Bergwerkseigentum Nieklitz, Kiese und Kiessande

Mecklenburg-Vorpommern, Ludwigslust-Parchim

Bergwerkseigentum Nieklitz, Kiese und Kiessande - Auszug aus dem Lageriss

Auszug aus dem Lageriss

Bergwerkseigentum Nieklitz, Kiese und Kiessande - Luftbild, Projektion des BWE (1)

Luftbild, Projektion des BWE (1)

Bergwerkseigentum Nieklitz, Kiese und Kiessande - Luftbild, Projektion des BWE (2)

Luftbild, Projektion des BWE (2)

Objektdaten

  • Objekt-Nr.
    VV76-2450-001815
  • Bundesland
    Mecklenburg-Vorpommern
  • Kreis
    Ludwigslust-Parchim
  • Gemeinde
    Gallin
    Vellahn
  • Gemarkung
    Nieklitz
    Tüschow
  • Flurstück
    keine
  • Objektart
    Bodenschätze-Interessenbekundung
  • Größe
    591.420 m²
  • Orientierungswert
    Die BVVG ruft zur Bekundung von Kaufinteresse unter Angabe von Preisvorstellungen auf.

Objekt­beschreibung

Für das Bergwerkseigentum Nieklitz, Bodenschatz Kiese und Kiessande zur Herstellung von Betonzuschlagstoffen, möchte die BVVG potentielle Käufer ermitteln und ruft hiermit zur Abgabe von Interessenbekundungen auf.
Das Bergwerksfeld liegt befindet sich am Jölkenberg, einem saalekaltzeitlichen, NE-SW streichenden Endmoränenhöhenrücken. Die Erkundungsunterlagen aus den 1960er Jahren lassen auf geologische Vorräte von überschlägig 6 Mio. Tonnen an Sanden und Kiesen schließen. Das Bergwerksfeld ist unverritzt.

OBJEKT

Bergwerkseigentum

Nieklitz (Nr. 87/90/604)

Verliehen für den Bodenschatz

9.23, Kiese und Kiessande zur Herstellung von Betonzuschlagstoffen

Größe des Bergwerksfeldes

591.420 m²

Rechtliche Einordnung

aufrechterhaltenes altes Bergwerkseigentum gemäß § 151 BBergG

Oberflächennutzung

Das Bergwerksfeld liegt im Nieklitzer Holz. Seine Geländeoberfläche wird forstwirtschaftlich genutzt.

Flächen der BVVG

Über dem Bergwerksfeld Nieklitz besitzt die BVVG keine Grundstücke.


LAGERSTÄTTE


Quellen:

      [1] Liedke (1966): Ergebnisbericht über die Sucharbeiten auf Kiessand Hagenow 1963, Bezirk Schwerin, mit Vorratsberechnung. - Rat des Bezirkes Schwerin, Bezirksstelle für Geologie, 16.12.1966, 16 Seiten, 11 Anlagen - auszugsweise,


      [2] Karte der oberflächennahen Rohstoffe 1:200 000, Erl. Bl. CC 3126 Hamburg-Ost, 46 S., 1 Kt, Hannover 1996.


Geologische Verhältnisse

Die Kiessandlagerstätte befindet sich am Jölkenberg, einem NE-SW streichenden Endmoränenhöhenrücken auf der Greven-Granziner Hochfläche. Der Jölkenberg ist aus saalezeitlichen glazifluviatilen Kiesen und Sanden aufgebaut. Zum Abraum zählen humose, verunreinigte und bindige bis schluffige Sande sowie Geschiebemergel und -lehme mit Mächtigkeiten zwischen 0,5 m und 5 m, im Mittel 1,2 m. Das Liegende bilden Geschiebemergel. Der Grundwasserspiegel wurde mit keiner Erkundungsbohrung angetroffen.

Untersuchungsstand

Der vorliegende Kenntnisstand beruht im Wesentlichen auf den Sucharbeiten aus dem Jahr 1963 im Raum Hagenow, die zum Nachweis der Lagerstätte bei Nieklitz führten. Das heutige Bergwerksfeld Nieklitz entspricht dem in der damaligen Staatsforst Nieklitz liegenden Teil des kleinen Kiessandvorkommens. Während der Sucharbeiten wurden 31 Bohrungen in Abständen von 100 m bis 500 m gestoßen. Zu allen liegen die Schichtenverzeichnisse im Ergebnisbericht vor. An 6 Mischproben wurden Eignungsuntersuchungen gemäß den Anfang der 1960er Jahren geltenden TGL’n vorgenommen. Nach Aufbereitung ergaben sich brauchbare Kiessande. Die seinerzeit erbohrten Schichtkomplexe zeigen stark variablen Charakter und sind vermutlich in einer für glazifluviatile Geflechte typischen Form als Bänke, Lagen und Bänder ausgebildet.

