Bergwerkseigentum Wesenberg-Nord, Untergrundspeicherformation

Mecklenburg-Vorpommern, Mecklenburgische Seenplatte

Bergwerkseigentum Wesenberg-Nord, Untergrundspeicherformation - Ausschnitt aus dem Lageriss für das Bergwerkseigentum Wesenberg-Nord

Ausschnitt aus dem Lageriss für das Bergwerkseigentum Wesenberg-Nord

Bergwerkseigentum Wesenberg-Nord, Untergrundspeicherformation - Luftbild mit Projektion des Bergwerksfeldes Wesenberg-Nord

Luftbild mit Projektion des Bergwerksfeldes Wesenberg-Nord

Bergwerkseigentum Wesenberg-Nord, Untergrundspeicherformation - Topografische Karte mit Projektion des Bergwerksfeldes Wesenberg-Nord

Topografische Karte mit Projektion des Bergwerksfeldes Wesenberg-Nord

Bergwerkseigentum Wesenberg-Nord, Untergrundspeicherformation - Lageübersicht

Lageübersicht

Bergwerkseigentum Wesenberg-Nord, Untergrundspeicherformation - Luftbild mit Projektion der Bergwerksfelder Wesenberg-Nord und -Süd

Luftbild mit Projektion der Bergwerksfelder Wesenberg-Nord und -Süd

Objektdaten

  • Objekt-Nr.
    VV71-2450-000314-AKT
  • Bundesland
    Mecklenburg-Vorpommern
  • Kreis
    Mecklenburgische Seenplatte
  • Gemeinde
    Mirow, Stadt
    Wesenberg, Stadt
  • Gemarkung
    Wesenberg
    Leussow
    Zirtow
  • Flurstück
    keine
  • Objektart
    Bodenschätze-Interessenbekundung
  • Größe
    8.399.206 m²
  • Orientierungswert
    Die BVVG ruft hiermit zur Bekundung von Kaufinteresse unter Angabe von Preisvorstellungen auf.

Objekt­beschreibung

Für das Bergwerkseigentum Wesenberg-Nord, Bodenschatzkennziffer 11, Formationen und Gesteine, die zur unterirdischen behälterlosen Speicherung geeignet sind, möchte die BVVG mit dieser Interessenbekundung potentielle Käufer ermitteln.
In den Jahren vor 1990 wurden in dem heutigen Bergwerksfeld und angrenzend, nach geophysikalischen Untersuchungen über 5 Erkundungsbohrungen niedergebracht und Versuchskavernen angelegt.


OBJEKT

Bergwerkseigentum

Wesenberg-Nord Nr. 254/90/852

Verliehen für den Bodenschatz

Formationen und Gesteine, die zur unterirdischen behälterlosen Speicherung geeignet sind

Größe des Bergwerksfeldes

8.399.206 m²

Rechtliche Einordnung

aufrechterhaltenes altes Bergwerkseigentum gemäß § 151 BBergG

Oberflächennutzung

Die Geländeoberfläche über dem Bergwerksfeld Wesenberg-Nord wird überwiegend forstwirtschaftlich genutzt, daneben für den Betrieb eines oberirdischen Tanklagers, im Bereich der überlagernden Seen für Siedlungs- und Erholungszwecke und zu geringen Teilen für die Landwirtschaft sowie für Verkehrs- und Versorgungsinfrastruktur.

Bergwerkseigentum der BVVG

Für eine Veräußerung gemeinsam mit dem Bergwerkseigentum Wesenberg-Nord steht das Bergwerkseigentum Wesenberg-Süd, ebenfalls verliehen für den Bodenschatz Formationen und Gesteine, die zur unterirdischen behälterlosen Speicherung geeignet sind, zur Verfügung, vgl. gesondertes Exposé. Neben dem Bergwerkseigentum Wesenberg-Süd und -Nord stehen in den Ländern Mecklenburg-Vorpommern das Bergwerkseigentum Fresendorf, in Brandenburg das Bergwerkseigentum Mittenwalde sowie das Bergwerkseigentum Meßdorf im Land Sachsen-Anhalt für den Erwerb zur Verfügung - alle verliehen für den Bodenschatz Formationen und Gesteine, die zur unterirdischen behälterlosen Speicherung geeignet sind, vgl. gesonderte Exposés. Diese Standorte betreffen Formationen und Gesteine für die Errichtung und den Betrieb von Untergrundkavernenspeichern.

