Bergwerkseigentum Niederwürschnitz, Tonrohstoffe

Sachsen, Erzgebirgskreis

Bergwerkseigentum Niederwürschnitz, Tonrohstoffe - Auszug aus dem Lageriss

Auszug aus dem Lageriss

Bergwerkseigentum Niederwürschnitz, Tonrohstoffe - Luftbild, Projektion des BWE (1)

Luftbild, Projektion des BWE (1)

Bergwerkseigentum Niederwürschnitz, Tonrohstoffe - Luftbild, Projektion des BWE (2)

Luftbild, Projektion des BWE (2)

Objektdaten

  • Objekt-Nr.
    VV21-2450-001014
  • Bundesland
    Sachsen
  • Kreis
    Erzgebirgskreis
  • Gemeinde
    Niederwürschnitz
  • Gemarkung
    Niederwürschnitz
  • Flurstück
    keine
  • Objektart
    Bodenschätze-Interessenbekundung
  • Größe
    242.282 m²
  • Orientierungswert
    Die BVVG ruft zur Bekundung von Kaufinteresse unter Angabe von Preisvorstellungen auf.

Objekt­beschreibung

Für das Bergwerkseigentum Niederwürschnitz - verliehen auf den Bodenschatz tonige Gesteine zur Herstellung von Mauerklinkern und Hartbrandziegeln - werden potentielle Käufer gebeten Interessenbekundungen abzugeben.
Die Ziegeltonlagerstätte Niederwürschnitz wurde in den Jahren 1963/64 mit mehr als 30 Bohrungen erkundet. Innerhalb des Bergwerksfeldes wurde der Ton bereits in geringem Umfang für das ehemalige Ziegelwerk abgebaut. Die erkundeten Schiefertone reichen ca. 12 m tief.

OBJEKT

Bergwerkseigentum

Niederwürschnitz

Verliehen für den Bodenschatz

tonige Gesteine zur Herstellung von Mauerklinkern und Hartbrandziegeln

Größe des Bergwerksfeldes

242.282 m²

Rechtliche Einordnung

Altes Recht: aufrechterhaltenes Bergwerkseigentum gemäß § 151 BBergG

Oberflächennutzung

überwiegend landwirtschaftliche Nutzung, Deponiebetrieb, Feldbahn

Flächen der BVVG

Die BVVG besitzt über dem Bergwerksfeld Niederwürschnitz keine Grundstücke.


LAGERSTÄTTE


Quellen:

      [1] Thiele, Gotte (1965): Ergebnisbericht mit Vorratsberechnung über die in den Jahren 1963 und 1964 durchgeführten geologischen Erkundungsarbeiten auf Ziegelton in Niederwürschnitz/Krs. Stollberg/Erzgeb. mit 20 Anlagen, VVB Feste Minerale und VEB Geologische Erkundung Süd, Freiberg/Sa., 22.11.1965, 50 S. zzgl. Anlagen


      [2] Hochberger, Weihrauch (1965/1966): Überprüfungsbericht zur Vorratsberechnung Ziegelton Niederwürschnitz, Zentrale Vorratskommission für mineralische Rohstoffe, Berlin, 09.12.1965, 12 S. und Ergänzung vom 17.01.1966, 1 S.


      [3] Gedal, L. (1994): Gutachten zur Feststellung der Vorräte an tonigen Gesteinen zur Herstellung von Mauerklinkern und Hartbrandziegeln innerhalb des Bergwerksfeldes Niederwürschnitz, GP Tonrohstoffe GmbH, Halle, 15.11.1994, 9 S., 4 Anlagen


      [4] Thierbach, M. (1996): Einschätzung und Bewertung des Bergwerksfeldes Niederwürschnitz - Tonige Gesteine zur Herstellung von Mauerklinkern und Hartbrandziegeln -, GLU Geologische Landesuntersuchung GmbH, Freiberg, 09.09.1996, 20 S. zzgl. 11 Anlagen


