Bergwerkseigentum Hartau, Tonrohstoffe

Sachsen, Görlitz

Bergwerkseigentum Hartau, Tonrohstoffe - Ausschnitt aus dem Lageriss

Ausschnitt aus dem Lageriss

Bergwerkseigentum Hartau, Tonrohstoffe - Lageübersicht

Lageübersicht

Bergwerkseigentum Hartau, Tonrohstoffe - Lagedarstellung mit Luftbild vom 30.07.2020

Lagedarstellung mit Luftbild vom 30.07.2020

Bergwerkseigentum Hartau, Tonrohstoffe - Lagedarstellung mit Topografischer Karte

Lagedarstellung mit Topografischer Karte

Objektdaten

  • Objekt-Nr.
    VV26-2450-003314-AUS
  • Bundesland
    Sachsen
  • Kreis
    Görlitz
  • Gemeinde
    Zittau, Stadt
  • Gemarkung
    Zittau
  • Flurstück
    keine
  • Objektart
    Bodenschätze-Ausschreibung
  • Größe
    43.050 m²
  • Orientierungswert
    nach Gebot

Abgabe des Gebotes

Objekt­beschreibung

Zum Verkauf ausgeschrieben ist das Bergwerkseigentum Hartau, verliehen auf den Bodenschatz tonige Gesteine zur Herstellung kleinformatiger Wandbauelemente (Druckfestigkeit: größer 15 MPa).
Der Ziegelton Hartau wurde 1973 für die ehemalige Ziegelei Hartau mit 17 Kernbohrungen erkundet. Seine über 10 m mächtige Lößlehm-, Schluff- und Tonabfolge ist anhand von Mischproben und auch schichtgenauen Einzelproben untersucht worden.


OBJEKT

Bergwerkseigentum

Hartau (Nr. 140/90/773)

Verliehen für den Bodenschatz

9.22, tonige Gesteine zur Herstellung kleinformatiger Wandbauelemente (Druckfestigkeit: größer 15 MPa)

Größe des Bergwerksfeldes

43.050 m²

Rechtliche Einordnung

aufrechterhaltenes altes Bergwerkseigentum gemäß § 151 BBergG

Oberflächennutzung

Die Geländeoberfläche über dem Bergwerksfeld wird vorrangig landwirtschaftlich als Grünland genutzt, untergeordnet als Verkehrswegefläche mit begleitendem Gehölz.

Flächen der BVVG

Die BVVG besitzt über dem Bergwerksfeld Hartau keine Grundstücke.


LAGERSTÄTTE


Quellen:

      [1] Dietrich, H. (1977): Ergebnisbericht mit Vorratsberechnung einschließlich Konditionsantrag „Ziegelton Hartau 1973“, VEB GFE Halle, Betriebsteil Freiberg, 25.8.1977, 50 Seiten zzgl. 7 Anlagen (Karten und Risse, Schnitte und Profile, Felddokumentation, Labordokumentation, Übersichten zur Vorratsberechnung),


      [2] Böhme, P. (1978): Gutachterliche Stellungnahme betr. Ergebnisbericht mit Vorratsberechnung einschließlich Konditionsantrag „Ziegelton Hartau 1973“ vom 25.8.1977, VEB GFE Halle -GKO-, Leipzig, 15.11.1977, 20 Blatt inkl. 1 Anlage,


      [3] (1988) Ergebnisse der Braunkohlenerkundung Zittau. – Sofern Interesse an einer Nutzung der Lagerstätte Hartau besteht, können die im Rahmen dieser Erkundung erzielten Ergebnisse zu den Deckgebirgsrohstoffen bei Bedarf

      zusätzlich ausgewertet werden.


      [4] Karte der oberflächennahen Rohstoffe 1:200 000, Erl. Bl. CC 5550 Görlitz, 88 S., 1 Kt, Hannover 2004.