Das Bergwerkseigentum Rosa in Thüringen betrifft eine Porenspeicherformation, vgl. gesondertes Exposé.

Flächen der BVVG

Die BVVG besitzt über dem Bergwerksfeld Wesenberg-Nord keine Grundstücke.


LAGERSTÄTTE

Quellen:

[1] Projekt Priepert GSS, Untersuchung der Strukturellen Verhältnisse des Salinars und Subsalinars im Bereich der Friesacker Strukturzone durch digital-seismische CRP-Messungen. Überprüfung der Z-Hochlage Ahrensberg. Erhöhung der Kenntnisse über den Salzstock Wesenberg. (66-Blatt und 24 a, b und 36 a) vom 31.3.72, VEB Geophysik,



[2] Geologisch-Technischer-Ökonomischer Abschlußbericht der Forschungsbohrung E Wesenberg 1/72, Teil I: Geologischer Abschlußbericht vom 12.10.1973, VEB Erdöl und Erdgas Grimmen, DB Geologie (189 Blatt inkl. Anlagen) sowie die Geologischen Abschlußberichte der weiteren Bohrungen,


[3] Schulze, W. (1994): Geologische Kurzcharakteristik von Bergwerkseigentum der Treuhandanstalt an Speicherraum für Untergrundspeicherung, Deponie oder Endlager, 28.11.1994, Seiten 14 bis 18,


[4] Geologische Karte von Mecklenburg-Vorpommern, Übersichtskarte 1 : 500 000 – Zechsteinsalzstrukturen - GÜK 500, Strukturen, 1. Auflage, Schwerin 1997, Hrsg. Geologisches Landesamt Mecklenburg-Vorpommern,


[5] Sehm, K. und Alisch, U. (2002): Verkaufsprospekt für das Bergwerkseigentum Wesenberg-Nord, FUGRO CONSULT GmbH, 12.09.2002, 24 S. zzgl. 8 Anlagen,


[6] Geoportal des Landes Mecklenburg-Vorpommern, GAIA-MV – Abfrage zuletzt am 20.03.2023,


[7] Autorenverbund (2020): Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) -Internetportal „Informationssystem Salz: Planungsgrundlagen, Auswahlkriterien und Potenzialabschätzungen für die Errichtung von Salzkavernen zur Speicherung von Erneuerbaren Energien (Wasserstoff und Druckluft) – Doppelsalinare und flach lagernde Salzschichten (InSpEE-DS)”.- Hannover, Erscheinungsdatum der downloadbaren Materialien 24.03.2020 – 30.06.2020 - Abfrage zuletzt am 20.03.2023,


[8] Bundesregierung (2023): Fortschreibung der Nationalen Wasserstoffstrategie NWS 2023.- Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (Hrsg.) Berlin, 26.07.2023, 31 Seiten.

Geologische Verhältnisse

Der Salzstock Wesenberg liegt an der Südflanke der zur Norddeutsch-Polnischen Senke gehörenden Mecklenburg-Brandenburg-Senke. Es handelt sich um einen pilzförmigen Salzstock, der ausgedehnte Überhänge aufweist und einem Salzkissen aufsitzt. Das Dach des Salzstockes besteht aus unterschiedlich mächtigem, verfaltetem oder verschupptem Hauptanhydrit. Ihm lagert Eozän auf, das zu den Rändern hin bis auf 600 m absinkt.

Aufgrund nicht erkennbarer Beziehungen des Salzstockes zu regionalen Störungszonen wird von einer rein halokinetischen Entstehung des Salzstockes ausgegangen.

Untersuchungsstand

Die GÜK 500 [4] fasst die Ergebnisse der bis zum Jahr 1990 durchgeführten reflexionsseismischen, gravimetrischen und magnetischen Oberflächenmessungen zusammen und weist unter der Strukturnummer 59 den Salzstock Wesenberg als etwa kreisrunden, von einem konzentrischen, relativ breiten Überhang umgeben Diapir mit anhydritischem Hutgestein aus.

