Schmolz

      Wasseraufnahme (M.-%): 2,0 – 16,1, meist Schmolzerscheinungen

      Glühverlust (%): Schmolz

      Brennfarbe: sofern kein Schmolz, grünlich

Insgesamt besitzt der Osterwiecker Tonstein eine relativ kalzit- und quarzreiche Ausprägung, so dass eine Haldung zwecks Aufbereitung und Vermischung des Rohstoffs empfohlen wurde, vgl. [3], [5] bzw. [9]. Aufgrund der wechselnden Sulfatgehalte des Rohstoffs wurde mit zeitweise vorkommenden Ausblühungen an den herzustellenden Produkten gerechnet. Dem Kalkgehalt werden gemäß [5] aufgrund der homogenen und fein- bis feinstkörnigen Verteilung hinsichtlich Kalksprengern keine negativen Auswirkungen auf das Fertigprodukt beigemessen. In der Verwitterungszone wurden vorkommende mürbe Kalkkonkretionen beschrieben und im unverwitterten Rohstoff solche mit faunistischen Formen, sehr dünnschalig und mürbe.

Vereinzelt trat Blähneigung oder ein Verziehen des Materials auf. Das Material sollte industriell bei maximal 950 °C gebrannt werden. Die hohe Trocknungsempfindlichkeit, der geringe Al
2O
3-Gehalt und die hohe Wasseraufnahme sind bei der Einstellung der Massen zu beachten, vgl. [5]. Evtl. bietet sich der Einsatz eines texturbrechenden Magerungsmittels an. Trotz des trocknungstechnologisch als Monoversatz schwer beherrschbaren Rohstoffs und der geringen Al
2O
3-Gehalte wurde aufgrund der unkomplizierten Lagerstätte bei geringem Abraum und der positiven Teilergebnisse beim Industriellen KTO-Großversuch (insbesondere der erzielten Festigkeiten) eine weitere Befassung mit der Lagerstätte begründet.

Verwendungsmöglichkeiten

Verwendungsmöglichkeiten für den Rohstoff sind entsprechend den Untersuchungsergebnissen gemäß [3], [5] und den früheren Nutzungen im Ziegelwerk Osterwieck bekannt.

Als nachgewiesene Verwendungen werden Kabelabdeckhauben und Dränagerohre nach TGL 154-2008 und Ziegel angegeben, vgl. [3], [5] bzw. [9]. Gemäß [5] zeigte sich der Rohstoff bei zweckmäßiger Prozessführung für die Erzeugung von Hochlochziegeln potentiell am besten geeignet.

Den in der Karte der Oberflächennahe Rohstoffe 1 : 200 000, vgl. [6] angegebenen Verwertungsmöglichkeiten der im Blattgebiet vorkommenden Gesteine zufolge eignen sich die von dem Bergwerkseigentum erfassten Schluffsteine der Oberkreide typischerweise für die Herstellung von Dachziegeln, Hintermauerziegeln und Klinkern sowie als Dichtungston für den Deponie- und Wasserbau.

Für die Einstellung der gegenwärtig zum Einsatz kommenden komplexen Versatzmassen mit Zumischung extern zugefahrener Zusatztone bieten sich gemäß [8] verfestigte Tone ebenfalls an.

Abbau- und Vorratssituation

Das etwa 17 ha große, mit 23 Bohrungen bis maximal 30 m unter Geländeoberkante erkundete heutige Bergwerksfeld Osterwieck ist unverritzt.

1969 wurde vorgeschlagen die Tongewinnung in zwei Abbauschritten durchzuführen und die Nutzmaterialien im oberen Abbauschritt mit einer durchschnittlichen Nutzmächtigkeit von 13,76 m (Ø 1,24 m Abraum) und im unteren Abbauschritt durchgehend mit 15 m zu gewinnen, vgl. [3]. Das Liegende der Lagerstätte war entsprechend den geologischen Verhältnissen mit keiner der Erkundungsbohrungen erreicht worden. 1975 wurde gemäß [5] ein Abbau auf drei Strossen mit Zwischenhaldung empfohlen, sofern die damalige Abbautechnologie beibehalten würde.

Aus hydrogeologischer Sicht macht sich gegebenenfalls in Zeiten verstärkter Niederschlagstätigkeit eine geringe Wasserhaltung in der Tongrube erforderlich. Aus ingenieurgeologischer Sicht ist bei der Beseitigung des Abraumes ein Sicherheitsabstand zum Grubenrand einzuhalten, da die oberen Gesteinsmeter zeitweise durch Sickerwässer weniger standfest sein können.

