Bergwerkseigentum Mittenwalde, Untergrundspeicherformation

Brandenburg, Dahme-Spreewald - Teltow-Fläming

Bergwerkseigentum Mittenwalde, Untergrundspeicherformation - Auszug aus dem Lageriss

Auszug aus dem Lageriss

Bergwerkseigentum Mittenwalde, Untergrundspeicherformation - Luftbild, Projektion des BWE (1)

Luftbild, Projektion des BWE (1)

Bergwerkseigentum Mittenwalde, Untergrundspeicherformation - Luftbild, Projektion des BWE (2)

Luftbild, Projektion des BWE (2)

Objektdaten

  • Objekt-Nr.
    VV61-2450-000614
  • Bundesland
    Brandenburg
  • Kreis
    Dahme-Spreewald
    Teltow-Fläming
  • Gemeinde
    Mittenwalde, Stadt
    Rangsdorf
  • Gemarkung
    Mittenwalde
    Brusendorf
    Groß Machnow
    Ragow
  • Flurstück
    keine
  • Objektart
    Bodenschätze-Interessenbekundung
  • Größe
    4.992.446 m²
  • Orientierungswert
    Die BVVG ruft zur Bekundung von Kaufinteresse unter Angabe von Preisvorstellungen auf.

Objekt­beschreibung

Für das Bergwerkseigentum Mittenwalde, Bodenschatzkennziffer 11, Formationen und Gesteine, die zur unterirdischen behälterlosen Speicherung geeignet sind, möchte die BVVG mit dieser Interessenbekundung potentielle Käufer ermitteln. In den Jahren vor 1990 wurden in dem heutigen Bergwerksfeld und den angrenzenden Strukturen geophysikalische Untersuchungen durchgeführt sowie Erkundungsbohrungen abgeteuft.

O
BJEKT

Bergwerkseigentum

Mittenwalde Nr. 266/90/916

Verliehen für den Bodenschatz

Formationen und Gesteine, die zur unterirdischen behälterlosen Speicherung geeignet sind

Größe des Bergwerksfeldes

4.992.446 m²

Rechtliche Einordnung

Altes Recht: aufrechterhaltenes altes Bergwerkseigentum gemäß § 151 BBergG

Oberflächennutzung

überwiegend landwirtschaftlich

Flächen der BVVG

Die BVVG besitzt über dem Bergwerksfeld Mittenwalde keine Flurstücke.


LAGERSTÄTTE

Quellen:

      [1] Schön, W. et al.: Ergebnisbericht über die geologischen Sucharbeiten am Salzstock Mittenwalde und in der Oderiner Mulde (Bohrungen Ug Mwa Kwh 3/74, 4/75, 5/76 zbd Ug Df 2/74 und 3/73), VEB Untergrundspeicher Mittenwalde, 30.09.1977, 276 Blatt inkl. Anlagen


      [2] Eckhardt: Stellungnahme zum Ergebnisbericht Kavernenobjekt Mittenwalde des VEB UGS Mittenwalde vom 30.07.1977, Ministerium für Geologie, Abt. Lagerstättenvorräte, Berlin, 24.07.1978


      [3] Protokoll Nr. 278/1879 der StVK über die Begutachtung des Ergebnisberichtes Sucharbeiten Kavernenobjekt Mittenwalde (Eignungsnachweis), Ministerium für Geologie, Vorsitzender der StVK, Berlin, 03.08.1978


      [4] Schulze, W.: Geologische Kurzcharakteristik von Bergwerkseigentum der Treuhandanstalt an Speicherraum für Untergrundspeicherung, Deponie oder Endlager, 28.11.1994, Seiten 27 bis 33


      [5] Saupe, H.: Gutachten zum Ergebnisbericht Salzstock Mittenwalde, Modellierung des Entnahme- und Versenkungsraumes (Simulationsmodell „Aquarium“), Forschungsinstitut EFEE, Gommern, 23.10.1978


Geologische Verhältnisse

Der Salzstock Mittenwalde liegt in der sogenannten Nordbrandenburg-Senke. Er wird von der Wassmannsdorfer und der Dabendorfer Mulde flankiert und sitzt einem Salzkissen auf. Der Salzstock hat eine ovale Form und kaum ausgeprägte Überhänge. Sein Caprock ist mit 300 m vergleichsweise mächtig. Das flache Dach des Salzstockes liegt in weniger als 200 m Teufe unter der Rasensohle.