      [5] Dietel (2001): Recherche zur Lagerstätte toniger Rohstoffe in Niederwürschnitz, Regierungsbezirk Chemnitz, TABERG Planungsbüro GmbH, Chemnitz, 01.03.2001, 5 Seiten zzgl. 2 Anlagen mit Nachtrag, 27.03.2001, 2 Seiten zzgl. 2 Anlagen


      [6] Karte der oberflächennahen Rohstoffe der Bundesrepublik Deutschland 1:200 000, Blatt Dresden CC 5542, 2005


Geologische Verhältnisse

Die Ziegeltonlagerstätte Niederwürschnitz liegt am Ostrand des Erzgebirgischen Beckens, einer mit Sedimentgesteinen des Karbons und Rotliegenden ausgefüllten Mulde, zwischen Erzgebirge und Granulitgebirge. Der von durchschnittlich 0,3 m Mutterboden überdeckte Rohstoffkörper baut sich aus variierenden Anteilen holozäner Auelehme (im Bergwerksfeld nur im äußersten Südostteil vorkommend), sogenannten Gehängelehmen (im Mittel 3 m mächtig) und Unterrotliegendmaterial auf. Das Unterrotliegendmaterial wird als Wechsellagerung von Schiefertonen und -letten sowie verwittertem und konglomeratischem Sandstein beschrieben. Die nachgewiesenen Schiefertone reichen im Bergwerksfeld ca. 12 m tief. Sie sind von 0 bis über 3 m mächtigen sandigen und Sandsteinlagen durchsetzt.

Untersuchungsstand

Die Lagerstätte bei Niederwürschnitz wurde in den Jahren 1963/1964 geologisch erkundet. Es wurden Rohstoffvorräte für zwei ehemalig regional ansässige Ziegelwerke mit einer Jahresproduktion von insgesamt 13 Mio. NF-Einheiten für mehr als 36 Jahre nachgewiesen. Etwa 30 der damaligen Bohrungen betreffen das heutige Bergwerksfeld Niederwürschnitz. Zusätzliche Erkenntnisse aus den Rißwerken der bis 1989 aktiven Gewinnung wurden durch [3], [4] und [5] für die Beurteilung des Bergwerkseigentums herangezogen.

Petrographische und qualitative Kennzeichnung

Tonmineralogische und keramtechnische Angaben liegen in den Erkundungsberichten für Mischproben der Tonrohstofffolge vor - mit Blick auf die ehemalige Gewinnung per Eimerkettenbagger. Es handelt sich um recht gut verarbeitbare ziegelrot bis braun brennende Tone. [6] beschreibt im Tonmineralanteil eine Illit-Muskovit-Vormacht. Der Kaolinit-Anteil beläuft sich auf ca. 4 M-%, in der < 2µm-Fraktion auf 16-30 M-%.

Die zum Teil körnigen bzw. konkretionären Sandsteinanteile erfordern eine Aufbereitung. Der Aufschluss der Tonmineralbestandteile lässt sich durch Haldung verbessern.

Verwendungsmöglichkeiten

Der Rohstoff eignet sich gemäß der ehemaligen Verwendung zur Herstellung von baukeramischen Erzeugnissen, Ziegeln unterschiedlicher Qualitäten und gemäß [6] als Versatzmaterial für Fliesen und Platten.

Die Einsatzmöglichkeiten der einzelnen vorkommenden Rohstoffvarietäten bleiben zu untersuchen.

Abbausituation

Der Abbau in der ehemaligen Tongrube Niederwürschnitz ist eingestellt. Inmitten des Bergwerksfeldes befindet sich das mit Erdstoffen wiederverfüllte Tagebaurestloch.

Für eine künftige Tagebauführung wird mit Blick auf die Böschungsgestaltung und Wasserhaltung auf an den Schichtgrenzen und im Liegenden der Lagerstätte austretende Sickerwässer hingewiesen.

Vorratssituation

Im Verbreitungsgebiet liegen mehr als 10 Mio. Tonnen erkundeter Rohstoffvorräte vor. Davon befinden sich im unverritzten und nicht blockierten Teil des Bergwerksfeldes Niederwürschnitz gemäß [4] nach Abzug von 15% Gewinnungsverlusten etwa 3 Mio. Tonnen.