Die Gewinnung sollte mit Blick auf die Abraummächtigkeit in südwestliche Richtungen erfolgen.

Die Lagerstätte war für ein zu errichtendes neues Ziegelwerk erkundet worden, dessen jährlicher Rohstoffbedarf von 171.00 m³ für die Dauer von mindestens 25 Jahren gedeckt werden sollte.

Industrielle Bedeutung

Die Lagerstätten im Raum Osterwieck/Wasserleben werden gemäß Quelle [6] als regional bis überregional bedeutsam angesehen.

Als Zusatzstoff für die entsprechend den heutigen Standards eingesetzten komplexen Massen oder in technologisch geänderten Verziegelungsverfahren kann den tonigen Gesteinen der Lagerstätten Osterwieck und Wasserleben weitere Bedeutung zukommen, vgl. [8], [10].


ÖFFENTLICHE PLANUNG

Landesplanerische Einordnung

Über dem Bergwerksfeld Osterwieck weist der geltende Landesentwicklungsplan das Vorbehaltsgebiet für die Landwirtschaft Nr. 3 „Nördliches Harzvorland“ aus. Unmittelbar nördlich schließt sich entlang der Ilse das Vorbehaltsgebiet für den Aufbau ökologischer Verbundsysteme Nr. 8 „Fließgewässer im nördlichen und nordöstlichen Harzvorland“ an.

Das Land Sachsen-Anhalt beabsichtigt zum Ende der Legislaturperiode 2026 einen neuen Landesentwicklungsplan aufzustellen, dessen 1. Entwurf im 4. Quartal 2023 vorliegen soll.


Quellen:


Verordnung über den Landesentwicklungsplan 2010 des Landes Sachsen-Anhalt, nach § 5 Abs. 3 Satz 1 des Landesplanungsgesetzes, durch die Landesregierung beschlossen am 14.12.2010 und in Kraft getreten am 12.03.2011, Beschluss der Landesregierung zur Neuaufstellung des Landesentwicklungsplanes vom 08.03.2022

Regionalplanerische Einordnung

Der geltende Regionale Entwicklungsplan Harz weist den Bereich des Bergwerksfeldes Osterwieck vollumfänglich als Vorbehaltsgebiet für die Rohstoffgewinnung (> 15 ha im Tagebau) Nr. 4 – „Tonlagerstätte Osterwieck“ aus. Dieses ist nahezu vollständig von dem Vorbehaltsgebiet für die Landwirtschaft Nr. 2 „nördlichen Harzvorland“ umgeben.

Die Stadt Osterwieck ist ein regionaler Gewerbe- und Industriestandort. Entlang der Ilse queren das Stadtgebiet von Osterwieck das Vorranggebiet für den Hochwasserschutz Nr. VIII „Ilse“ und das Vorbehaltsgebiet für den Aufbau eines ökologischen Verbundsystems Nr. 31 - „Ilseaue und Zuflüsse (einschließlich Feuchtgebiete)“. Straßen mit regionaler Bedeutung durchziehen den Betrachtungsraum östlich und nördlich Bergwerksfeldes Osterwieck.

Etwa 2 km südlich des Bergwerksfeldes verläuft eine planerisch abgestimmte landesbedeutsame Schienenstecke, die für den Schienengüterfernverkehr vorzuhaltende bzw. vorzubereitende Relation „Hildesheim - Vienenburg - Halberstadt - Aschersleben - Berlin / Sandersleben - Halle - Leipzig“. Sie ist zugleich eine regional bedeutsame, nicht mehr regelmäßig für den Personen- und Güterverkehr genutzte, als Trasse raumordnerisch dahingehend zu sichernde und bei Bedarf aktivierbare Schienenstrecke „Heudeber/Danstedt – Wasserleben – Vienenburg“. Von dieser Strecke zweigt die regional bedeutsame Schienenverbindung „Erhalt der Strecke Heudeber – Osterwieck“ nach Osterwieck ab. Diese Strecke führt bis in etwa 1,2 km Entfernung östlich an das Bergwerksfeld Osterwieck heran (Hinweis: ggf. Verbindung zum Bergwerkseigentum Wasserleben, vgl. gesondertes Exposé).


Quellen:


Regionaler Entwicklungsplan für die Planungsregion Harz 2009
, öffentlich bekanntgegeben am 23.05.2009, BVVG-GIS: Layer „RPG Harz“

Windgebiete

Ausweisungen für Windgebiete sind über dem Bergwerksfeld Osterwieck und in seiner näheren Umgebung nicht bekannt.