Beziehungen des Salzstockes zu regionalen Störungszonen sind nicht erkennbar.

Untersuchungsstand

In dem Salzstock wurden innerhalb des heutigen Bergwerksfeldes 4 Bohrungen (1953, 1974-1976) abgeteuft sowie zwei Bohrungen (1974) in der ihm südwestlich vorgelagerten Randsenke. Der Salzstock besitzt eine ca. 3.000 m mächtige Kernzone und hat an der Tertiärbasis eine Ausdehnung von etwa 3,2 km x 1,6 km. Die Oberkante des Salzspiegels befindet sich ca. 430 m unter der Geländeoberfläche.

Zu hydrogeologischen Fragen im Zusammenhang mit der Bereitstellung von Wässern zur Aussolung und der Verbringung der Sole wurden in den 1970er Jahren erste Studien angefertigt.

Petrographische und qualitative Kennzeichnung

Der Halitit, das gesteinsbildende Mineral des Salzstockes Mittenwalde, ist zu 96 % aus Halit und zu 4 % aus Anhydrit aufgebaut. Stratigrafisch wird das Gestein dem Zechstein der Staßfurt-Folge zugeordnet.

Verwendungsmöglichkeiten

Gemäß [4] erscheint der Salzstock Mittenwalde aufgrund seiner geologischen und geografischen Verhältnisse hervorragend zur behälterlosen unterirdischen Speicherung geeignet. Die in Betracht gezogenen Szenarien für die Speicherung von Erdgas, Flüssiggas, Heizöl und Kraftstoff sowie für die Einlagerung flüssiger bzw. aufgeschlämmter Abprodukte erscheinen bei Auswahl der entsprechenden Teufenbereiche gleichermaßen möglich.

Nutzungssituation

Im Rahmen von Versuchsnutzungen zur Einlagerung von Kraftstoffen waren vor dem Jahr 1990 ausgehend von den Erkundungsbohrungen zwei Versuchskavernen mit einem Nutzvolumen von 3.000 m³ bzw. geplanten 20.000 m³ angelegt worden, vgl. [2].

Nutzungspotential

Gemäß [4] ist in Teufen von 500 m und tiefer beispielsweise die Anlage von mehr als 20 Kavernen zur Nutzung als Gasspeicher möglich. Bereits in [1] werden die Gas, Flüssiggas-, Heizöl-, Kraftstoff- und Rohölspeicherung sowie die Speicherung anderer Medien überschlägig eingeschätzt und positiv beurteilt.


RAUMORDNUNG

Landesplanerische Einordnung

Untergrundspeicherung wird im Landesentwicklungsprogramm nicht gesondert erwähnt. Der Nutzung als Untergrundspeicher entgegenstehende Planungen sind für den Bereich des Bergwerksfeldes Mittenwalde nicht erkennbar.


Quelle:


Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg vom 31.03.2009, in Kraft getreten am 15.05.2009

Regionalplanerische Einordnung

Untergrundspeicherung wird in den Regionalplänen nicht gesondert erwähnt.


Quellen:



Regionalplan Havelland-Fläming 2020 in Aufstellung (2. Entwurf vom 24.10.2013) und Regionalplan Lausitz-Spreewald, seit März 2009 rechtskräftig

Bauleitplanung

Das Bergwerksfeld Mittenwalde ist die den Flächennutzungsplänen der betroffenen Gemeinden als „Fläche für behälterlose unterirdische Gasspeicherung“ ausgewiesen.


Quellen:



Gesamt-Flächennutzungsplan der Stadt Mittenwalde, rechtswirksam seit 20.06.2012, und Flächennutzungsplan der Gemeinde Rangsdorf, genehmigt unter Ausnahmen von Flächen am 20.03.2012


SCHUTZGEBIETE

Trinkwasserschutz

keine Anhaltspunkte für ausgewiesene Trinkwasserschutzgebiete vorhanden; daher nicht gesondert geprüft

Naturschutz

Das Bergwerksfeld befindet sich vollumfänglich innerhalb des Landschaftsschutzgebietes „Notte-Niederung“. Mehrere kleinräumige Biotope (§ 32-Flächen) liegen über dem Bergwerksfeld.