Industrielle Bedeutung

Die Lagerstätte hat aufgrund der erheblichen Ressourcen an zersetzten Schiefertonen (Letten) und dem bundesweiten Absatz der erzeugbaren Fertigprodukte überregionale Bedeutung.

Die Eignung des Standortes für die Errichtung eines Deponiebauwerkes nach der Austonung bleibt zu prüfen.


RAUMORDNUNG

Landesplanerische Einordnung

Gem. der Erläuterungskarte 10 (Steine-Erden) zum Landesentwicklungsplan 2013 des Freistaates Sachsen beinhaltet das Bergwerksfeld Niederwürschnitz Lehme und Mergel der höchsten Wertigkeitsklasse.

Regionalplanerische Einordnung

keine, auch keine anderweitige Planung


Quelle:



Regionalplan Chemnitz-Erzgebirge Fortschreibung, beschlossen durch Satzung des Regionalen Planungsverbandes vom 04.06.2008, in der Fassung gemäß Genehmigungsbescheid vom 10.07.2008, öffentlich bekannt gemacht und in Kraft getreten am 31.07.2008.

Kommunale Planung

nicht bekannt


SCHUTZGEBIETE / BELASTUNGEN

Trinkwasserschutz,
Hochwasserschutz

keine Hinweise

Naturschutz

Landschaftsschutzgebiet Seegen im nördlich der Feldbahn belegenen Feldesteil

Bodendenkmale, Altlasten/-verdacht

keine Anhaltspunkte


INFRASTRUKTUR / ERSCHLIEßUNG

Verkehrswege

Über das örtliche Straßennetz besteht in ca. 1 km Entfernung Anbindung an die Bundesautobahn BAB 72,
Anschlussstelle Stollberg Nord.

Industriell-gewerbliche Standorte

Ebenfalls ca. 2 km entfernt befindet sich in Stollberg, OT Niederdorf zwischen der Bundesautobahn BAB 72 und Eisenbahnstrecken ein ca. 16,8 ha großer raumordnerisch ausgewiesener industriell-gewerblicher Vorsorgestandort.


BESONDERHEITEN

Dauerhafte
Beschränkungen

Das westlich an das Bergwerksfeld grenzende Gelände der ehemaligen Ziegelei Drechsler wird vom Niederwürschnitzer Förderverein e. V. als Freizeitgelände Alte Ziegelei (FAZ) genutzt. Der Verein betreibt auch die ehemalige Feldbahn auf dem Bergwerksfeld.

Der bereits verritzte Feldesteil, die sogenannte Schaftreibe und die Feldbahn blockieren etwa 30.000 m² des Bergwerksfeldes.

Erweiterungsmöglichkeiten

Die Tonrohstoffe sind über die Feldesfläche des Bergwerkseigentums hinaus verbreitet und wurden in Teilen bereits gewonnen. Der tatsächliche Nachweis von Rohstoffvorräten außerhalb des Bergwerksfeldes bedarf weiterer Erkundung.

Altbergbau

In der Erläuterungskarte 10* zum geltenden Regionalplan, Gebiete mit unterirdischen Hohlräumen, ist die Gemeindefläche von Niederwürschnitz als „Hohlraumgebiet“ bzw. als „Hohlraumverdachtsfläche“ des ehemaligen Steinkohlenreviers Lugau/Olesnitz ausgewiesen. Die ehemalige Johanneszeche (Steinkohlentiefbau) mit drei Abraumhalden befindet sich ca. 500 m westlich des Bergwerksfeldes. Fragen des Altbergbaus hat die BVVG nicht gesondert geprüft.


DOKUMENTATION

Erkundungsbericht

Die vorgenannten Quellen sind, soweit sie nicht ohnehin öffentlich sind, bei der BVVG nach Terminvereinbarung einsehbar.

Haftungsausschluss

Die BVVG Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH stellt die Inhalte dieses Produktblattes mit Sorgfalt zusammen. Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen aber ohne Gewähr. Die Angaben dienen nur der unverbindlichen allgemeinen Information und ersetzen nicht die individuelle Befassung mit dem Objekt.