Die Oberkante des Salzstockes befindet sich ca. 300 m unter der Geländeoberfläche. Sein Dach hat eine Ausdehnung von etwa 12 km², darunter die Kernzone mit etwa 8 km². Die Kernzone des Salzstockes ist ca. 3.000 m mächtig
. Die Überhänge sind hingegen ca. 500 m mächtig.

Innerhalb des Bergwerksfeldes Wesenberg-Nord befinden sich vier der Erkundungsbohrungen aus den Jahren 1973 bis 1981. Ihre Endteufen liegen zwischen 550 m und 800 m.

Versenkbohrungen mit Endteufen von über 1.800 m befinden sich westlich außerhalb des Bergwerksfeldes.

Zu hydrogeologischen Fragen im Zusammenhang mit der Bereitstellung von Süßwasser zur Aussolung und der Versenkung der Sole wurden in den 1970er Jahren Studien angefertigt.

Petrographische und qualitative Kennzeichnung

Das den Salzstock Wesenberg aufbauende überwiegend monomineralische Gestein Halitit besteht zu 90 % aus Halit und zu 10 % aus Anhydrit. Stratigrafisch wird das Gestein dem Zechstein der Staßfurt-Formation zugeordnet.

Verwendungsmöglichkeiten

Gemäß [3] sprechen die Beschaffenheit des Daches, der innere Bau und die Geometrie des Salzstockes Wesenberg sowie seine geringe Teufenlage für seine sehr hohe Eignung zur Anlage von Hohlräumen (Kavernen oder Auffahrungen) für die Speicherung oder Endlagerung. Neuere Studien weisen den Salzstock Wesenberg als geeignet für die Speicherung von Druckluft und Wasserstoff aus, vgl. [7].

Nutzungssituation

Das Bergwerksfeld Wesenberg-Nord ist teilweise verritzt. Im Rahmen einer industriellen Versuchsnutzung zur Einlagerung von Kraftstoffen waren vor dem Jahr 1990 im Teufenbereich zwischen 510 m und 785 m fünf zwischenzeitlich verfüllte Versuchskavernen mit einem Nutzvolumen von 360 m³ bis 8.200 m³ angelegt worden, vgl. Rubrik BESONDERHEITEN.

Gemäß [5] erscheint unter Berücksichtigung der Konditionen für die Anlage von Kavernen zur Nutzung als Gasspeicher nach den im Jahre 2002 gültigen deutschen Standards beispielsweise die Anlage von 7 Kavernen mit einem Solvolumen von je 380.000 m³ in dem Bergwerksfeld Wesenberg-Nord möglich.

Industrielle und volkswirtschaftliche Bedeutung

Der Salzstock Wesenberg hat für die Speicherung von Gasen und Flüssigkeiten bzw. für die Auffahrung von Hohlräumen zur Einlagerung fester Stoffe, auch im Zusammenhang mit dem für die Zukunft gewollten Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft überregionale Bedeutung, vgl. [8]. Eine Einbindung in den European Hydrogen Backbone kann geprüft werden.


ÖFFENTLICHE PLANUNG

Bundesraumordnung

Am 03.03.2023 hat das Bundeskabinett das Gesetz zur Änderung des Raumordnungsgesetzes und anderer Vorschriften (ROGÄndG) beschlossen, mit der Planungs- und Genehmigungsverfahren insbesondere durch Vermeidung von Doppelungen beschleunigt und damit die Dauer für die Realisierung von Infrastrukturprojekten erheblich verkürzt werden sollen. ... Die" darin verankerten "Erleichterungen gelten für alle Genehmigungsverfahren, die bis 30. Juni 2024 begonnen werden. Darüber hinaus sollen die Bestimmungen unter bestimmten Voraussetzungen auch für bereits laufende Genehmigungsverfahren gelten.”