Bodendenkmale

mehrere Bodendenkmale sind vorhanden, vgl. Ausweisung in den vorgenannten Flächennutzungsplänen

Altlasten/Kampfmittel/-verdacht

keine Anhaltspunkte erkennbar; daher nicht gesondert geprüft


INFRASTRUKTUR

Straßen

Über das Bergwerksfeld führen Verbindungen des örtlichen Straßennetzes. Es besteht in wenigen Straßenkilometern Anschluss an die Bundesfernstraßen B 96 und B 246 sowie die Bundesautobahnen BAB 10 (Anschlussstelle AS 12 Rangsdorf) und die BAB 13 (Anschlussstelle AS 2 Ragow u.a.).

Schienenwege

Westlich und östlich des Bergwerksfeldes verlaufen in ca. 6 km bzw. 8 km Entfernung die Bahnstecken Berlin – Dresden bzw. Berlin – Cottbus. Eine beide Stecken verbindende, stillgelegte Strecke verläuft unmittelbar südlich der Stadt Mittenwalde.

Häfen

In der ca. 10 km östlich gelegenen Stadt Königs Wusterhausen befindet sich an der Dahme ein Güterhafen, der auch über Gleisanschluss zu den vorgenannten Schienenwegen verfügt.

Luftverkehr

Etwa 10 km nordöstlich liegt der internationale Verkehrsflughafen Berlin Brandenburg in Schönefeld.

Erdgasleitungen

Im östlichen Teil des Bergwerksfeldes und angrenzend verlaufen gemäß dem Flächennutzungsplan der Stadt Mittenwalde Erdgashochdruckleitungen.

Erdölleitungen

Der Standort Mittenwalde befindet sich ca.15 km von der Erdölleitung Schwedt-Leuna entfernt.


BESONDERHEITEN

Verbindung zu anderen Projekten

Im Rahmen der Erkundungsarbeiten wurde geophysikalisch in einem Randsenkenbereich eine Pleistozänrinne identifiziert, die für die Grundwasserbewirtschaftung des Berliner Raumes Bedeutung haben kann [1], [3], [4].

Rechtliche Hinweise


Gegenstand dieses Interessenbekundungsverfahrens ist allein das Bergwerkseigentum Mittenwalde. Die im Bereich des Bergwerksfeldes belegenen Flächen, die im Eigentum Dritter stehen, mit deren wesentlichen Bestandteilen sind nicht Gegenstand der Interessenbekundung.

In der Vergangenheit haben im Bereich des Bergwerkseigentums Mittenwalde bereits bergbauliche Tätigkeiten stattgefunden. Es befinden sich dort nach den vorliegenden Informationen verfüllte Versuchskavernen, vgl. [4].

Die BVVG wird Kaufinteressenten ihr Einverständnis erteilen, dass diese auch bei der zuständigen Bergbehörde, dem Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe des Landes Brandenburg Akteneinsicht nehmen.

In einem Kaufvertrag betreffend das Bergwerkseigentum Mittenwalde wird sich die BVVG von jeglicher bergrechtlicher Verantwortlichkeit nach § 58 (2) BBergG auch für bergbauliche Tätigkeiten in der Vergangenheit freistellen lassen.


DOKUMENTATION

Erkundungsbericht

Die vorgenannten Quellen sind bei der BVVG nach Terminvereinbarung einsehbar.

Haftungsausschluss

Die BVVG Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH stellt die Inhalte dieses Produktblattes mit Sorgfalt zusammen. Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen aber ohne Gewähr. Die Angaben dienen nur der unverbindlichen allgemeinen Information und ersetzen nicht die individuelle Befassung mit dem Objekt.