Geologische Verhältnisse

Das Bergwerksfeld Hartau betrifft eine der im Raum Görlitz isoliert vorkommenden Tertiärtonlagerstätten am südlichen Ausstrich des Niederlausitzer Braunkohlenreviers innerhalb der tektonisch angelegten Tertiärbecken von Berzdorf und hier Zittau.

Die zumeist mehr als 10 Meter mächtigen Nutzgesteine lagern ungestört und zeigen ein flaches Einfallen nach Norden und Osten in Richtung des Beckeninneren.

Das Normalprofil für Hartau verzeichnet unter 0,2 bis 0,3 m Mutterboden (humoser Lehm) eine Abfolge toniger Nutzgesteinsschichten:

    - 2 bis 5 m (Löß-)Lehm und

    - 2 bis 5 m Schluff (Löß) - Pleistozän,

    - rd. 0 bis 12 m Schluff und

    - rd. 2 bis 11 m schluffig bis feinsandigem teils auch xylitischem, grau bis dunkelbraunem Ton - Tertiär.

    Die Tonschicht enthält stellenweise Sand- oder Kieslagen, vereinzelt Braunkohle.

Das Liegende bilden tertiäre, mindestens 2 m mächtige, teils tonige, graue Fein- bis Grobsande, die der untermiozänen Braunkohle auflagern.

Die Grundwasserleiter werden von den Sand- und Kieszwischenmitteln innerhalb des Tonkomplexes und den tertiären Sanden und Kiesen im Liegenden des Tonkomplexes gebildet. Sie kommen hinsichtlich des Tiefenniveaus mit teils unterschiedlicher Verbreitung vor.

Die Geländeoberfläche des Bergwerksfeldes Hartau ist weitgehend eben, liegt um +245 m NHN und fällt leicht in nordöstliche Richtungen ab.

Die knapp 1 Kilometer östlich des Bergwerksfeldes fließende Lausitzer Neiße ist eingedeicht. Das dortige Gelände liegt bei Höhen von 238 m NHN.

Untersuchungsstand

Die Lagerstätte Hartau wurde in den 1970er Jahren für den Rohstoffeinsatz in der ehemaligen Ziegelei Hartau mit insgesamt 17 bis max. 15 m tiefen und bis in max. 10 m Teufe beprobten Bohrungen gut untersucht. Sieben dieser Bohrungen befinden sich innerhalb des ca. 4,3 ha großen bestätigten aufrechterhaltenen Bergwerksfeldes Hartau. Zu allen Bohrungen sind die Schichtenverzeichnisse und die Ergebnisse der an Misch- und auch Einzelproben vorgenommenen Untersuchungen vorhanden.

Die Untersuchungen an den Mischproben des Bohrguts, darunter fünf aus dem Bergwerksfeld und eine weitere aus dem nördlich angrenzenden Bereich, umfassen Kornanalysen, Einschätzungen des Siebrückstandes 63 µm hinsichtlich des Anteils an Quarz und Kalzit > 2 mm, des Anteils an Kohle und silikattechnische Untersuchungen (Plastizitätskennzahl nach Pfefferkorn, Anmachwassergehalt, Trockenschwindung, Trockenbiegefestigkeit, Brennversuche bei 950 °C und 1050 °C, Brennschwindung, Gesamtschwindung, Wasseraufnahme, Brennfarbe). Von ausgewählten Mischproben, darunter eine aus dem Bergwerksfeld und eine weitere aus dem nördlich angrenzenden Bereich, liegen chemische Vollanalysen und Analysen der löslichen Salze gemäß TGL 154-5000 vor. Halbqualitative mineralogische Untersuchungen sind an zwei Mischproben vorgenommen worden, darunter keine aus dem Bergwerksfeld Hartau oder dem nördlich angrenzenden Bereich.