Ein Übergabepunkt „Wasserleben Wind“ ist in der Übersicht „Teilnetz Harz“ der Avacon Netz GmbH nahe der etwa 5 km entfernten Ortslage Wasserleben westlich der Ortsstation Wasserleben ausgewiesen.


Quellen:


Regionaler Entwicklungsplan für die Planungsregion Harz 2009
, bekanntgegeben am 23.05.2009, T
eilfortschreibung des Sachlichen Teilplans „Erneuerbare Energien – Windenergienutzung“ beschlossen am 22.06.2022 durch die Regionale Planungsgemeinschaft mit Ergänzung zum Aufstellungsbeschluss vom 27.04.2023,
BVVG-GIS: Layer „RPG Harz“ und „Windkraftanlagen Sachsen-Anhalt“,
Webseite der Avacon Netz GmbH – Abfrage zuletzt am 06.10.2023

Kommunale Planung/ Bauleitplanung

Der geltende Flächennutzungsplan der Stadt Osterwieck weist das Bergwerksfeld als „Flächen die für den Abbau von Mineralen geeignet sind (TO)“ bzw. als „Flächen für die Abgrabung oder für die Gewinnung von Bodenschätzen“ aus, die zugleich innerhalb einer großräumigen Ausweisung von „Flächen für die Landwirtschaft“ liegen.

Nördlich des Bergwerksfeldes werden mit Ausnahme des ehemaligen Tontagebaus voll erschlossene Gewerbeflächen angeboten, die teilweise erst geplant und noch unbebaut sind. Die Einheitsgemeinde Stadt Osterwieck wirbt für sich mit dem Slogan „Immer ein Platz für Unternehmer“ und bietet nach eigener Darstellung „ansässigen und ansiedlungswilligen Unternehmen sehr gut ausgestattete Gewerbeflächen an.“

Entlang des nordöstlichen Feldeseckpunktes wird das Bergwerksfeld Osterwieck von einer 20-kV-Elektrofreileitung gequert. Südlich der Leitung quert eine Gasleitung das Bergwerksfeld. Im östlichen Feldesteil ist nahe der östlichen Feldesbegrenzung ein „geschütztes Biotope nach § 30“ (Lebensraumtyp nach Anhang 1 FFH-Richtlinie) eingetragen.


Quellen:


BVVG-GIS: Layer „Bauleitplanung 2023-06“, Flächennutzungsplan der Einheitsgemeinde Stadt Osterwieck vom 01.07.2015, vgl. Internetseite der Einheitsgemeinde Stadt Osterwieck – Abfrage zuletzt am 25.10.2023


SCHUTZGEBIETE / BELASTUNGEN

Wasserschutz

Von Wasserschutzgebieten ist das Bergwerksfeld Osterwieck nicht betroffen.

In südlicher Richtung liegt westlich der Ilse bei Wasserleben das Vorranggebiet für Wassergewinnung Nr. XIII – „Wasserleben“, das von Nitrat-belasteten Flächen überdeckt wird, vgl. Abschnitt Altlasten. Es ist nicht als Wasserschutzgebiet ausgewiesen.


Quellen:


Regionaler Entwicklungsplan für die Planungsregion Harz 2009
, bekanntgegeben am 23.05.2009,
BVVG-GIS: Topografische Karte TK 25,
Layer „RPG Harz“, „
Trinkwasserschutzgebiete BfG 2023 für Sachsen-Anhalt:
Trinkwasser Sachsen-Anhalt und Mineralquelle Sachsen-Anhalt“, Raumordnungskataster Sachsen-Anhalt – Abfrage zuletzt am 25.10.2023

Hochwasserschutz/
Überschwemmungsgebiete

Knapp einen Kilometer nördlich des Bergwerksfeldes Osterwieck verzeichnen der Regionale Entwicklungsplan Harz und das Raumordnungskataster des Landes Sachsen-Anhalt entlang der Ilse das Vorranggebiet Hochwasserschutz Nr. VIII – „Ilse“.


