Bergwerkseigentum Steudnitz Feld 3, Kalkstein
Thüringen, Saale-Holzland-Kreis
Objektdaten
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Objekt-Nr.VV74-2450-001916
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BundeslandThüringen
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KreisSaale-Holzland-Kreis
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GemeindeDornburg-Camburg, Stadt
Frauenprießnitz -
GemarkungSteudnitz
Frauenprießnitz -
Flurstückkeine
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ObjektartBodenschätze-Interessenbekundung
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Größe130.199 m²
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OrientierungswertDie BVVG ruft zur Bekundung von Kaufinteresse unter Angabe von Preisvorstellungen auf.
Objektbeschreibung
Für das Bergwerkseigentum Steudnitz, Feld 3 - verliehen auf den Bodenschatz Gesteine zur Herstellung von Schotter und Splitt - werden potentielle Käufer gebeten, Interessenbekundungen abzugeben.
Das Bergwerkseigentum befindet sich im Mittleren Saaletal am Ausstrich des Buntsandsteins und des Muschelkalks. Im Bergwerksfeld steht die Untere Muschelkalk-Folge bis zu den Bänken der Schaumkalkzone an. Eine geologische Stellungnahme zum Muschelkalkvorkommen nördlich Jena aus dem Jahr 1969 liegt vor.
OBJEKT
Bergwerkseigentum
Steudnitz, Feld 3 (Nr. 233/90/867)
Verliehen für den Bodenschatz
9.27, Gesteine zur Herstellung von Schotter und Splitt
Größe des Bergwerksfeldes
130.199 m²
Rechtliche Einordnung
aufrechterhaltenes altes Bergwerkseigentum gemäß § 151 BBergG
Oberflächennutzung
Die Geländeoberfläche wird forstwirtschaftlich genutzt.
Bergwerkseigentum der BVVG
Die BVVG besitzt am Standort Dornburg/Steudnitz ein weiteres zum Verkauf stehendes Bergwerkseigentum. Für nähere Informationen zu dem ca. 2 km entfernt liegenden, gleichfalls für den Bodenschatz „Gesteine zur Herstellung von Schotter und Splitt“ verliehenen Bergwerkseigentum
Steudnitz, Feld 4 steht ein gesondertes Prospekt zur Verfügung.
Flächen der BVVG
Die BVVG besitzt über dem Bergwerksfeld Steudnitz, Feld 3 keine Grundstücke.
LAGERSTÄTTE
Quellen:
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[1] Müller, E. (1969): Geologische Stellungnahme zum Muschelkalkvorkommen Steudnitz nördlich Jena. – Bezirksstelle für Geologie beim Rat des Bezirkes Gera, Jena, 30.06.1969, 9 Seiten zzgl. 3 Anlagen (in Kopie),
[2] Ausschnitt aus der Geologischen Karte 1 : 25 000, Blatt 4936 Camburg (1979),
[3] Kasch, K. (1988): Geologisches Gutachten zur Kalksteingewinnung östlich des ehem. Kalksteinbruches Steudnitz für Wirtschaftswegebaumaßnahmen. – Bezirksstelle für Geologie beim Rat des Bezirkes Gera, Abt. Geologie, Jena, 11.02.1988, 13 Seiten zzgl. Anlagen (in Auszügen),
[4] Grau, R. (1991): Studie Kalk Steudnitz. – Geologische Landesuntersuchung GmbH, Jena, 20.02.1991, 33 Seiten zzgl. 6 Anlagen - im Auftrag der Dornburger Industriewerke GmbH, Steudnitz
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Geologische Verhältnisse
Das Bergwerkseigentum Steudnitz Feld 3 liegt am Südost-Rand des Thüringer Beckens. Es befindet sich im Mittleren Saaletal am Ausstrich des Buntsandsteins und des Muschelkalks.
Der Ausstrich der Muschelkalkgesteine ist durch Steilstufen gekennzeichnet, die über flach ansteigenden Talhängen aus Gesteinen des Oberen Buntsandsteins an der Saale aufragen. Die Nebentäler der Saale sind oberhalb der Flussmündungen meist nur bis in den Unteren Muschelkalk eingeschnitten.
Mit dem Einsetzen der Oberen Muschelkalk-Folge gehen die Steilhänge in kleinere Steilstufen über, an die sich eine nach Norden ausgedehnte Hochfläche aus den weicheren Gesteinen der Anhydrit-Folge anschließt.