Quellen:


Online-Pressemitteilungen der Bundesregierung und der Bundesministerien – Internetabfragen zuletzt am 17.03.2023

Landesplanerische Einordnung

Gemäß den Zielen und Grundsätzen der aktuellen Raumordnung und Landesplanung befindet sich das Gelände über dem Bergwerksfeld innerhalb eines großräumigen Vorbehaltsgebietes für Tourismus. Daneben ist es von kleinräumigen Vorbehaltsgebieten für die Landwirtschaft und geringfügig von Vorrang- und Vorbehaltsgebieten für Naturschutz und Landwirtschaft betroffen. Die Bundesstraße B 198 ist als Bestandteil des überregionalen Straßennetzes dargestellt.

Hinsichtlich des unterirdischen Raumes soll die planerische Gestaltung unter der Erdoberfläche die nachhaltige Nutzung der Potenziale im Räth/Lias-Komplex und in den Salzstöcken des Zechsteins gewährleisten. Der Salzstock Wesenberg ist als Vorrangraum zur Speicherung von Erdgas, Synthesegas (einschließlich seiner Vorstufen) oder Druckluft in Abbildung 32 und 33 eingetragen.

„Die Ressource Grundwasser ist durch Planungen, Maßnahmen, Vorhaben, Funktionen und Nutzungen des unterirdischen Raums nicht zu beeinträchtigen. Das ordnungsgemäß durchgeführte Durchteufen von grundwasserführenden Schichten stellt keine Beeinträchtigung dar. Eine Förderung aus dem tieferen Untergrund ist in der Regel und bei Nachweis der geologischen Barrieren im Zulassungsverfahren unbedenklich. … Die Einleitung bei der Kavernenherstellung anfallenden salzbelasteten Restwässer in Gewässer soll in einer umweltverträglichen Konzentration und nicht in Binnengewässer erfolgen.“


Quellen:


Rohstoffsicherungskonzept von 06/2006,

Landesraumentwicklungsprogramm Mecklenburg-Vorpommern 2016 (LEP-MV 2016), per “Landesverordnung über das Landesraumentwicklungsprogramm (LEP-LVO M-V) vom 27.05.2016” mit Bekanntmachung im Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land
Mecklenburg-Vorpommern vom 08.06.2016 (GVOBl. M-V 2016, S. 322) in Kraft getreten

Regionalplanerische Einordnung

Gemäß des Regionalen Raumentwicklungsprogrammes RREP MS 2011 soll bei allen Planungen „darauf geachtet werden, dass die Förderung untertägiger Rohstoffvorkommen, auch wenn sie derzeit nicht genutzt werden, auf Dauer nicht blockiert wird. Die Optionen für die weitere Nutzung von Erdwärme und Sole sowie für Untergrundspeicher sollen offen gehalten werden.“ Der Untergrundspeicherstandort Wesenberg ist in der Abbildung 32 explizit dargestellt.

In den Karten ist eine von der Übergabestation in Wesenberg kommende und das Bergwerksfeld Wesenberg-Süd querende Ferngasleitung abgebildet, von der eine Stichleitung zu dem oberirdisch über dem Bergwerksfeld Wesenberg-Nord betriebenen Tanklager abzweigt. Die das Bergwerksfeld Wesenberg-Nord querende Bahnlinie Neustrelitz-Mirow ist als Bestandteil des überregionalen Schienennetzes eingetragen. Die entlang der Feldesbegrenzung mit dem Bergwerksfeld Wesenberg-Süd verlaufende Bundesstraße B 198 ist als Bestandteil des großräumigen Straßennetzes eingeordnet und wird von einer regional bedeutsamen Radroute begleitet.

Das Gelände über dem Bergwerksfeld insgesamt ist als Tourismusentwicklungsraum und zu geringen Teilen als Vorrang- und Vorbehaltsgebiet für Naturschutz und Landschaftspflege dargestellt, das von dem örtlichen Straßen- und Wegenetz durchzogen wird.

Ein Vorbehaltsgebiet für Trinkwasser erstreckt sich über geringe Teile der Bergwerksfelder Wesenberg-Nord und -Süd.