Quellen:


Regionaler Entwicklungsplan für die Planungsregion Harz 2009
, öffentlich bekanntgegeben am 23.05.2009, BVVG-GIS: Layer „RPG Harz“,
Raumordnungskataster Sachsen-Anhalt – Abfrage zuletzt am 25.10.2023

Naturschutz

Von naturschutzfachlichen Ausweisungen ist das Bergwerksfeld Osterwieck nach den vorliegenden Informationen mit Ausnahme des im Flächennutzungsplan im Bereich des ehemaligen Tontagebaus dargestellten Naturdenkmals und des innerhalb des Bergwerksfeldes nahe der östlichen Feldesbegrenzung liegenden linienhaften „geschützten Biotops nach § 30“ nicht betroffen.

Das „Grüne Band“ entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen den Ländern Niedersachsen und Sachsen-Anhalt verläuft etwa 3,5 km westlich des Bergwerksfeldes.


Quellen:



Flächennutzungsplan der Einheitsgemeinde Stadt Osterwieck vom 01.07.2015, BVVG-GIS: Layer „Schutzgebiete BFN Gesamt 2023-03“ und „Grünes und Blaues Band BFN“

Bodendenkmale


Hinweise auf das Vorhandensein von Bodendenkmalen liegen nicht vor.

Allgemein ist nicht auszuschließen, dass archäologische Relevanzbereiche betroffen sein könnten und zum konkreten Planungsstand eines Aufschlusses die Stellungnahme des Archäologischen Landesamtes einzuholen ist.


Quellen:


BVVG-BI
,
Internet: Geodatenviewer Sachsen-Anhalt – Abfrage zuletzt am 25.10.2023

Altlasten- und Kampfmittelverdacht

Um das Bergwerksfeld Osterwieck gruppieren sich nordöstlich im Bereich der Gewerbegebiete Altlastenverdachtsflächen im Zusammenhang mit einer Holzverarbeitung, der ehemaligen Ziegelei und heutigem Maschinenbau sowie der ehemaligen Molkerei und heutigem Lagerplatz.

Südwestlich des Bergwerksfeldes befindet sich eine sanierte, ehemalige Sonderabfalldeponie, die ca. 16,5 ha große Altlastenverdachtsfläche „Wasserschadstoffdeponie Osterwieck“. Die in den Jahren bis 1999 erfolgte Sanierung der Deponie ist abgeschlossen. Unabhängig davon kann empfohlen werden, zum konkreten Planungsstand eines Aufschlusses die Stellungnahme des Umweltamtes des Landkreises Harz einzuholen.

Von den Ausweisungen „Roter Gebiete“ (nitratbelastete Gebiete gemäß § 13a DüV 2020) ist die Geländeoberfläche über dem Bergwerksfeld Osterwieck nicht betroffen.


Quellen:


BVVG-GIS: Layer „Rote Gebiete“ und „Altlastenverdachtsflächen Sachsen-Anhalt 2008-03“, Flächennutzungsplan der Einheitsgemeinde Stadt Osterwieck vom 01.07.2015, Internetseite der Stadt Osterwieck – Abfrage zuletzt am 25.10.2023, auszugsweise Zeitungsberichte im Halberstädter Tageblatt und der Volksstimme aus den 1990er Jahren, auf der Webseite des BMU-erkrath veröffentlichter Bericht des ATV-DVWK/VKS Fachausschuss 3.6 Deponien, Schriftwechsel mit der Treuhandanstalt im Zusammenhang mit temporärem Flächenbedarf über dem Bergwerksfeld am südwestlichen Feldeseckpunkt für einen zeitweilig während der Sanierungsperiode zu nutzenden Weißbereich


INFRASTRUKTUR / ERSCHLIEßUNG

Verkehrswege

Das Bergwerksfeld ist straßenverkehrlich recht gut erreichbar. In Verbindung mit dem örtlichen Straßen- und Wegenetz ist die etwa 8 km entfernte Bundesautobahn A 36 (Anschlussstellen 16 – Stapelburg, 15 – Abbenrode und 13 – Vienenburg-Ost) über die Landstraßen L 88 und L 89 bzw. die L 88 in Verbindung mit der Kreisstraße K 1336 zu erreichen.

Die Bundesautobahn A 2 befindet sich etwa 40 km nördlich des Bergwerksfeldes.

Bahnverkehrsseitig ist das Bergwerksfeld nicht direkt angeschlossen. Die durch/bis Osterwieck führenden ca. 1,2 km entfernt verlaufenden Schienenwege sind außer Betrieb, jedoch planerisch für eine mögliche Wiederinbetriebnahme gesichert, vgl. Rubrik Raumordnungsplanung.