Das Bergwerksfeld Steudnitz Feld 3 liegt am Südhang des Frauenprießnitzer Tals. Zuoberst stehen hier die Bänke der Schaumkalkzone des Unteren Muschelkalks als Steilstufe an. Sie sind bewaldet. Bei tektonisch generell einfachen Verhältnissen fallen die Schichten im Betrachtungsraum mit 10° - 15° flach nach Norden ein. Die feste Wellenkalk-Folge des Muschelkalks ist in ihrer vollständigen Ausprägung im Betrachtungsraum mehr als 100 m mächtig und wird in den Steudnitzer Steinbrüchen abgebaut.
Die Geländehöhe der Saaletalaue bei Dornburg/Steudnitz liegt auf ca. 130 m NN. Der Top der umgebenden Steilstufen liegt um 300 m NN und überragt das Saaletal um ca. 170 m, deren Nebentäler um 160 m oder weniger.
Untersuchungsstand
Die Steudnitzer Steinbrüche sind ein traditionsreicher Standort für die Gewinnung von Kalkgesteinen, so dass über die seit mehreren Jahrhunderten bestehende Nutzung die Eigenschaften, der Stoffbestand und die Verwendungsmöglichkeiten der anstehenden Gesteine gut bekannt sind.
Petrographische und qualitative Kennzeichnung
Stratigrafisch gliedert sich das Nutzgestein im Betrachtungsraum vom Liegenden zum Hangenden in ca. 38,5 m mächtigen Unteren Wellenkalk, ca. 8 m Oolithzone, ca. 23,5 m Mittleren Wellenkalk, ca. 4 m Terebratelzone, ca. 18,5 m Oberen Wellenkalk und die ca. 12 m mächtige Schaumkalkzone.
Der grau bis graublaue, im Verwitterungsbereich gelblichgraugrüne Wellenkalk ist das überwiegende Nutzgestein. Er ist flaserig und knaurig sowie lagig bis wellig ausgebildet, wobei kristalline plattige Bänke in einzelnen Lagen eingeschaltet sind (5-10 cm mächtig). Die überwiegend mergeligen, dünnplattig-knaurigen Wellenkalke sind klüftig und zerfallen bei mechanischer Beanspruchung (mergeliges Material recht dünnplattig und kompakteres Material stückig-dickplattig). Das Material besteht aus recht gleichkörnigem, sehr feinkörnigem bis schwach mergeligem Kalziumkarbonat.
Die helleren Kalksteinbänke erscheinen klotzig-bankig und ihre Horizontbeständigkeit ist markant. Diese bioklastischen Kalkgesteine sind einige dm bis m stark, rein kalzitisch, verschiedenkörnig (bis max. 2 mm) kristallin, z. T. oolithisch, mit zahlreichen Fossilresten. Der Anteil dieser reineren Kalkgesteine am Gesamtprofil beträgt etwa 10 %, max. 15 %.
Verwendungsmöglichkeiten
Das Steudnitzer Muschelkalkvorkommen wird traditionell zur Herstellung von Gesteinsbaustoffen und Aufmahlprodukten für verschiedene Zwecke abgebaut.
Typische Erzeugnisse sind Werksteine, Schotter und Splitte, Zement, Beton, Mörtel, Putz, Branntkalk und Kalksteinmehl für Bindemittel, Zuckerherstellung, Metallurgie, Sodaherstellung, Wasseraufbereitung, Düngemittel, Futterkalk, Rauchgasentschwefelung u. a.
Abbausituation
Das Bergwerksfeld Steudnitz Feld 3 ist unverritzt. Man geht davon aus, dass oberhalb des Vorfluterniveaus abbaubares Muschelkalkgestein mit einer Mächtigkeit von 80 m ansteht.
Insgesamt wird mit für flach lagernden Wellenkalk typischen Gewinnungsverhältnissen gerechnet. Gegenüber der Abbausituation im Feld I und II ist das Abraumaufkommen im Feld III zu vernachlässigen.
Vorratssituation
In der Vorratsabschätzung von 1969 ist das heutige Bergwerksfeld als Vorratsfeld III östlich der seinerzeit auflässigen und heute in den Vorratsfeldern I und II betriebenen Steinbrüche beschrieben. Bei einer Erweiterung der Felder I und II in Richtung Norden verschlechtern sich die dortigen Aufschlussverhältnisse aufgrund der zunehmend mächtiger werdenden überdeckenden Anhydritschichten. Im Feld III liegen günstigere Abbauverhältnisse ohne Abraum vor. Die Vorräte sind jedoch durch ihre Lage im FFH-Gebiet (wenn auch randlich) derzeit blockiert.
Seinerzeit wurde das Steudnitzer Muschelkalkvorkommen hinsichtlich seiner Verwendung als Zuschlagstoff betrachtet und für das Feld III eine Vorratsmenge von ca. 4,8 Mio. m³ bzw. 10,50 Mio. Tonnen abgeschätzt. Sie bezieht sich auf die oberhalb des Vorflurterniveaus liegenden Schichten des Unteren Muschelkalks.