Quelle:


Regionales Raumentwicklungsprogramm Mecklenburgische Seenplatte“, in Kraft getreten am 22.10.2011

Windgebiete

Das Bergwerksfeld wird gegenwärtig von ausgewiesenen Windgebie­ten nicht überlagert. Für die Teilfortschreibung des Regionalen Raumentwicklungsprogrammes Mecklenburgische Seenplatte in Bezug auf Eignungsgebiete für Windenergieanlagen wurde die 4. Stufe der Öffentlichkeitsbeteiligung im Jahr 2021 durchgeführt, deren abgewogene Stellungnahmen in die Erarbeitung des 4. Entwurfes einfließen.


Quellen:


BVVG-GIS, Regionales Raumentwicklungsprogramm Mecklenburgische Seenplatte, als Landesverordnung festgesetzt und veröffentlicht im Amtsblatt für Mecklenburg-Vorpom­mern nebst Fortschreibung des Kapitels 5.6. Energie vgl. Internetportal der Regionalen Planungsgemeinschaft Mecklenburgische Seenplatte – abgefragt zuletzt am 16.02.2023, Umwelt-Kartenportal des Landes Mecklen­burg-Vorpommern

Kommunale Planung
/Bauleitplanung

Die geltenden Flächennutzungspläne der Ämter Wesenberg, Roggentin und Mirow weisen das Bergwerksfeld Wesenberg-Nord vollumfänglich als Flächen „unter denen Bergbau umgeht oder die für den Abbau von Mineralien bestimmt sind“ aus.

Zu den oberirdischen Nutzungen zählen Flächen für Wald, Landwirtschaft, Wohnbau, der Erholung dienende Sondergebiete, für die Abgrabung oder die Gewinnung von Bodenschätzen, für Wasserwirtschaft, für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft sowie Hauptversorgungsleitungen (Strom), eine Bahntrasse und örtliche Hauptverkehrsstraßen/ Verbindungswege.


Quellen:


Bau- und Planungsportal des Landes Mecklenburg-Vorpommern: Flächennutzungsplan der Stadt Wesenberg vom 14.12.2002 mit der in 06/2022 genehmigten 7. Änderung von 11/2021, der im Jahr 2014 mit der Stadt Mirow fusionierten Gemeinde Roggentin vom 05.08.2007
und der Stadt Mirow vom 21.03.2009, Bauleitplanungsportal des Amtes Mecklenburgische Seenplatte, Internetportale der über dem Bergwerksfeld angesiedelten Betriebe TABEG Tanklagerbetriebsgesellschaft mbH und HOYER Energie-Service Neustrelitz / Wesenberg – Abfrage zuletzt am 23.01.2023


SCHUTZGEBIETE/BELASTUNGEN

Trinkwasserschutz

Das Bergwerksfeld Wesenberg-Nord ist östlich des Kleinen Labussees und des Großen Weißen Sees sowie nördlich des Weißen Sees und der Eisenbahnstrecke von den Trinkwasserschutzzonen I, II und III der Wasserfassung Wesenberg betroffen. Inwieweit die Trinkwasserschutzzone III der Wasserfassung Zenzower Straße entlang der südlichen Feldesbegrenzung noch besteht, bleibt zum etwaigen Planungsstand einer Nutzung zu prüfen.


Quellen:


Regionales Raumentwicklungsprogramm Mecklenburgische Seenplatte, veröffentlicht im Amtsbl. Mecklenburg-Vorpommern Nr. 43 vom 21.10.2011 - S.637, BVVG-GIS, Kartenportal des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG), Umweltkartenportal des Landes Mecklenburg-Vorpommern – Abfrage zuletzt 18.01.2023

Naturschutz

Das Landschaftsschutzgebiet „Neustrelitzer Kleinseenplatte“ überdeckt den östlichen Teil des Bergwerksfeldes Wesenberg-Nord.

Der nördliche Teil des Bergwerksfeldes Wesenberg-Nord wird in geringem Umfang vom „Müritz-Nationalpark“ erfasst.
Gleiches gilt für das Vogelschutzgebiet „Müritz-Seeland und Neustrelitzer Kleinseenplatte“ sowie das FFH-Gebiet „Seen, Moore und Wald des Müritz-Gebietes“.

Das FFH-Gebiet „Moore und Seen bei Wesenberg“ liegt vollständig innerhalb des Bergwerksfeldes Wesenberg-Nord.