Die nächstgelegenen aktiven Gleisanschlüsse für den Güterverkehr der Deutschen Bahn AG befinden sich im etwa 15 km entfernten Industriepark Ilsenburg bzw. im vergleichbar weit entfernten Vienenburg an der Strecke Wernigerode – Bad Harzburg. Weitere betriebliche Gleisanschlussstellen unterhalten in Ilsenburg bzw. Vienenburg angesiedelte Unternehmen der verarbeitenden Industrie.

Die nächstgelegenen Bahnanschlüsse für den Personennahverkehr befinden sich ca. 15 km entfernt in Ilsenburg, Strecke Goslar-Halberstadt (HEX 21) und in Vienenburg (gleiche Bahnstrecke).


Quellen:


BVVG-GIS: Topografische Karten, Internet

Versorgungsleitungen/-trassen

Eine 20-kV-Mittelspannungsleitung quert das Bergwerksfeld nahe des nordöstlichen Feldeseckpunktes.

Eine (geplante) 110-kV-Hochspannungsleitung der Avacon Netz GmbH verläuft östlich ca. 5 km entfernt, westlich der Ortslage Wasserleben. In südliche Richtungen ist das Hochspannungsnetz der Avacon Netz GmbH mit dem Netz der TEN Thüringer Energienetze GmbH verbunden, die Mitglied der Projektinitiative TH
2ECO ist. Auf dem schematischen Teilnetzplan Nordharz der Avacon Netz GmbH ist westlich der Ortslage Wasserleben ein Übergabepunkt für Windenergie verzeichnet.

Bezüglich der Gasversorgung wird in der südlich angrenzenden Einheitsgemeinde Nordharz zwischen Stapelburg und Ilsenburg nahe der Bundesautobahn A 36 eine unterirdische Gashochdruckleitung beschrieben.

Am Standort Osterwieck selbst quert eine Gasversorgungsleitung den nordöstlichen Teil des Bergwerksfeldes, vgl. Rubrik RAUMRDNUNGSPLANUNG-Flächennutzungsplan der Einheitsgemeinde Stadt Osterwieck.


Quellen:


BVVG-GIS: Topografische Karten, Luftbilder, Layer: „Freileitungen“, „RPG Harz“ und „Bauleitplanung 2023-06“, Flächennutzungsplan der Einheitsgemeinde Stadt Osterwieck vom 01.07.2015, Flächennutzungsplan 2021 der Gemeinde Nordharz, gültig seit 15.12.2021, Webseite der TH
2
ECO – Projektpartnerschaft H
2
-Ökosystem - TH
2
ECO unter Mitwirkung u.a. der Ferngas Netzgesellschaft (Nürnberg), der SWE Netz (Erfurt) und der TEAG Thüringer AG mit deren Tochtergesellschaften
TEN

Thüringer

Energienetze GmbH & Co. KG und TEP Thüringer Energie Speichergesellschaft mbH (Erfurt)

- Abfrage zuletzt am 11./18.09.2023, Webseite der Avacon Netz GmbH – Abfrage zuletzt am 06.10.2023

Industriell-gewerbliche Standorte

Die Stadt Osterwieck und die umliegenden Ortslagen verfügen jeweils über ausgewiesene Gewerbegebiete. Unmittelbar nördlich des Bergwerksfeldes sind teilweise noch unbebaute Gewerbegebiete der Stadt Osterwieck ausgewiesen.

Der nächstgelegene landesbedeutsame Industriestandort in Sachsen-Anhalt ist die Stadt Wernigerode. Die Städte Halberstadt und Blankenburg (Harz), sowie Ilsenburg sind die nächstgelegenen regional bedeutsamen Gewerbe- und Industriestandorte im Land Sachsen-Anhalt. Im benachbarten Niedersachsen sind die Städte Bad Harzburg, Vienenburg und Goslar in näherer Umgebung angesiedelt.


Quellen:


BVVG-GIS: Topografische Karten, Luftbilder, Layer: „RPG Harz“ und „Bauleitplanung 2023-06“, Regionaler Entwicklungsplan für die Planungsregion Harz 2009
, bekanntgegeben am 23.05.2009,
Flächennutzungsplan der Einheitsgemeinde Stadt Osterwieck vom 01.07.2015, Internetseite der Einheitsgemeinde Stadt Osterwieck – Abfrage zuletzt am 06.10.2023


BESONDERHEITEN

Dauerhafte
Beschränkungen

Der den geltenden Standards entsprechende Abstand zu schützenswerten Objekten, Ortslagen und öffentlichen Straßen ist einzuhalten.

