Bergwerkseigentum Jersleben/Elbeu, Tonrohstoffe

Sachsen-Anhalt, Börde

Bergwerkseigentum Jersleben/Elbeu, Tonrohstoffe - Auszug aus dem Lageriss

Auszug aus dem Lageriss

Bergwerkseigentum Jersleben/Elbeu, Tonrohstoffe - Luftbild, Projektion des BWE (1)

Luftbild, Projektion des BWE (1)

Bergwerkseigentum Jersleben/Elbeu, Tonrohstoffe - Luftbild, Projektion des BWE (2)

Luftbild, Projektion des BWE (2)

Objektdaten

  • Objekt-Nr.
    VV83-2450-000714
  • Bundesland
    Sachsen-Anhalt
  • Kreis
    Börde
  • Gemeinde
    Niedere Börde
    Wolmirstedt, Stadt
  • Gemarkung
    Wolmirstedt
    Jersleben
  • Flurstück
    keine
  • Objektart
    Bodenschätze-Interessenbekundung
  • Größe
    1.372.700 m²
  • Orientierungswert
    Die BVVG ruft zur Bekundung von Kaufinteresse unter Angabe von Preisvorstellungen auf.

Objekt­beschreibung

Für das Bergwerkseigentum Jersleben/Elbeu - Bodenschatzkennziffer 9.18, tonige Gesteine zur Herstellung von Blähprodukten - möchte die BVVG mit dieser Interessenbekundung potentielle Käufer ermitteln. In den Jahren 1960er wurden in dem heutigen Bergwerksfeld mehr als 20 Erkundungsbohrungen auf Ziegelton bzw. Porensinterton niedergebracht. Die natürlichen Lagerstättengrenzen gehen überwiegend mit dem Bergwerksfeld einher. Das Bergwerksfeld ist unverritzt.

OBJEKT

Bergwerkseigentum
Jerselben/Elbeu

Verliehen für den Bodenschatz
9.18 tonige Gesteine zur Herstellung von Blähprodukten

Größe des Bergwerksfeldes
1.372.700 m²

Rechtliche Einordnung
Altes Recht: aufrechterhaltenes altes Bergwerkseigentum gemäß § 151 BBergG

Oberflächennutzung
überwiegend landwirtschaftlich, querende Bundesfernstraße

Flächen der BVVG
Die BVVG besitzt über dem Bergwerksfeld Jersleben/Elbeu keine Grundstücke.


LAGERSTÄTTE
Quellen:
      [1] Ruske: Ergebnisbericht Sinterrohstoff Jersleben-Elbeu 1971 mit operativer Vorratsberechnung, VEB Geologische Forschung und Erkundung – BT Halle, 30.04.1970, 79 S. zzgl. Anlagen
      [2] Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt, Untersuchung der Tonrohstoffe Sachsen-Anhalts (2002/2003) - Angaben zur Rohstoffqualität der Altuntersuchungen aus dem Jahr 1960
      [3] Karte der oberflächennahen Rohstoffe 1:200 000, Erl. Bl. CC 3934 Magdeburg, 81 S., 1 Kt, Hannover 2004

Geologische Verhältnisse
Die Lagerstätte Jersleben-Elbeu gehört zu einem marinen, mitteloligozänen Septarientonzug (Rupelton), der sich von Althaldensleben bis Wolmirstedt erstreckt und durch die Ohre und ihre Nebentäler in mehrere Einzelvorkommen gegliedert ist. Im Gebiet zwischen Jersleben und Elbeu ist der Septarientonzug in einem größeren Areal verbreitet. Der Nutzhorizont in diesem Areal ist durchgehend zwischen 14 m und 21 m mächtig. Er liegt überwiegend unter nur geringer pleistozäner Bedeckung (1,0-1,5 m).

Der Tonhorizont weist zwei deutlich von einander getrennte petrografische Einheiten auf, einen oberen hellen Horizont mit zahlreichen Gipskristallen sowie einen unteren grauen bis dunkelgrauen Horizont, in dem Pyritkonkretionen vorkommen.

Das Liegende bildet oligozäner Grünsand, der eine großräumige Neigung Richtung Norden aufweist.
Für den östlichen Bereich des Bergwerksfeldes werden statt des oberen Tonhorizontes pleistozäne Deckschichten beschrieben.

Untersuchungsstand
Nach den Erkundungen auf Ziegelton in den Jahren vor 1960 wurden im Jahre 1969 erneut 21 Bohrungen abgeteuft und das Material für einen Einsatz als Leichtbetonzuschlagsstoff analysiert. An 11 Proben wurden komplexe Rohstoffuntersuchungen durchgeführt.