Petrographische und qualitative Kennzeichnung

Die Kiese und gemischtkörnigen Sande der seinerzeit untersuchten Mischproben hatten Kiesgehalte 2-25,0 mm von durchschnittlich 18,4 % bzw. Kiesgehalte 2-12,5 mm von durchschnittlich 14,1 %. Ihr Sandgehalt 0,2-2 mm betrug im Mittel 72,7 %. Alle rohstofftechnologisch untersuchten Mischproben erwiesen sich entsprechend den Anfang der 1960er Jahre geltenden TGL’n nach Aufbereitung mittels Sprühwäsche und Absiebung als geeignet für Betonkies/Betonkiessand, Betonsand und Mörtelsand. Als Bettungskiessand sind die Rohstoffe allgemein einsetzbar. Schädigende Substanzen wurden im zulässigen bzw. beherrschbaren Umfang festgestellt. Hinsichtlich der Frostbeständigkeit und AKR wird auf den Gehalt an porösem Kalkstein und Kalkmergel hingewiesen.

Verwendungsmöglichkeiten

Die Sande und Kiese der Region finden als Füllmaterial für den Straßen- und Wegebau Verwendung. Nach Aufbereitung werden sie auch als Betonzuschlagstoffe und für andere Bauzwecke eingesetzt.

Abbausituation

Das Bergwerksfeld Nieklitz ist unverritzt. Aufgrund seiner Hochlage stehen die Nutzmaterialien zur Gewinnung im Trockenschnitt an.

Vorratssituation

Seinerzeit wurde das Vorkommen saalezeitlicher glazifluviatiler Kiessande im Gebiet Nieklitz auf einer Fläche von 49,6 ha nachgewiesen. Sein Lagerstätteninhalt wurde mit 6,2 Mio. Tonnen angegeben.

Industrielle Bedeutung

Nach den vorliegenden Unterlagen besitzt die Lagerstätte Nieklitz aufgrund ihrer für die Region typischen Qualität und der geringen Ergiebigkeit lokale bis regionale Bedeutung.


ÖFFENTLICHE PLANUNG

Landesplanerische Einordnung

Das Bergwerksfeld ist von einem Vorbehaltsgebiet für Naturschutz und Landschaftspflege betroffen.


Quelle:


LEP Mecklenburg-Vorpommern vom 30.05.2005, in Kraft getreten am 01.01. 2006 (derzeit in Fortschreibung, 2. Entwurf des LEP M-V 2016 seit Juni 2015 vorliegend)

Regionalplanerische Einordnung

Das Bergwerksfeld liegt vollumfänglich, jedoch in Randlage eines Vorbehaltsgebietes für Naturschutz und Landschaftspflege; für die Rohstoffsicherung ist es derzeit nicht ausgewiesen. Im Kartenwerk der oberflächennahen Rohstoffe von Mecklenburg-Vorpommern ist es mit der Sicherungswürdigkeitsklasse 2 verzeichnet.


Quellen:


Regionales Raumentwicklungsprogramm Westmecklenburg, als Landesverordnung festgesetzt und veröffentlicht im Amtsblatt für Mecklenburg-Vorpommern Nr.
3 vom 13.01.2012, Kartenportal
https://www.umweltkarten.mv-regierung.de/atlas/script/index.php (Landesentwicklung)

Kommunale Planung

Hinweise auf etwaige Überplanungen des Bergwerksfeldes liegen nicht vor und wurden nicht gesondert geprüft.


Quelle:


BVVG-GIS


SCHUTZGEBIETE / BELASTUNGEN

Trinkwasserschutz

Das Bergwerksfeld liegt nicht innerhalb von Trinkwasserschutzgebieten. Gesonderte Prüfungen erfolgten nicht.


Quellen:


BVVG-G
IS, Regionales Raumentwicklungsprogramm Westmecklenburg gemäß Verordnung über das Regionale Raumentwicklungsprogramm, verkündet am 31.08.2011 im Gesetz- und Verordnungsblatt M-V (GVOBl. 2011 S. 944), lt. Amtsblatt M-V Nr. 3 vom 13.01.2012, Internet

Naturschutz

Das Bergwerksfeld liegt vollumfänglich im Vogelschutzgebiet SPA „Schaale-Schildetal mit angrenzenden Wäldern und Feldmark“.


Quellen:


BVVG-GIS: Fachdatenlayer

Bodendenkmale

Hinweise auf etwaige Bodendenkmale im Bereich des Bergwerksfeldes liegen nicht vor und wurden nicht gesondert geprüft.


Quelle:


BVVG-GIS: Topographische Karte TK25

Altlasten/-verdacht

Hinweise auf etwaige Altlasten liegen nicht vor und wurden nicht gesondert geprüft.


INFRASTRUKTUR / ERSCHLIEßUNG

Verkehrswege

Über das örtliche Straßennetz und die B 195 ist die ca. 6 Kilometer entfernte Bundesautobahn A24 Berlin-Hamburg mit Anschlussstellen bei Gallin erreichbar. In südlicher Richtung besteht darüber hinaus Anbindung über die Bundesstraße B 5 zu den ca. 20 km bzw. 30 km entfernten Städten Boitzenburg/Elbe und Lauenburg/Elbe, die über Häfen und Bahnverlademöglichkeiten verfügen.

Versorgungsleitungen/-trassen

Nördlich des Bergwerksfeldes verläuft eine Freileitung.