Stand der Informationen: 04/2014 mit folgenden Aktualisierungen in 10/2020: Flächenverfügbarkeit und Luftbilder


ZUR BEACHTUNG

    • Bei dem Bergwerkseigentum Mittenwalde handelt es sich um eine Bergbauberechtigung im Sinne des Bundesberggesetzes (BBergG) vom 13.08.1980 (BGBl I S. 1310), in seiner aktuellen Fassung in Verbindung mit den Überleitungsvorschriften des Einigungsvertragsgesetzes vom 23.09.1990 (BGBl II S. 885), dem Gesetz zur Vereinheitlichung der Rechtsverhältnisse bei Bodenschätzen vom 15.04.1996 (BGBl I S. 602) und der Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung bergbaulicher Vorhaben vom 13.07.1990 (BGBl I S. 1420) in seiner aktuellen Fassung.
    • Das BBergG unterscheidet die bergbauliche Berechtigung und ihre Ausübung. Die Bergbauberechtigung vermittelt nur eine Rechtsposition, der Unternehmer erhält das Recht, Bodenschätze aufzusuchen und zu gewinnen. Er darf jedoch von dieser Berechtigung nicht ohne weiteres Gebrauch machen, zur Ausübung der Berechtigung, also zum tatsächlichen Abbau von Bodenschätzen kommt es erst, wenn der entsprechende Betriebsplan aufgestellt und von der zuständigen Bergbehörde zugelassen worden ist.
    • Es gelten die Regelungen für Bergwerkseigentum nach § 151 BBergG.
    • Die Grundstücke über dem Bergwerksfeld Mittenwalde gehören nicht zum Bergwerkseigentum.

Die Besichtigung des Bergwerksfeldes kann von öffentlichen Straßen und Wegen aus erfolgen. Wir weisen darauf hin, dass das ungenehmigte Befahren der das Bergwerksfeld überdeckenden Grundstücke nicht gestattet ist.


ALLGEMEINE INFORMATIONEN ZUR INTERESSENBEKUNDUNG

Die BVVG veröffentlicht auf ihrer Webseite Informationen zum ihr verfügbaren Bergwerkseigentum.

Die Informationen dienen einem ersten Überblick zum jeweiligen Bergwerkseigentum. Interessenten können Ihr Erwerbsinteresse unter Angaben des betreffenden Bergwerkseigentums - vorzugsweise schriftlich - gegenüber der BVVG-Zentrale bekunden.

Die Vermarktung/Veräußerung des Bergwerkseigentums erfolgt grundsätzlich über öffentliche Ausschreibungen, um einem breiten Bewerberkreis die Möglichkeit zur Gebotsabgabe zu geben. Die Reihenfolge für die Ausschreibung des Bergwerkseigentums legt die BVVG intern fest; vorliegende Interessenbekundungen werden hierbei nach Möglichkeit berücksichtigt. In jedem Fall werden diejenigen Interessenten, deren Erwerbsinteresse zum Ausschreibungsbeginn bei der BVVG aktenkundig ist, über die Ausschreibung schriftlich informiert.

Nach vorheriger Terminabsprache mit dem o. g. Ansprechpartner kann in den Räumen der BVVG-Zentrale in ggf. vorhandene detaillierte Unterlagen zu dem jeweiligen Bergwerkseigentum Einsicht genommen werden.

Lage

Das Bergwerksfeld liegt zentral im Land Brandenburg im Ballungsraum südlich von Berlin. Es befindet sich südwestlich des Autobahnkreuzes „Schönefelder Kreuz“ der BAB 10 und BAB 13 nördlich der Stadt Mittenwalde. Die Geländeoberfläche ist über das örtliche Straßennetz erschlossen.

Google Maps

Mit dem Laden der Karte akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Google.
Mehr erfahren

Karte laden

Die dargestellte Position ist nur eine ungefähre Angabe der Lage.

Anlagen / Links

Kontaktdaten

  • Name
    Frau Dr. Sabine Dietrich
  • Firma
    BVVG - Bereich Verkauf/Verpachtung
  • Adresse
    Schönhauser Allee 120
    10437 Berlin
  • Tel. Durchwahl

Direktanfrage

Wichtig: Bitte senden Sie über dieses Kontaktformular keine Gebote!
Gebote senden Sie ausschließlich an: gebote@bvvg.de oder per Post an:
BVVG – Ausschreibungsbüro, Postschließfach 55 01 34, 10371 Berlin

 SSL-verschlüsselt