Stand der Informationen: 02/2014 mit folgender Aktualisierung in 10/2020: Luftbilder


ZUR BEACHTUNG

    • Bei dem Bergwerkseigentum Niederwürschnitz handelt es sich um eine Bergbauberechtigung im Sinne des Bundesberggesetzes (BBergG) vom 13.08.1980 (BGBl I S. 1310), in seiner aktuellen Fassung in Verbindung mit den Überleitungsvorschriften des Einigungsvertragsgesetzes vom 23.09.1990 (BGBl II S. 885), dem Gesetz zur Vereinheitlichung der Rechtsverhältnisse bei Bodenschätzen vom 15.04.1996 (BGBl I S. 602) und der Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung bergbaulicher Vorhaben vom 13.07.1990 (BGBl I S. 1420) in seiner aktuellen Fassung.
    • Das BBergG unterscheidet die bergbauliche Berechtigung und ihre Ausübung. Die Bergbauberechtigung vermittelt nur eine Rechtsposition, der Unternehmer erhält das Recht, Bodenschätze aufzusuchen und zu gewinnen. Er darf jedoch von dieser Berechtigung nicht ohne weiteres Gebrauch machen, zur Ausübung der Berechtigung, also zum tatsächlichen Abbau von Bodenschätzen kommt es erst, wenn der entsprechende Betriebsplan aufgestellt und von der zuständigen Bergbehörde zugelassen worden ist.
    • Es gelten die Regelungen für Bergwerkseigentum nach § 151 BBergG.
    • Die Grundstücke über dem Bergwerksfeld Niederwürschnitz gehören nicht zum Bergwerksfeld.

Die Besichtigung des Bergwerksfeldes kann von öffentlichen Straßen und Wegen aus erfolgen. Wir weisen darauf hin, dass das ungenehmigte Befahren der das Bergwerksfeld überdeckenden Grundstücke nicht gestattet ist.


ALLGEMEINE INFORMATIONEN ZUR INTERESSENBEKUNDUNG

Die BVVG veröffentlicht auf ihrer Webseite in Abständen Informationen zum ihr verfügbaren Bergwerkseigentum.

Die Informationen dienen einem ersten Überblick zum jeweiligen Bergwerkseigentum. Interessenten können Ihr Erwerbsinteresse unter Angaben des betreffenden Bergwerkseigentums - vorzugsweise schriftlich - gegenüber der BVVG-Zentrale bekunden.

Die Vermarktung/Veräußerung des Bergwerkseigentums erfolgt grundsätzlich über öffentliche Ausschreibungen, um einem breiten Bewerberkreis die Möglichkeit zur Gebotsabgabe zu geben. Die Reihenfolge für die Ausschreibung des Bergwerkseigentums legt die BVVG intern fest; vorliegende Interessenbekundungen werden hierbei nach Möglichkeit berücksichtigt. In jedem Fall werden diejenigen Interessenten, deren Erwerbsinteresse zum Ausschreibungsbeginn bei der BVVG aktenkundig ist, über die Ausschreibung schriftlich informiert.

Nach vorheriger Terminabsprache mit dem o. g. Ansprechpartner kann in den Räumen der BVVG-Zentrale in ggf. vorhandene detaillierte Unterlagen zu dem jeweiligen Bergwerkseigentum Einsicht genommen werden.

Lage

Das Bergwerksfeld Niederwürschnitz befindet sich südwestlich von Chemnitz im Freistaat Sachsen. Es liegt unmittelbar an der Bundesautobahn BAB 72, die über die Anschlussstelle Stollberg Nord in ca. 1 km Entfernung erreichbar ist.

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Die dargestellte Position ist nur eine ungefähre Angabe der Lage.

Anlagen / Links

Kontaktdaten

  • Name
    Frau Dr. Sabine Dietrich
  • Firma
    BVVG - Bereich Verkauf/Verpachtung
  • Adresse
    Schönhauser Allee 120
    10437 Berlin
  • Tel. Durchwahl

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