Petrographische und qualitative Kennzeichnung
Es handelt sich um eine typische Rupeltonlagerstätte vgl. [3]. Die Anteile der Kornfraktion <2 µm liegen gemäß [1] und [2] im Durchschnitt der Lagerstätte bei über 53 M-% und die der Fraktion >20 M-% um etwa 20%.

Als vorkommende Tonminerale werden in den Untersuchungen aus dem Jahr 1971 Illit/Muskovit/Serizit und Montmorillonit/Vermiculit mit jeweils 33 % bzw. 28 % im Lagerstättendurchschnitt angegeben. Die Ergebnisse aus dem Jahr 1960 stellen Montmorillonit/Vermiculit sowie Mixed-Layer, Illit/Smectit, Corrensit Tonminerale als „viel“ vorkommend dar.

Hauptsächlich vorkommendes Nichttonmineral ist Quarz mit etwa 26 M-% im Lagerstättendurchschnitt.

Verwendungsmöglichkeiten
Die Tone wurden gemäß [1] bereits für den Bau des Mittellandkanals gewonnen und als Dichtungstone eingesetzt. Die Erkundungen auf Ziegelton in den Jahren vor 1960 weisen den Rohstoff als brauchbaren Ziegeleirohstoff aus, und die Ergebnisse der Erkundungen auf Blähton im Jahre 1969 führten zu zufriedenstellenden Ergebnissen für einen Einsatz des Materials als Leichtbetonzuschlagstoff.

Gemäß [3] eignet sich der Rupelton auch als Zumahlstoff für die Dachziegelherstellung und kann sehr gut für die Produktion von Hintermauerziegeln eingesetzt werden.
Mit Ausnahme der Einsatzmöglichkeit als Dichtungston wird auf weitere industrielle Anwendungsmöglichkeiten des Rohstoffes in der Literatur nicht eingegangen.

Abbausituation
Bei Jersleben befinden sich Altabbaue außerhalb des heutigen Bergwerksfeldes. Das Bergwerksfeld selbst ist unverritzt.
Der Rohstoffkörper ist großflächig einheitlich gelagert, weist gemäß [1] jedoch Schwankungen in der stofflichen Zusammensetzung auf, die Einfluss auf die Verarbeitungstechnologie haben können. Seine flachwellig verbogene Liegendfläche ist bei der Abbauführung ebenso zu berücksichtigen wie der Umstand, dass das von Grünsand gebildete Liegende gespanntes Grundwasser führt. Es wird mit einer für Tongruben typischen Wasserhaltung gerechnet.

In [1] werden für den Abbau mit Blick auf die hydrogeologischen Verhältnisse eine Sicherheitsbank zum Liegenden und ein sektionsweiser Abbau des Nutzhorizontes dargestellt. Vor Beginn des Grubenaufschlusses wird eine sachverständige bergtechnische Prüfung und Beurteilung empfohlen.

Vorratssituation
Die Vorratsabschätzung in [1] erfolgte nach der Methode der geologischen Blöcke mit einem Raumgewicht für den Ton von 2 t/m³. Unter Berücksichtigung von Sicherheitsbänken im Liegenden zum Grundwasser und Sicherheitsabständen zu oberirdisch verlaufenden Wegen und Freilandleitungen wurden 25 Mio. Tonnen an Vorräten der Vorratsklassen B, C 1 und C 2 bestimmt. Die vorkommenden Tonvarietäten wurden dabei nicht unterschieden.

In die Berechnung hat die nach dem Jahr 2001 errichtete Ortsumgehung Wolmirstedt der B 189 noch keinen Eingang gefunden.

Industrielle Bedeutung
Die den Erkundungen vor dem Jahr 1990 zugrunde liegenden Vorhaben für die Errichtung einer Großziegelei bzw. eines Porensinterwerks bei Magdeburg wurden nicht realisiert. Gemäß [3] hat das Material als Deponieton regionale Bedeutung und kann als Ausgangsmaterial für die Ziegeleiproduktion überregionale Bedeutung erlangen. Weitere industriemineralische Anwendungen des Rohstoffes bleiben zu untersuchen.


ÖFFENTLICHE PLANUNG

Landesplanerische Einordnung
keine
Quelle:
Landesentwicklungsplan des Landes Sachsen-Anhalt, in Kraft getreten am 12.03.2011.