Mehrere gesetzlich geschützte Biotope sind an der Geländeoberfläche des Bergwerksfeldes ausgewiesen.


Quellen:


Quelle [5] vgl. Rubrik LAGERSTÄTTE, Kartenportal des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG), Umweltkartenportal des Landes Mecklenburg-Vorpommern – Abfrage zuletzt 23.01.2023

Bodendenkmale

Gemäß Quelle [5] der Rubrik LAGERSTÄTTE sind im Bereich des Bergwerksfeldes Wesenberg-Nord acht Bodendenkmale bekannt. Weitere Hinweise können den Topografischen Karten und den Flächennutzungsplänen der Gemeinden entnommen werden. Allgemein ist nicht auszuschließen, dass weitere archäologische Relevanzbereiche betroffen sein könnten und zum konkreten Planungsstand eines Aufschlusses die Stellungnahme des Archäologischen Landesamtes einzuholen ist.


Quellen:


BVVG-GIS: Topografische Karten,
Quelle [5] vgl. Rubrik LAGERSTÄTTE, Flächennutzungspläne der Gemeinden vgl. Rubrik RAUMORDNUNGSPLANUNG,
Umwelt-Kartenportal des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Geodatenportal des Landes Mecklenburg-Vorpommern – Abfragen zuletzt am 25.01.2023

Altlasten-/Kampfmittelverdacht

Von einem unverändert ordnungsgemäßen Betrieb des oberirdischen Tanklagers und einer ordnungsgemäßen bergmännischen Verwahrung der ehemaligen Versuchskavernen wird ausgegangen. Hinweise auf etwaige Altlasten liegen nicht vor und wurden nicht gesondert geprüft.


Quellen:


Quelle [5] vgl. Rubrik LAGERSTÄTTE und Vortrag „Neues vom Altbergbau in Mecklenburg-Vorpommern“ des Bergamtes Stralsund auf dem 50. Treffen des Arbeitskreises Bergbaufolgen der Deutschen Geologischen Gesellschaft – Geologische Vereinigung vom 23.-25. Juni 2022 in Neubrandenburg


INFRASTRUKTUR/ERSCHLIEßUNG

Verkehrswege

Das Bergwerksfeld Wesenberg-Nord liegt an der Bundesstraße B 198. Von der Bahnstrecke Neustrelitz – Mirow wird es gequert.

Das oberirdisch betriebene Tanklager verfügt über einen Eisenbahnanschluss und eine Zufahrt von der Bundesstraße B 198.

Entlang der Seen queren mehrere Straßen den östlichen Feldesteil.


Quellen:


BVVG-GIS: Topografische Karten

Versorgungsleitungen/-trassen

Von der Ferngasleitung über dem Bergwerksfeld Wesenberg-Süd ausgehend führt eine Ferngasstichleitung zum Tanklager Wesenberg über dem Bergwerksfeld Wesenberg-Nord. Deren aktueller Zustand wurde nicht geprüft.

Die kommunalen Gas-, Elektrizitäts-, Wasser- und Abwasserversorgungsanlagen verlaufen zumeist entlang der Straßenverbindungen zwischen der Stadt Wesenberg und den Ortslagen sowie den gewerblichen Einrichtungen.

Erdgastrassen wie die OPAL oder NEL verlaufen nicht unmittelbar entlang des Bergwerksfeldes.

Die nächstgelegenen Übergabepunkte an das Grastransportnetz und das Stromtransportnetz befinden sich in

in Wesenberg.


Quellen:


Quelle [5] vgl. Rubrik LAGERSTÄTTE, BVVG-GIS: Topografische Karten

Industriell-gewerbliche Standorte

Unmittelbar am Standort Wesenberg ist ein Tanklagerbetreib tätig.

In einem Umkreis von ca. 20 Kilometern um den Salzstock Wesenberg liegen als größere Gewerbe- und Industriestandorte die Städte Neustrelitz, Neubrandenburg und Waren/Müritz sowie im Land Brandenburg Rheinsberg und Gransee.