Ablichtungen der Prüfzeugnisse nach TGL 117-0625 für in der Ziegelei Hartau produzierte Vollmauerziegel MZ 100 und MZ 150 aus dem Jahr 1974 sind vorhanden.

Die Untersuchungen an den Einzelproben umfassen neben der geologischen Ansprache auch die Bestimmung des Wertes für den Kornanteil von 63 µm und ausgewählte silikattechnische Untersuchungen bei Brenntemperaturen von 950 °C und 1050 °C (Gesamtschwindung, Wasseraufnahme und Brennfarbe).

Petrographische und qualitative Kennzeichnung

Die durchgehend verbreiteten, grauen bis braunen Nutzgesteinsschichten beinhalten geologisch als Löß und Lößlehm, Schluff und Ton sowie stark kohleführenden Ton angesprochene Rohstoffvarietäten. Sie geben vorwiegend rotbrennende Grobkeramtone ab, die je nach Lößlehm- bzw. Tonanteil Brennfarben von ziegelrot bis rosa zeigen.

Der Kornanteil < 2µm (in Anlehnung an TGL 29 317) liegt bei allen untersuchten Proben zwischen 17,1% und 45,3%.

Die Mischproben werden als gut plastisch und einwandfrei verformbar beschrieben. Gemäß der Einordnung nach dem WINKLER-Dreieck liegen sämtliche Mischproben im Bereich für Vollziegel. Die Mischproben aus dem mittleren und südöstlichen Teil des Bergwerksfeldes (Hat 2/73, 3/73 und 4/73) liegen darüber hinaus im Bereich für höherwertigere Gitterziegel und Dachziegel, die der Mischproben aus dem nördlichen Feldesteil (Hat 14/73 und 15/73) und nördlich angrenzend (Hat 16/73) sogar in dem Bereich für Hohlziegel.

Das Trockenverhalten der Mischproben ist als problemfrei eingeschätzt worden und die beobachteten Trockenschwindungen lassen hochwertige Massen sogar für eine Produktion von Hochlochziegeln ohne Vakuumanwendung, für Dränrohre, Spaltplatten und Dachziegel erwarten. Die Trockenbiegefestigkeiten mit 25-35 kp/cm² gelten für Vollmauersteine und Ziegel mit geringem Lochanteil als gut, und verhältnismäßig geringer Trockenbruch wird erwartet.

Die Ergebnisse der brenntechnischen Untersuchungen weisen für bei 1050 °C gebrannte Proben mit den Festigkeitsanforderungen korrespondierende Wasseraufnahmewerte von 14,8 %-20,8 % (max. 30,0%) aus. Kalkabsprengler werden aufgrund der geringen Menge an grobkörnigem Kalk nicht nennenswert erwartet. Ausblühneigung und Gehalt an löslichen Salzen bleiben innerhalb der als unschädlich angesehenen Grenzen.

Das in dem tonigen Nutzgesteinsanteil hauptsächlich vorkommende Tonmineral ist der Kaolinit.

Hinsichtlich der mineralogischen Zusammensetzung werden in [1] die Ergebnisse halbquantitativer Analysen an ausgewählten Mischproben wie folgt angegeben:

Probe der Bohrung Hat 17/73

      Quarz 40 - 50 %

      K-Feldspat 10 - 15 %

      Plagioklas 5 - 10 %

      Glimmer (Biotit, Muskovit) 20 - 30 %

      Chlorit 5 %

      Kalzit ca. 5 %

      Kaolinit 15 - 25 %

      quellfähige Komponenten: sehr geringe Mengen

Probe der Bohrung Hat 13/73

      K-Feldspat tritt zurück

      Kaolinit 25 - 35 %

      Der Kaolinitgehalt der Tonpartie allein soll geschätzt 40 - 50 % erreichen.