Regionalplanerische Einordnung
Das Bergwerksfeld Jersleben/Elbeu ist weder als „Vorrang-“ noch als „Vorbehaltsgebiet Rohstoffsicherung“ gekennzeichnet. Mit Ausnahme der Bundesfernstraße B 189 sind einer Rohstoffgewinnung entgegen stehende Planungen nicht dargestellt.
Quelle:
Regionalplan Magdeburg, durch die oberste Landesplanungsbehörde genehmigt am 29.05.2006.

Bauleitplanung
Im Flächennutzungsplan der Gemeinde Jersleben, genehmigt mit Verfügung des Regierungspräsidiums Magdeburg vom 18.11.2002, ist das Bergwerksfeld Jersleben/Elbeu Nr. 474/90/702, Tonige Gesteine als Fläche für Abgrabungen ausgewiesen.

Im geltenden Flächennutzungsplan der Stadt Wolmirstedt mit den Ortsteilen Elbeu und Mose aus dem Jahr 1996 ist das Bergwerksfeld Jersleben/Elbeu Nr. 474/90/702, Tonige Gesteine ebenfalls als Fläche für Abgrabungen ausgewiesen.

Im Vorentwurf des Flächennutzungsplans der Stadt Wolmirstedt mit den Ortschaften Elbeu, Farsleben, Gildenberg und Mose, Stand Oktober 2013, ist das Bergwerksfeld Jersleben/Elbeu als Fläche für Abgrabung nicht mehr ausgewiesen. Hingegen wird dargestellt, dass der Ausbau des Mittellandkanals vorgesehen ist.
Der Bebauungsplan Nr. 2/92 für das Wohngebiet Elbeu tangiert die nordöstliche Feldesbegrenzung des Bergwerkseigentums Jersleben/Elbeu.


SCHUTZGEBIETE / BELASTUNGEN

Trinkwasserschutz
Keine Hinweise auf Betroffenheit, daher nicht gesondert geprüft.

Naturschutz
Das Bergwerksfeld Jersleben/Elbeu befindet sich vollständig innerhalb des Landschaftsschutzgebietes „Barleber und Jersleber See mit Elb- und Ohreniederung“.

Bodendenkmale
keine Anhaltspunkte

Altlasten/-verdacht
keine Anhaltspunkte


INFRASTRUKTUR / ERSCHLIEßUNG

Verkehrswege
Westlich von Wolmirstedt quert die Bundesfernstraße B 189 das Bergwerksfeld von Nord nach Süd. Über die Zufahrt zur B 189 nördlich des Bergwerksfeldes zwischen Jersleben und Elbeu besteht unmittelbarer Anschluss an das überörtliche Straßennetz. Die Bundesautobahn BAB 2 mit ihrer Anschlussstelle 70 – Magdeburg Zentrum – befindet sich in südlicher Richtung etwa 6 km entfernt.

Schienennetz
Von der östlich der Stadt Wolmirstedt entlang führenden Bahnstrecke zweigt in einem Gewerbegebiet ein Gleisanschluss in Richtung Umspannwerk ab. Dieses Gewerbegebiet nördlich von Wolmirstedt befindet sich ebenfalls unmittelbar an der B 189.
Das Güterverkehrszentrum „Hansehafen“ in Magdeburg-Rothensee befindet sich ca. 14 Straßenkilometer entfernt.

Wasserwege, Häfen
Direkt südlich des Bergwerksfeldes verläuft der Mittellandkanal. Die Güterhäfen der Stadt Magdeburg an der Elbe befinden sich etwa 14 Straßenkilometer entfernt.

Versorgungsleitungen
Strom- und Gasleitungen verlaufen entlang der Grenzen des Bergwerksfeldes. Über das Bergwerksfeld führt eine 20 kV-Mittelspannungsleitung parallel zu dem unbefestigten Weg.


BESONDERHEITEN

Dauerhafte Beschränkungen, Sicherheitspfeiler
Für den Aufschluss des Bergwerksfeldes wird aus hydrogeologischer Sicht gemäß [1] ein sektionsweiser Abbau empfohlen. Mögliche Synergien von zu planenden Sektionsgrenzen und den bereits über dem Bergwerksfeld befindlichen unbefestigten Wegen, der Bundesfernstraße B 189 sowie den für deren Errichtung durchgeführten Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen könnten bei einer künftigen Abbauplanung berücksichtigt werden.


DOKUMENTATION

Erkundungsbericht
Die vorgenannten Quellen sind bei der BVVG in Berlin nach vorheriger Terminvereinbarung einsehbar.