Erweiterungsmöglichkeiten/ Verbindungen zu anderen Projekten

Für denselben Bodenschatz bietet die BVVG nahe der ca. 5 km entfernten Ortslage Wasserleben das Bergwerkseigentum Wasserleben zum Kauf an, vgl. gesondertes Exposé.

Erweiterungsmöglichkeiten am Standort Osterwieck selbst sind lagerstättenseitig in östliche und westliche Richtungen des Bergwerksfeldes gegeben. In südwestlicher Richtung befindet sich auf der Lagerstätte die sanierte ehemalige „Wasserschadstoffdeponie Osterwieck“, vgl. Rubrik SCHUTZGEBIETE/BELASTUNGEN - Altlasten. Im Liegenschaftskataster für Sachsen-Anhalt ist diese ca. 16,5 ha große Fläche mit der Nutzung „Gewerbe- und Industriefläche“ erfasst.


Quellen:


BVVG-GIS: Layer „ALKIS Sachsen-Anhalt, Nutzungen“, Webseite der BVVG: Exposés für das Bergwerkseigentum Wasserleben und das Bergwerkseigentum Osterwieck jeweils mit Stand 10-12/2023


DOKUMENTATION

Erkundungsberichte, Gutachten, Prospekte

Die vorgenannten Quellen sind, sofern sie nicht ohnehin öffentlich sind, bei der BVVG nach Terminvereinbarung einsehbar.

Haftungsausschluss

Die BVVG Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH stellt die Inhalte dieses Exposés mit Sorgfalt zusammen. Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen aber ohne Gewähr. Die Angaben dienen nur der unverbindlichen allgemeinen Information und ersetzen nicht die individuelle Befassung mit dem Objekt.

Stand der Informationen: 10-12/2023


ZUR BEACHTUNG

    • Bei dem Bergwerkseigentum Osterwieck handelt es sich um eine Bergbauberechtigung im Sinne des Bundesberggesetzes (BBergG) vom 13.08.1980 (BGBl I S. 1310), in seiner aktuellen Fassung in Verbindung mit den Überleitungsvorschriften des Einigungsvertragsgesetzes vom 23. 09.1990 (BGBl II S. 885), dem Gesetz zur Vereinheitlichung der Rechtsverhältnisse bei Bodenschätzen vom 15.04.1996 (BGBl I S. 602) und der Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung bergbaulicher Vorhaben vom 13.07.1990 (BGBl I S. 1420) in seiner aktuellen Fassung.
    • Das BBergG unterscheidet die bergbauliche Berechtigung und ihre Ausübung. Die Bergbauberechtigung vermittelt nur eine Rechtsposition, der Unternehmer erhält das Recht, Bodenschätze aufzusuchen und zu gewinnen. Er darf jedoch von dieser Berechtigung nicht ohne weiteres Gebrauch machen, zur Ausübung der Berechtigung, also zum tatsächlichen Abbau von Bodenschätzen kommt es erst, wenn der entsprechende Betriebsplan aufgestellt und von der zuständigen Bergbehörde zugelassen worden ist.
    • Es gelten die Regelungen für Bergwerkseigentum nach § 151 BBergG.
    • Die Grundstücke über dem Bergwerksfeld Osterwieck gehören nicht zu dem Bergwerkseigentum.

    Die Besichtigung des Bergwerksfeldes kann von öffentlichen Straßen und Wegen aus erfolgen. Wir weisen darauf hin, dass das ungenehmigte Befahren der das Bergwerksfeld überdeckenden Grundstücke nicht gestattet ist.

    Lage

    Das Bergwerkseigentum Osterwieck im nördlichen Harzvorland liegt nördlich von Ilsenburg grenznah zu Niedersachsen südlich der Stadt Osterwieck.
    Durch/bis Osterwieck führen ca. 1,2 km entfernt außer Betrieb gestellte, jedoch planerisch für eine mögliche Wiederinbetriebnahme gesicherte Schienenwege. Die 8 km entfernte Bundesautobahn A 36 (Anschlussstellen 16 - Stapelburg, 15 - Abbenrode und 13 - Vienenburg-Ost) ist in Verbindung mit den Landstraßen L 88, L 89 und dem örtlichen Straßen- und Wegenetz straßenverkehrlich recht gut zu erreichen. Die A 2 verläuft etwa 40 km nördlich.

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    • Name
      Frau Dr. Sabine Dietrich
    • Firma
      BVVG - Bereich Verkauf/Verpachtung
    • Adresse
      Schönhauser Allee 120
      10437 Berlin
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