Hinsichtlich der chemischen Zusammensetzung werden in [1] Ergebnisse chemischer Vollanalysen an sechs ausgewählten Proben angegeben:

Probe der Bohrung Hat 4/73 (Streubereich aller sechs Proben)

      H
      2O 1,2 (1,0 - 2,1)

      GV 7,6 (5,5 - 20,5)

      SiO
      2 66,5 (45,3 - 71,5)

      Al
      2O
      3 14,3 (12,5 - 24,4)

      Fe
      2O
      3 3,0 (2,3 - 3,0)

      TiO
      2 1,0 (0,9 - 1,1)

      CaO 2,4 (0,9 - 2,4)

      MgO 1,0 (0,7 - 1,0)

      K
      2O 2,6 (2,5 - 2,6)

      Na
      2O 0,2 (0,2 - 0,7)

      S
      ges. als SO
      3 berechnet 0,5 (0,1 - 0,6)

      Summe: 99,1 (99,0 - 99,5).


Verwendungsmöglichkeiten

Der Ergebnisbericht „Ziegelton Hartau 1973“ stellt grundsätzlich auf eine Verwendung der Nutzschichten als Rohstoffgemisch für den ehemaligen Ziegeleibetrieb Hartau zur Produktion von Vollmauerziegeln ab. Die Untersuchungsergebnisse zeigen darüber hinaus, dass die Nutzgesteine wertvolle Rohstoffe für höherwertige Massen bzw. Massezusätze zur Fertigung von Gitterziegeln, Dachziegeln sowie Hohlware, Drainagerohren und Spaltplatten abgeben.

Die Lößlehm/Löß-Partien des Nutzgesteinskomplexes geben einen ziegelrot brennenden Rohstoff ab, die Schluff- und Ton-dominierten Partien zeigen Brennfarben von elfenbein beige bis rosa, zumeist beige rötlich.

Die Eignung des Rohstoffgemisches bzw. seiner separat gewinnbaren Komponenten bleibt unter modernen Produktionsbedingungen und für weitere Anwendungen bleibt zu untersuchen.

Abbausituation

Die Tertiärtonlagerstätte Hartau am südlichen Rand des Zittauer Beckens ist eine seit längerem genutzte Lagerstätte, die trotz großräumigerer Verbreitung durch dauerhafte Blockaden (Straßen/Bebauung) nur begrenzt abbaubar ist. Der als aufrechterhaltenes Bergwerkseigentum bestätigte Teil des Vorratsfeldes Hartau ist nahezu unverritzt.

Allgemein werden wegen der meist einfachen und ungestörten Lagerungsverhältnisse keine besonderen Schwierigkeiten für einen Abbau erwartet. Die ingenieurgeologische Situation beeinflussende, vorgegebene Gleitflächen sind nicht vorhanden. Die deutlich unterschiedliche Sickerwasserdurchlässigkeit der einzelnen Lagen innerhalb des Schichtenkomplexes ist zu berücksichtigen.

Hinsichtlich möglicher hydraulischer Verbindungen zu Oberflächengewässern wird in den Quellen auf Kolmationseffekte verwiesen.

Vorratssituation

Der Vorratsabschätzung aus dem Jahr 1977 liegen operativ abgeleitete Konditionen zugrunde. Die Konditionen betreffen eine Mindestvorratsmenge, eine Abbauteufe bis maximal 10 m, max. 0,3 m Mutterboden als Abraum und als Qualitätskondition den Mindestkornanteil < 2 µm von 15%. Sie entfalten auf die Lagerstätte keine begrenzende Wirkung. Das etwa 4,3 ha große Bergwerksfeld Hartau betrifft im Wesentlichen die nach Maßgabe der in den 1970er Jahren operativ abgeleiteten Konditionen die unter 0,2 m Mutterboden in den drei Vorratsblöcken 2 (B-Vorräte), 3und 4 (C
1-Vorräte) lagernden Rohstoffe im Umfang von etwa 343.900 m³.

Vorratsbestimmungen unter aktuellen gewinnungs- und verarbeitungstechnologischen sowie produktbezogenen Gesichtspunkten bleiben durchzuführen.