Die den Standort Wesenberg querenden Trassen für Stromleitungen, Gastransportleitungen und Bahnstrecken bieten potentielle Anbindungsmöglichkeiten für eine Sektoren und Regionen übergreifende Integration und ggf. industrielle Verbundnutzung.


BESONDERHEITEN

Dauerhafte Beschränkungen

Der den geltenden Standards entsprechende Abstand zu schützenswerten Objekten, Ortslagen und öffentlichen Straßen ist einzuhalten, vgl. Rubriken LAGERSTÄTTE, RAUMORDNUNGSPLANUNG, INFRASTRUKTUR/ ERSCHLIEßUNG und SCHUTZGEBIETE.

Rechtliche Hinweise

Gegenstand dieses Interessenbekundungsverfahrens ist ausschließlich das Bergwerkseigentum Wesenberg-Nord. Die im Bereich des Bergwerksfeldes belegenen Flächen, die im Eigentum Dritter stehen, mit deren wesentlichen Bestandteilen sind nicht Gegenstand des Interessenbekundungsverfahrens.

In der Vergangenheit haben im Bereich des Bergwerkseigentums Wesenberg-Nord bereits bergbauliche Tätigkeiten stattgefunden. Es befinden sich dort mehrere unterirdische Kavernen.

Das Bergamt Stralsund hatte mit Bescheid vom 18.12.2000 die vormalige, seinerzeit von der BVVG vertretene Bergwerkseigentümerin, BvS, wegen bergrechtlicher Verantwortlichkeit für die o.g. bergbaulich genutzten Anlagen im Bereich des Bergwerkseigentums Wesenberg-Nord nach § 58 Abs. 2 BBergG in Anspruch genommen. Es hat seine Anordnung auf den Widerspruch der BvS hin am 29.10.2007 gemäß § 48 Abs. 1 S. 1 VwVfG zurückgenommen.

Es ist nicht festgestellt, wann die bergbaulichen Tätigkeiten eingestellt wurden. Teile der bergbaulich genutzten Anlagen sind auf Veranlassung der zuständigen Bergbehörde zurück gebaut worden.

Die BVVG wird Kaufinteressenten ihr Einverständnis erteilen, dass diese auch bei der zuständigen Bergbehörde, dem Bergamt Stralsund, Akteneinsicht nehmen.

In einem Kaufvertrag betreffend das Bergwerkseigentum Wesenberg-Nord wird sich die BVVG von jeglicher bergrechtlicher Verantwortlichkeit nach § 58 (2) BBergG auch für bergbauliche Tätigkeiten in der Vergangenheit freistellen lassen.

Erweiterungsmöglichkeiten

Ergänzend zu dem Bergwerkseigentum Wesenberg-Nord steht das Bergwerkseigentum Wesenberg-Süd für die Anlage von unterirdischen behälterlosen Speichern zur Verfügung.

Bundesprogramm „Blaues Band“

Der nordöstliche Bereich des Bergwerksfeldes Wesenberg-Nord liegt teilweise innerhalt des 1-Kilometer-Puffers um die „Elde-Müritz-Wasserstraße“.


Quellen:


BVVG-GIS-Layer, Internet: Bundesprogramm Blaues Band


DOKUMENTATION

Erkundungsberichte, u.a.

Die vorgenannten Quellen sind, sofern sie nicht ohnehin öffentlich sind, bei der BVVG nach Terminvereinbarung einsehbar.

Für Termine zur Inaugenscheinnahme des eingelagerten Bohrkernmaterials beim Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie in Mecklenburg-Vorpommern (LUNG), wird die BVVG ihre Zustimmung auf gesonderte Anfrage hin im Einzelfall und in Absprache mit dem LUNG erteilen. Auf Bitten des LUNG wird gebeten von direkten Einzelanfragen abzusehen.

Haftungsausschluss

Die BVVG Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH stellt die Inhalte dieses Produktblattes mit Sorgfalt zusammen. Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen aber ohne Gewähr. Die Angaben dienen nur der unverbindlichen allgemeinen Information und ersetzen nicht die individuelle Befassung mit dem Objekt.