Quelle:


BVVG-GIS: Topografische Karten, Luftbild

Industriell-gewerbliche Standorte

An der A 24 bei Gallin befindet sich ein Businesspark.


BESONDERHEITEN

Dauerhafte
Beschränkungen

Der den geltenden Standards entsprechende Abstand zu schützenswerten Objekten, Ortslagen und öffentlichen Straßen ist einzuhalten.

Hinweis

Unmittelbar westlich des Bergwerksfeldes Nieklitz befindet sich der ehemalige Tagebau Sterndorf.


DOKUMENTATION

Erkundungsberichte, Gutachten, Prospekte

Die vorgenannten Quellen sind, soweit sie nicht ohnehin öffentlich sind, bei der BVVG nach Terminvereinbarung einsehbar.

Die Besichtigung des Bergwerksfeldes kann von öffentlichen Straßen und Wegen aus erfolgen. Wir weisen darauf hin, dass das ungenehmigte Befahren der das Bergwerksfeld überdeckenden Grundstücke nicht gestattet ist.

Haftungsausschluss

Die BVVG Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH stellt die Inhalte dieses Produktblattes mit Sorgfalt zusammen. Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen, aber ohne Gewähr. Die Angaben dienen nur der unverbindlichen allgemeinen Information und ersetzen nicht die individuelle Befassung mit dem Objekt.

Stand der Informationen: 06/2016 mit folgenden Aktualisierungen in 10/2020: Web-Links sowie Luftbilder


ZUR BEACHTUNG

    • Bei dem Bergwerkseigentum Nieklitz handelt es sich um eine Bergbauberechtigung im Sinne des Bundesberggesetzes (BBergG) vom 13.08.1980 (BGBl I S. 1310), in seiner aktuellen Fassung in Verbindung mit den Überleitungsvorschriften des Einigungsvertragsgesetzes vom 23.09.1990 (BGBl II S. 885), dem Gesetz zur Vereinheitlichung der Rechtsverhältnisse bei Bodenschätzen vom 15.04.1996 (BGBl I S. 602) und der Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung bergbaulicher Vorhaben vom 13.07.1990 (BGBl I S. 1420) in seiner aktuellen Fassung.
    • Das BBergG unterscheidet die bergbauliche Berechtigung und ihre Ausübung. Die Bergbauberechtigung vermittelt nur eine Rechtsposition, der Unternehmer erhält das Recht, Bodenschätze aufzusuchen und zu gewinnen. Er darf jedoch von dieser Berechtigung nicht ohne weiteres Gebrauch machen, zur Ausübung der Berechtigung, also zum tatsächlichen Abbau von Bodenschätzen kommt es erst, wenn der entsprechende Betriebsplan aufgestellt und von der zuständigen Bergbehörde zugelassen worden ist.
    • Es gelten die Regelungen für Bergwerkseigentum nach § 151 BBergG.
    • Die Grundstücke über dem Bergwerksfeld Nieklitz gehören nicht zum Bergwerkseigentum.


ALLGEMEINE INFORMATIONEN ZUR INTERESSENBEKUNDUNG

Die BVVG veröffentlicht auf ihrer Webseite in Abständen Informationen zum ihr verfügbaren Bergwerkseigentum.

Die Informationen dienen einem ersten Überblick zum jeweiligen Bergwerkseigentum. Interessenten können Ihr Erwerbsinteresse unter Angaben des betreffenden Bergwerkseigentums - vorzugsweise schriftlich - gegenüber der BVVG-Zentrale bekunden.

Die Vermarktung/Veräußerung des Bergwerkseigentums erfolgt grundsätzlich über öffentliche Ausschreibungen, um einem breiten Bewerberkreis die Möglichkeit zur Gebotsabgabe zu geben. Die Reihenfolge für die Ausschreibung des Bergwerkseigentums legt die BVVG intern fest; vorliegende Interessenbekundungen werden hierbei nach Möglichkeit berücksichtigt. In jedem Fall werden diejenigen Interessenten, deren Erwerbsinteresse zum Ausschreibungsbeginn bei der BVVG aktenkundig ist, über die Ausschreibung schriftlich informiert.

Nach vorheriger Terminabsprache mit dem o. g. Ansprechpartner kann in den Räumen der BVVG-Zentrale in ggf. vorhandene detaillierte Unterlagen zu dem jeweiligen Bergwerkseigentum Einsicht genommen werden.

Lage

Das Bergwerkseigentum Nieklitz befindet sich im Westen Mecklenburg-Vorpommerns. Es liegt ca. 50 Kilometer östlich von Hamburg, südlich der Ortslage Nieklitz. Über das örtliche Straßennetz ist es an die Bundesstraße B 195 und die Bundesautobahn A 24 auf Höhe des Kiesgewinnungsstandortes Lüttow/Valluhn angebunden.

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Die dargestellte Position ist nur eine ungefähre Angabe der Lage.

Anlagen / Links

Kontaktdaten

  • Name
    Frau Dr. Sabine Dietrich
  • Firma
    BVVG - Bereich Verkauf/Verpachtung
  • Adresse
    Schönhauser Allee 120
    10437 Berlin
  • Tel. Durchwahl

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