Eine erste Grundlage für aktuelle Betrachtungen bieten die im Rahmen der Erkundung „Ziegelton Hartau 1973“ gewonnenen Daten der neben Mischproben gezielt genommenen, dokumentierten und übersichtsmäßig untersuchten Einzelproben.

Industrielle Bedeutung

Rot- und hellbrennende Tone in vergleichbarer geologischer Lage stehen mit der Lagerstätte Buchholz in Abbau, werden intensiv genutzt und besitzen wegen ihrer keramtechnischen Eigenschaften eine besondere Bedeutung im Osten Deutschlands.

Gleichwohl das Bergwerkseigentum Hartau vergleichsweise geringe Vorratsmengen umfasst, bieten die gut erkundeten Rohstoffvarietäten nutzbares Verschnittpotential.


ÖFFENTLICHE PLANUNG

Landesplanerische Einordnung

Der Standort Hartau ist in der Karte 10 (Erläuterungskarte) – Klassifizierung der Vorkommen von Steine- und Erden-Rohstoffe, aktiver Steine-Erden-Bergbau des Landesentwicklungsplans 2013 nicht verzeichnet. Die etwa 1 km nördlich liegenden, ebenfalls kleinräumigen Tonareale der gleichen Art sind als Lehme und Mergel höchster Wertigkeit eingetragen.


Quelle:


Landesentwicklungsplan 2013 Freistaat Sachsen, beschlossen am 12.07.2013

Regionalplanerische Einordnung

Die Ausdehnung des Bergwerksfeldes Hartau ist nahezu deckungsgleich mit dem ausgewiesenen Vorbehaltsgebiet für Rohstoffsicherung Nr. T 72. Es liegt innerhalb eines großräumigen Vorbehaltsgebietes für Arten- und Biotopschutz. Im Umweltbericht zum Regionalplan Oberlausitz-Niederschlesien sind 12 betroffene Schutzbelange vermerkt, deren etwaige Beeinträchtigung zum konkreten Planungsstand eines Aufschlusses zu vermeiden, zu verringern bzw. auszugleichen ist.

Gegenwärtig befindet sich der 1. Entwurf der zweiten Gesamtfortschreibung des Regionalplans Oberlausitz-Niederschlesien in Abwägung. Danach sollen im Betrachtungsraum ein Vorranggebiet für Landwirtschaft und unverändert ein Vorbehaltsgebiet für Natur und Landschaft (Arten- und Biotopschutz) ausgewiesen werden. Das Vorbehaltsgebiet für Rohstoffsicherung Nr. T 72 ist danach nicht mehr vorgesehen.


Quellen:


Erste Gesamtfortschreibung des Regionalplans Oberlausitz – Niederschlesien, in Kraft getreten am 04.02.2010 (Öffentliche Bekanntmachung im Amtlichen Anzeiger Nr. 5 des Sächsischen Amtsblattes vom 4. Februar 2010, Seite A 49) und BVVG-GIS,
Internet: Zweite Gesamtfortschreibung des Regionalplans Oberlausitz-Niederschlesien – Abfrage zuletzt im Juli 2021

Kommunale Planung

Das Bergwerksfeld Hartau ist nicht überplant. Es ist im Flächennutzungsplan der Stadt Zittau dargestellt. Der Bereich des Flurstückes am südlichen Feldesteil ist als Grünfläche für die Entwicklung von Natur und Landschaft dargestellt.

Bebauungsplanungen sind für das Bergwerksfeld nicht bekannt. Der frühere Bebauungsplan Gewerbegebiet „An der Ziegelei“ ist durch Beschluss des Stadtrates vom 28.04.2002 aufgehoben worden.