Vorratsbestimmungen unter aktuellen technologischen und produktbezogenen Gesichtspunkten bleiben ggf. durchzuführen.
Industrielle Bedeutung
Mit eingeführten Marken wie „Dornburger Zement“ und „Dornburger Marmor“ besitzen die Rohstoffe aufgrund ihrer vielseitigen Eigenschaften und der Größe der Lagerstätte überregionale Bedeutung.
ÖFFENTLICHE PLANUNG
Landesplanerische Einordnung
Der Betrachtungsraum ist in der Karte 10, Freiraum, des Landesentwicklungsprogramms als Gebiet für Landwirtschaft und Waldlebensräume eingetragen.
Quelle:
Landesentwicklungsprogramm Thüringen 2025 (LEP 2025) vom 15. Mai 2014, im Gesetz- und Verordnungsblatt (GVBl.) für den Freistaat Thüringen Nr. 6/2014 vom 4. Juli 2014 veröffentlicht und am 5. Juli 2014 in Kraft getreten
Regionalplanerische Einordnung
Über dem Bergwerksfeld und in seiner Umgebung ist das Vorranggebiet Freiraum Nr. 61 „Frauenprießnitzer Holz, Hirschgrund“ ausgewiesen.
Quelle:
Regionalplan Ostthüringen, beschlossen am 28.10.2011,
genehmigt durch die oberste Landesplanungsbehörde
am 13.04.2012, bekannt gemacht am 18.06.2012
SCHUTZGEBIETE / BELASTUNGEN
Trinkwasserschutz
Das Bergwerksfeld liegt nicht innerhalb von Trinkwasserschutzgebieten. Gesonderte Prüfungen erfolgten nicht.
Quelle:
Regionalplan Ostthüringen, beschlossen am 28.10.2011, genehmigt am 13.04.2012, bekannt gemacht am 18.06.2012, Thüringer Landesverwaltungsamt und Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz - siehe Trinkwasserschutzgebiete - Stand 31.12.2008
Naturschutz
Das Bergwerksfeld befindet sich im nordöstlichen Ausläufer des Landschaftsschutzgebietes „Mittleres Saaletal“ und liegt im FFH-Gebiet „Frauenprießnitzer Holz und Laase“.
Quelle:
BVVG-GIS: Fachdatenlayer BfN-Schutzgebiete
Bodendenkmale
Hinweise auf etwaige Bodendenkmale liegen nicht vor und wurden daher nicht gesondert geprüft.
Quelle:
BVVG-GIS: Topografische Karten TK25, TK10
Altlastenverdacht
Hinweise auf etwaige Altlasten liegen nicht vor und wurden daher nicht gesondert geprüft.
Quellen:
BVVG-GIS:
Topografische Karte TK25, Luftbilder; BVVG-Bodeninformationssystem (BI)
INFRASTRUKTUR / ERSCHLIEßUNG
Verkehrswege
Das Bergwerksfeld liegt nördlich der Ortsverbindungsstraße von Frauenprießnitz nach Steudnitz. Diese Ortsverbindungsstraße führt zu der Bundesstraße B 88 im knapp einen Kilometer entfernten Steudnitz und an die Bahnstrecke Halle-Saalfeld in der ca. 2 km entfernten Stadt Dornburg.
Versorgungsleitungen/-trassen
Das Bergwerksfeld wird nicht von Leitungen gequert.
Quelle:
BVVG-GIS: Topografische Karten, Luftbild
Industriell-gewerbliche Standorte
Am Standort Dornburg/Steudnitz produzieren das Dornburger Zementwerk an der Saale und der Kalksteinbruch Steudnitz, Feld 1/2.
BESONDERHEITEN
Dauerhafte
Beschränkungen
Der den geltenden Standards entsprechende Abstand zu schützenswerten Objekten, Ortslagen und öffentlichen Straßen ist einzuhalten.
Erweiterungsmöglichkeiten
Östlich des Bergwerkseigentums Steudnitz, Feld 3 ist der dort zum Grundeigentum gehörende Bodenschatz Kalkstein weiter verbreitet.
Die Bergwerksfelder Steudnitz, Feld 1/2 und Steudnitz, Feld 4 liegen westlich. Das Bergwerksfeld Steudnitz, Feld 1/2 befindet sich im Eigentum Dritter und ist mit einem aktiven Steinbruch aufschlossen. Das Bergwerksfeld Steudnitz, Feld 4 der BVVG ist unverritzt, vgl. gesondertes Prospekt.