Haftungsausschluss
Die BVVG Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH stellt die Inhalte dieses Produktblattes mit Sorgfalt zusammen. Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen aber ohne Gewähr. Die Angaben dienen nur der unverbindlichen allgemeinen Information und ersetzen nicht die individuelle Befassung mit dem Objekt.

Stand der Informationen: 04/2014 mit folgender Aktualisierung in 10/2020: Luftbilder


ZUR BEACHTUNG
    • Bei dem Bergwerkseigentum Jersleben/Elbeu handelt es sich um eine Bergbauberechtigung im Sinne des Bundesberggesetzes (BBergG) vom 13.08.1980 (BGBl I S. 1310), in seiner aktuellen Fassung in Verbindung mit den Überleitungsvorschriften des Einigungsvertragsgesetzes vom 23.09.1990 (BGBl II S. 885), dem Gesetz zur Vereinheitlichung der Rechtsverhältnisse bei Bodenschätzen vom 15.04.1996 (BGBl I S. 602) und der Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung bergbaulicher Vorhaben vom 13.07.1990 (BGBl I S. 1420) in seiner aktuellen Fassung.
    • Das BBergG unterscheidet die bergbauliche Berechtigung und ihre Ausübung. Die Bergbauberechtigung vermittelt nur eine Rechtsposition, der Unternehmer erhält das Recht, Bodenschätze aufzusuchen und zu gewinnen. Er darf jedoch von dieser Berechtigung nicht ohne weiteres Gebrauch machen, zur Ausübung der Berechtigung, also zum tatsächlichen Abbau von Bodenschätzen kommt es erst, wenn der entsprechende Betriebsplan aufgestellt und von der zuständigen Bergbehörde zugelassen worden ist.
    • Es gelten die Regelungen für Bergwerkseigentum nach § 151 BBergG.
    • Die Grundstücke über dem Bergwerksfeld Jersleben/Elbeu gehören nicht zum Bergwerkseigentum.

Die Besichtigung des Bergwerksfeldes kann von öffentlichen Straßen und Wegen aus erfolgen. Wir weisen darauf hin, dass das ungenehmigte Befahren der das Bergwerksfeld überdeckenden Grundstücke nicht gestattet ist.


ALLGEMEINE INFORMATIONEN ZUR INTERESSENBEKUNDUNG

Die BVVG veröffentlicht auf ihrer Webseite www.bvvg.de in Abständen Informationen zum ihr verfügbaren Bergwerkseigentum.

Die Informationen dienen einem ersten Überblick zum jeweiligen Bergwerkseigentum. Interessenten können Ihr Erwerbsinteresse unter Angaben des betreffenden Bergwerkseigentums - vorzugsweise schriftlich - gegenüber der BVVG-Zentrale bekunden.

Die Vermarktung/Veräußerung des Bergwerkseigentums erfolgt grundsätzlich über öffentliche Ausschreibungen, um einem breiten Bewerberkreis die Möglichkeit zur Gebotsabgabe zu geben. Die Reihenfolge für die Ausschreibung des Bergwerkseigentums legt die BVVG intern fest; vorliegende Interessenbekundungen werden hierbei nach Möglichkeit berücksichtigt. In jedem Fall werden diejenigen Interessenten, deren Erwerbsinteresse zum Ausschreibungsbeginn bei der BVVG aktenkundig ist, über die Ausschreibung schriftlich informiert.

Nach vorheriger Terminabsprache mit dem o. g. Ansprechpartner kann in den Räumen der BVVG-Zentrale in ggf. vorhandene detaillierte Unterlagen zu dem jeweiligen Bergwerkseigentum Einsicht genommen werden.

Lage

Das Bergwerksfeld Jersleben/Elbeu liegt nördlich von Magdeburg bei Wolmirstedt am Mittellandkanal. Die Bundesfernstraße B 189 quert das Bergwerksfeld von Norden nach Süden. Über die nördlich des Bergwerksfeldes belegene Zufahrt zur B 189 ist das Bergwerksfeld verkehrstechnisch ohne Ortsdurchfahrten überregional erschlossen.

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Die dargestellte Position ist nur eine ungefähre Angabe der Lage.

Anlagen / Links

Kontaktdaten

  • Name
    Frau Dr. Sabine Dietrich
  • Firma
    BVVG - Bereich Verkauf/Verpachtung
  • Adresse
    Schönhauser Allee 120
    10437 Berlin
  • Tel. Durchwahl

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