Quellen:


BVVG-GIS-Layer „Raumordnungskataster 2020-05“
,
Internet: u.a. Webseite der Stadt Zittau – Abfragen zuletzt im Juli 2021


SCHUTZGEBIETE / BELASTUNGEN

Trinkwasserschutz

Das Bergwerksfeld ist von ausgewiesenen Trinkwasserschutzgebieten nicht betroffen.


Quellen:


BVVG-GIS,

Regionalplan für die Planungsregion Oberlausitz-Niederschlesien, Erste Gesamtfortschreibung vom 27.10.2009, in Kraft getreten am 04.02.2010, Zweite Gesamtfortschreibung
des Regionalplans Oberlausitz-Niederschlesien und Geoviewer Sachsen - Abfragen zuletzt im Juli 2021

Hochwasserschutz

Für das Bergwerksfeld liegen keine Hinweise auf Betroffenheit vor. Die östlich angrenzende Neißeaue dient als Retentionsraum dem vorbeugenden Hochwasserschutz.


Quellen:


BVVG-GIS,
Regionalplan für die Planungsregion Oberlausitz-Niederschlesien, Erste Gesamtfortschreibung vom 27.10.2009, in Kraft getreten am 04.02.2010, Zweite Gesamtfortschreibung
des Regional­plans Oberlausitz-Niederschlesien und Geoviewer Sachsen - Abfragen zuletzt im Juli 2021

Naturschutz

Das Bergwerksfeld liegt im Naturpark Zittauer Gebirge.

Von weiteren Schutzgebietsausweisungen ist das Bergwerksfeld nicht betroffen.

Westlich der angrenzenden Straße, der ehemaligen Tongrube Hartau und der Staatsstraße S132 ist das FFH-Gebiet „Eichgrabener Feuchtgebiet“ ausgewiesen, das potentiell in ein Naturschutzgebiet gewandelt werden soll. Im unmittelbaren Umfeld des Bergwerksfeldes wird auf Biotope hingewiesen, vgl. Flächennutzungsplan Karte Teil B Nummern 49, 50 und 53.

Im Zuge einer etwaigen Aufschlussplanung bleiben mögliche Betroffenheiten und Maßnahmen zu prüfen.


Quellen:


BVVG-GIS
, Internet: Webseiten der Stadt Zittau, des Kreises Görlitz., Managementplan für das Natura2000-Gebiet Nr. 112 „Eichgrabener Feuchtgebiet“ des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt, Landwirtschaft – Stand Juli 2021

Bodendenkmale, Kulturdenkmale

Hinweise auf etwaige Bodendenkmale liegen für das Bergwerksfeld nicht vor.

Als Kulturdenkmale sind im Umfeld des Bergwerksfeldes der Sowjetische Ehrenhain (An der Ziegelei) und die Ziegelei (um 1880) in der Hartauer Straße Nr. 17 benannt.


Quellen:


BVVG-GIS, Topografische Karte TK2
5
, Internet: Webseite der Stadt Zittau – Stand Juli 2021

Altlastenverdacht

Hinweise auf etwaige Altlasten liegen für das Bergwerksfeld nicht vor.

Südlich des Bergwerksfeldes sind der Altstandort 839 und die Altablagerung Nr. 360 vorhanden (SALKA Nrn. 86200792 „Ziegelei Hartau“ und 86100250 „Deponie nördlich der Ziegelei Hartau“). „Aus­künfte aus dem Sächsischen Altlastenka­taster werden auf Anfrage durch die Bodenschutzbehörde des jeweils zuständi­gen Landkreises bzw. der kreisfreien Stadt erteilt.” - hier das
Landratsamt Bautzen, Abfallamt.

Für die Region dargestellte unterirdische Hohlraumverdachtsflächen betreffen das Bergwerksfeld nicht. Allgemein ist nicht auszuschließen, dass Hohlraumverdachtsbereiche betroffen sein können und zum konkreten Planungsstand die Stellungnahme der zuständigen Bergbehörde einzuholen ist.