Stand der Informationen: 03/2014 mit Aktualisierungen zuletzt 07/2023


ZUR BEACHTUNG

    • Bei dem Bergwerkseigentum Wesenberg-Nord handelt es sich um eine Bergbauberechtigung im Sinne des Bundesberggesetzes (BBergG) vom 13.08.1980 (BGBl I S. 1310), in seiner aktuellen Fassung in Verbindung mit den Überleitungsvorschriften des Einigungsvertragsgesetzes vom 23.09.1990 (BGBl II S. 885), dem Gesetz zur Vereinheitlichung der Rechtsverhältnisse bei Bodenschätzen vom 15.04.1996 (BGBl I S. 602) und der Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung bergbaulicher Vorhaben vom 13.07.1990 (BGBl I S. 1420) in seiner aktuellen Fassung.
    • Das BBergG unterscheidet die bergbauliche Berechtigung und ihre Ausübung. Die Bergbauberechtigung vermittelt nur eine Rechtsposition, der Unternehmer erhält das Recht, Bodenschätze aufzusuchen und zu gewinnen. Er darf jedoch von dieser Berechtigung nicht ohne weiteres Gebrauch machen, zur Ausübung der Berechtigung, also zum tatsächlichen Abbau von Bodenschätzen kommt es erst, wenn der entsprechende Betriebsplan aufgestellt und von der zuständigen Bergbehörde zugelassen worden ist.
    • Es gelten die Regelungen für Bergwerkseigentum nach § 151 BBergG.
    • Die Grundstücke über dem Bergwerksfeld Wesenberg-Nord sowie über dem Bergwerksfeld Wesenberg-Süd gehören nicht zum jeweiligen Bergwerksfeld.

Die Besichtigung des Bergwerksfeldes kann von öffentlichen Straßen und Wegen aus erfolgen. Wir weisen darauf hin, dass das ungenehmigte Befahren der das Bergwerksfeld überdeckenden Grundstücke nicht gestattet ist.


ALLGEMEINE INFORMATIONEN ZUR INTERESSENBEKUNDUNG

Die BVVG veröffentlicht auf ihrer Webseite Informationen zum ihr verfügbaren Bergwerkseigentum.

Die Informationen dienen einem ersten Überblick zum jeweiligen Bergwerkseigentum. Interessenten können Ihr Erwerbsinteresse unter Angaben des betreffenden Bergwerkseigentums - vorzugsweise schriftlich - gegenüber der BVVG-Zentrale bekunden.

Die Vermarktung/Veräußerung des Bergwerkseigentums erfolgt grundsätzlich über öffentliche Ausschreibungen, um einem breiten Bewerberkreis die Möglichkeit zur Gebotsabgabe zu geben. Die Reihenfolge für die Ausschreibung des Bergwerkseigentums legt die BVVG intern fest; vorliegende Interessenbekundungen werden hierbei nach Möglichkeit berücksichtigt. In jedem Fall werden diejenigen Interessenten, deren Erwerbsinteresse zum Ausschreibungsbeginn bei der BVVG aktenkundig ist, über die Ausschreibung schriftlich informiert.

Nach vorheriger Terminabsprache mit dem o. g. Ansprechpartner kann in den Räumen der BVVG-Zentrale in ggf. vorhandene detaillierte Unterlagen zu dem jeweiligen Bergwerkseigentum Einsicht genommen werden.

Lage

Das Bergwerkseigentum Wesenberg-Nord liegt im Südosten des Landes Mecklenburg-Vorpommern westlich der Stadt Wesenberg. Es erstreckt sich über den nördlichen Teil des Salzstockes Wesenberg und einen Teil der ihm westlich vorgelagerten Randsenke. Der Salzstock wurde in den Jahren vor 1990 u.a. im Bereich des heutigen Bergwerkseigentums Wesenberg-Nord für die Anlage von Kavernen erkundet.

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Die dargestellte Position ist nur eine ungefähre Angabe der Lage.

Anlagen / Links

Kontaktdaten

  • Name
    Frau Dr. Sabine Dietrich
  • Firma
    BVVG - Bereich Verkauf/Verpachtung
  • Adresse
    Schönhauser Allee 120
    10437 Berlin
  • Tel. Durchwahl

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