DOKUMENTATION
Erkundungsberichte, Gutachten, Prospekte
Die unter der Rubrik LAGERSTÄTTE genannten Quellen sind, soweit sie nicht ohnehin öffentlich sind, bei der BVVG nach Terminvereinbarung einsehbar.
Haftungsausschluss
Die BVVG Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH stellt die Inhalte dieses Produktblattes mit Sorgfalt zusammen. Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen aber ohne Gewähr. Die Angaben dienen nur der unverbindlichen allgemeinen Information und ersetzen nicht die individuelle Befassung mit dem Objekt.
Stand der Informationen: 11/2016 mit folgender Aktualisierung in 10/2020: Luftbilder
ZUR BEACHTUNG
- Bei dem Bergwerkseigentum Steudnitz, Feld 3 handelt es sich um eine Bergbauberechtigung im Sinne des Bundesberggesetzes (BBergG) vom 13.08.1980 (BGBl I S. 1310), in seiner aktuellen Fassung in Verbindung mit den Überleitungsvorschriften des Einigungsvertragsgesetzes vom 23.09.1990 (BGBl II S. 885), dem Gesetz zur Vereinheitlichung der Rechtsverhältnisse bei Bodenschätzen vom 15.04.1996 (BGBl I S. 602) und der Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung bergbaulicher Vorhaben vom 13.07.1990 (BGBl I S. 1420) in seiner aktuellen Fassung.
- Das BBergG unterscheidet die bergbauliche Berechtigung und ihre Ausübung. Die Bergbauberechtigung vermittelt nur eine Rechtsposition, der Unternehmer erhält das Recht, Bodenschätze aufzusuchen und zu gewinnen. Er darf jedoch von dieser Berechtigung nicht ohne weiteres Gebrauch machen, zur Ausübung der Berechtigung, also zum tatsächlichen Abbau von Bodenschätzen kommt es erst, wenn der entsprechende Betriebsplan aufgestellt und von der zuständigen Bergbehörde zugelassen worden ist.
- Es gelten die Regelungen für Bergwerkseigentum nach § 151 BBergG.
- Die Grundstücke über dem Bergwerksfeld Steudnitz, Feld 3 gehören nicht zum Bergwerkseigentum.
Die Besichtigung des Bergwerksfeldes kann von öffentlichen Straßen und Wegen aus erfolgen. Wir weisen darauf hin, dass das ungenehmigte Befahren der das Bergwerksfeld überdeckenden Grundstücke nicht gestattet ist.
ALLGEMEINE INFORMATIONEN ZUR INTERESSENBEKUNDUNG
Die BVVG veröffentlicht auf ihrer Webseite in Abständen Informationen zum ihr verfügbaren Bergwerkseigentum.
Die Informationen dienen einem ersten Überblick zum jeweiligen Bergwerkseigentum. Interessenten können Ihr Erwerbsinteresse unter Angaben des betreffenden Bergwerkseigentums - vorzugsweise schriftlich - gegenüber der BVVG-Zentrale bekunden.
Die Vermarktung/Veräußerung des Bergwerkseigentums erfolgt grundsätzlich über öffentliche Ausschreibungen, um einem breiten Bewerberkreis die Möglichkeit zur Gebotsabgabe zu geben. Die Reihenfolge für die Ausschreibung des Bergwerkseigentums legt die BVVG intern fest; vorliegende Interessenbekundungen werden hierbei nach Möglichkeit berücksichtigt. In jedem Fall werden diejenigen Interessenten, deren Erwerbsinteresse zum Ausschreibungsbeginn bei der BVVG aktenkundig ist, über die Ausschreibung schriftlich informiert.
Nach vorheriger Terminabsprache mit dem o. g. Ansprechpartner kann in den Räumen der BVVG-Zentrale in ggf. vorhandene detaillierte Unterlagen zu dem jeweiligen Bergwerkseigentum Einsicht genommen werden.
Lage
Das Bergwerkseigentum Steudnitz, Feld 3 befindet sich im Nordosten des Freistaates Thüringen nahe der Grenze zum Land Sachsen-Anhalt. Es liegt etwa 10 km nördlich der Stadt Jena bei Dornburg.
Das Bergwerksfeld ist unverritzt. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich der aktive Kalksteinbruch Steudnitz und westlich der Saale das Dornburger Verarbeitungswerk, u.a. für die Herstellung von Zement.
Die dargestellte Position ist nur eine ungefähre Angabe der Lage.
Kontaktdaten
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NameFrau Dr. Sabine Dietrich
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FirmaBVVG - Bereich Verkauf/Verpachtung
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AdresseSchönhauser Allee 120
10437 Berlin -
Tel. Durchwahl