Quellen:


BVVG-BI, BVVG-GIS: Topografische Karte TK 25, Altlastenverdachtsflä
chen,
Internet: Webseiten der Stadt Zittau, Geoviewer Sachsen,
Sächsisches Altlastenkataster (SALKA)
– Abfragen zuletzt im Juli 2021


INFRASTRUKTUR / ERSCHLIEßUNG

Verkehrswege

Das Bergwerksfeld liegt unmittelbar östlich der Verbindungsstraße von Zittau nach Hartau. Der im südlichen Feldesbereich verlaufende Weg führt auf diese Straße.

Über das örtliche Straßennetz werden im ca. 3 Kilometer entfernten Zittau die Bundesstraße B 89 und der Bahnhof erreicht, sowie nördlich von Zittau die B 178 bei Mittelherwigsdorf. Die Entfernung bis zur Bundesautobahn A 4 bei Bautzen beträgt etwa 50 Kilometer.

Die nächstgelegenen Bahnanschlüsse bestehen in Zittau (D) und Hrádek nad Nisou (CZ).

Versorgungsleitungen/-trassen

Straßenbegleitend verlaufen elektrische Versorgungsleitungen. Eine weitere elektrische Freileitung verläuft unmittelbar südlich des Bergwerksfeldes. Durch das drei Kilometer entfernte Zittau führt eine 110-kV-Hochspannungsleitung.


Quellen:


BVVG-GIS: Topografische Karte, Luftbild

Industriell-gewerbliche Standorte

Die nächstgelegene Gewinnungsstätte für Tonrohstoffe war die Tongrube Ottersteg in Zittau. Zu den bedeutenden Produktionsstätten Buchholz und Guttau-Kleinsaubernitz beträgt die Entfernung etwa 30 bis 50 Kilometer.

Die nächstgelegenen Ziegelwerke befinden sich u.a. in Görlitz, Calau-Buchwäldchen, Zwickau und Freital. Die Stadt Zittau verfügt über Gewerbe- und Industrieflächen.


BESONDERHEITEN

Dauerhafte
Beschränkungen

Den geltenden Standards entsprechende Abstände zu schützenswerten Objekten, Ortslagen und öffentlichen Verkehrswegen sind einzuhalten.

Erweiterungsmöglichkeiten

In der näheren Umgebung des Bergwerksfeldes befinden sich mehrere bekannte, zum Teil kleinräumig aufgeschlossene Tertiärtonlagerstätten. Die ehemalige Grube Ottersteg liegt wenige hundert Meter entfernt.

Erweiterungsmöglichkeiten im Bereich des Bergwerksfeldes Hartau bleiben unter Berücksichtigung bestehender Bebauungen und hinsichtlich der über die beprobten Bereiche hinaus auch tiefer vorkommenden Gesamtmächtigkeit der Nutzgesteinsschichten zu prüfen.

Das in den 1970er Jahren betrachtete Vorratsfeld Hartau wird im Norden durch die Ortsbebauung (zu Zittau) begrenzt, im Osten durch die Neiße-Aue, im Süden durch die ehemalige Ziegelei Hartau nebst ehemaliger Grube und im Westen durch die Straße Zittau-Lückendorf, wobei die Vorratsfläche durch die Straße Zittau-Hartau gegliedert wird.

Ergänzende Daten

Neben den Ergebnissen der rohstoffgeologischen Erkundungskampagne „Ziegelton Hartau 1973“ liegen im Zuge der „Braunkohlenerkundung Zittau 1988“ erzielte Erkenntnisse über die Tone als Deckgebirgsrohstoffe vor. Sofern die Zustimmung der Dateneigner erlangt wird, besteht die Möglichkeit, Ergebnisse weiterer Bohrungen und Erkundungen bei Bedarf in die Betrachtungen einzubeziehen.


DOKUMENTATION

Erkundungsbericht

Die unter der Rubrik LAGERSTÄTTE genannten Quellen sind, sofern sie nicht ohnehin öffentlich sind, bei der BVVG nach Terminvereinbarung mit Ausnahme der „(1988) Ergebnisse der Braunkohlenerkundung Zittau“ einsehbar.

Letztere können in den Räumen des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) in Freiberg eingesehen werden. Die BVVG wird ihr Einverständnis zur Einsichtnahme in den Bericht bei dem LfULG im Einzelfall auf Anfrage erteilen.

Haftungsausschluss

Die BVVG Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH stellt die Inhalte dieses Produktblattes mit Sorgfalt zusammen. Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen, aber ohne Gewähr. Die Angaben dienen nur der unverbindlichen allgemeinen Information und ersetzen nicht die individuelle Befassung mit dem Objekt.

Stand der Informationen: 07/2021


ZUR BEACHTUNG

    • Bei dem Bergwerkseigentum Hartau handelt es sich um eine Bergbauberechtigung im Sinne des Bundesberggesetzes (BBergG) vom 13.08.1980 (BGBl I S. 1310), in seiner aktuellen Fassung in Verbindung mit den Überleitungsvorschriften des Einigungsvertragsgesetzes vom 23. 09.1990 (BGBl II S. 885), dem Gesetz zur Vereinheitlichung der Rechtsverhältnisse bei Bodenschätzen vom 15.04.1996 (BGBl I S. 602) und der Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung bergbaulicher Vorhaben vom 13.07.1990 (BGBl I S. 1420) in seiner aktuellen Fassung.
    • Das BBergG unterscheidet die bergbauliche Berechtigung und ihre Ausübung. Die Bergbauberechtigung vermittelt nur eine Rechtsposition, der Unternehmer erhält das Recht, Bodenschätze aufzusuchen und zu gewinnen. Er darf jedoch von dieser Berechtigung nicht ohne weiteres Gebrauch machen, zur Ausübung der Berechtigung, also zum tatsächlichen Abbau von Bodenschätzen kommt es erst, wenn der entsprechende Betriebsplan aufgestellt und von der zuständigen Bergbehörde zugelassen worden ist.
    • Es gelten die Regelungen für Bergwerkseigentum nach § 151 BBergG.
    • Die Grundstücke über dem Bergwerksfeld Hartau gehören nicht zu dem Bergwerkseigentum.

Die Besichtigung des Bergwerksfeldes kann von öffentlichen Straßen und Wegen aus erfolgen. Wir weisen darauf hin, dass das ungenehmigte Befahren der das Bergwerksfeld überdeckenden Grundstücke nicht gestattet ist.



Gebote sind allein für das Bergwerkseigentum zulässig!


Es gelten die zu diesem Ausschreibungsobjekt veröffentlichten Ausschreibungsbedingungen.

Lage

Das mit einer Fläche von weniger als 5 ha bestätigte Bergwerksfeld Hartau liegt im Lagerstättengebiet des Zittauer Beckens im Südosten des Freistaates Sachsen, etwa 3 Kilometer südlich von Zittau nahe der Grenze zu Polen und Tschechien.
Das bestätigte Bergwerksfeld ist unverritzt und über das örtliche Straßennetz an die Bundesstraßen in Zittau angebunden. Die Entfernung bis zur Bundesautobahn A 4 bei Bautzen beträgt etwa 50 Kilometer.

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Die dargestellte Position ist nur eine ungefähre Angabe der Lage.

Kontaktdaten

  • Name
    Frau Dr. Sabine Dietrich
  • Firma
    BVVG - Bereich Verkauf/Verpachtung
  • Adresse
    Schönhauser Allee 120
    10437 Berlin
  • Tel. Durchwahl

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Gebote senden Sie ausschließlich an: gebote@bvvg.de oder per Post an:
BVVG – Ausschreibungsbüro, Postschließfach 55 01 34, 10371 Berlin

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