Miteigentum an Wald bei Leippe + Quarz-, Kies-, Sande im Grundeigentum

Sachsen, Bautzen

Objektdaten

  • Objekt-Nr.
    SD25-1800-006320
  • Bundesland
    Sachsen
  • Kreis
    Bautzen
  • Gemeinde
    Lauta, Stadt
  • Gemarkung
    Leippe
  • Objektart
    Acker und Grünland
    Bodenschätze-Ausschreibung
    Wald
  • Größe
    2,1369 ha
  • Orientierungswert (Kauf)
    nach Gebot

Abgabe des Gebotes

Objekt­beschreibung

Das Ausschreibungsobjekt betrifft 3 teilweise arrondierte, überwiegend bewaldete Flurstücke bei Leippe mit Bodenschätzen im Grundeigentum. Die Flächen liegen im Lagerstättengebiet „Hohenbocka“, einem Verbreitungsgebiet oberflächennah lagernder Quarzsande und Kiessande, die in der Region vielfach aufgeschlossen sind.
Der zum Kauf ausgeschriebene Miteigentumsanteil der BVVG an den insgesamt 8,14 ha großen Flurstücken beträgt 2,1369 ha. Auf dem FS 40/2 befinden sich Teile einer Altablagerung. Die Flächen liegen im Außenbereich an einem Windvorranggebiet.

OBJEKT

Bodenschatzführende Flurstücke

„GRE Leippe“

Bodenschätze
Quarzsande zur Herstellung von Glassanden sowie Kiese und Kiessande



Größe, Nutzungsart
Es wird ein 8,1400 ha großes Los aus 3 Flurstücken angeboten, wobei der ideelle Miteigentumsanteil der BVVG 2,1359 ha beträgt, davon sind ca. 2,0917 ha Holzungsfläche und 0,0064 m² Verkehrsfläche.

Die Flurstücke werden forstwirtschaftlich genutzt, daneben untergeordnet als Landwirtschaftsflächen.

Eine Fläche von 0,0388 ha ist als Grünland mit einer durchschnittlichen Bonität von 30 Bodenpunkten ausgewiesen.

Jagdliche Situation

Das Ausschreibungsobjekt bildet auf Grund der geringen Größe keinen Eigenjagdbezirk. Die Fläche gehört zum gemeinschaftlichen Jagdbezirk der örtlichen Jagdgenossenschaft Leippe-Torno, mit der ein Jagdpachtvertrag bis zum 31.12.2030 geschlossen ist.

Grundbuchliche Situation/Belastungen

  • Grundbuch von Leippe, Blatt 1099, Flst. 99, Flur 5, Größe 1360 m²

Abt. II und III lastenfrei

Eigentümer: BVVG

An den Flurstücken 40/1 und 40/2 ist die BVVG Miteigentümerin zu 1/4 Anteil.

  • Grundbuch von Leippe, Blatt 2, Flst. 40/1 mit 29030 m² und 40/2 mit 51010 m²

v
e
rkauft wird der Miteigentumsanteil nach 1e) Eigentümer BVVG zu 1/4

Abt. II:

lfd. Nr. der Eintragung: 1

Eine beschränkte persönliche Dienstbarkeit zugunsten der Aktiengesellschaft Sächsische Werke in Dresden, bestehend in dem Recht, elektrische Leitungen über das Flurstück Ktbl. 3 Nr. 170/29 zu führen und zu unterhalten, sowie das Flurstück hierfür zu benutzen. Die Ausübung des Rechtes kann Dritten überlassen werden. Der jeweilige Grundstückseigentümer ist verpflichtet, das Grundstück innerhalb eines Abstandes von je 25 m von der Achse der Leitung auf beiden Seiten holzleer zu halten. Unter Bezugnahme auf die Eintragungsbewilligung vom 23. März 1942, eingetragen am 15.April 1942.

lfd. Nr. der Eintragung: 2

Ein Recht für die Elektrowerke Aktiengesellschaft in Berlin W 62, Kurfürstenstraße 112/112 a, auf der Parzelle Ktbl. 3 Nr. 170/29 zwei Leitungsmasten aufzustellen, die Parzelle mit Leitungsseilen für elektrische Starkstromleitungen zu überspannen und diese Leitungen zu unterhalten. Die Ausübung der Dienstbarkeit kann Dritten überlassen werden. Im übrigen wird auf die Eintragungsbewilligung vom 06. Juni 1942 Bezug genommen, eingetragen am 01. Juli 1942.

Rechte unter lfd.Nr. 1 bis 2 bei Neufassung der Abteilung eingetragen am 16.04.1997.

lfd. Nr. der Eintragung: 3

Beschränkte persönliche Dienstbarkeit für den Trinkwasserzweckverband "Kamenz Nord" in Lauta, bestehend in dem Recht, das Grundstück für den Betrieb, die Instandsetzung und Erneuerung, einschließlich Neubau von Trinkwasserleitungen und Anlagen zu betreten und zu benutzen, sowie einer Bau- und Benutzungsbeschränkung, gemäß Leitungs- und Anlagenrechtsbescheinigung des Regierungspräsidiums Dresden vom 04.07.2005 (Reg.-Nr. 14-0531-71/2004-24) nach § 9 Abs.5 GBBerG i.V. m. § 8 SachenRDV im Wege der Grundbuchberichtigung eingetragen am 23.03.2006.

lfd. Nr. der Eintragung: 4

Lastend am Flurstück Nr. 40 der Flur 5 Gemarkung Leippe:

Beschränkte persönliche Dienstbarkeit (110-kV Freileitungsrecht Abzweig Bernsdorf, Bl. 6915 mit Schutzstreifen) für envia Mitteldeutsche Energie AG, Chemnitz; gemäß Leitungs- und Anlagenrechtsbescheinigung des Regierungspräsidiums Dresden vom 09.05.2008 (Reg.-Nr.14D-0531.72/2007-73/01) nach § 9 Abs. 5 GBBerG i.V.m. § 4 SachenR-DV im Wege der Grundbuchberichtigung, eingetragen am 23.01.2009.

Abt. III: keine Eintragung

Die vorgenannten Belastungen sind zu übernehmen. Nachträglich bekannt werdende Lasten und Beschränkungen, die nach den gesetzlichen Bestimmungen noch einzutragen sind, sind vom Käufer als nicht wertmindernd zu übernehmen.

Die Ausschreibung des Objektes erfolgt nach Gebot. Unter dem Punkt "Service" können Sie sich über Höchstgebote beendeter Ausschreibungen informieren.

Die Flächenaufteilung erfolgt ausschließlich zur Groborientierung. Wegen der tatsächlichen Flächengröße, der jeweiligen Nutzungsart sowie der Bewirtschaftungsmöglichkeiten übernimmt die Verkäuferin keine Gewähr.

Rechtliche Einordnung

Grundstückseigentum mit Bodenschätzen im Grundeigentum

Die in den angebotenen Flurstücken anstehenden Quarzsande zur Herstellung von Glassanden unterfallen aufgrund der rechtsgültigen Aufhebung des Bergwerkseigentums Leippe Werk 2 mit Bescheid des Sächsischen Oberbergamtes vom 13.04.2016 dem Grundeigentum.

Bergwerkseigentum der BVVG

Derzeit verfügt die BVVG im Lagerstättenrevier Hohenbocka noch über das Bergwerkseigentum Hosena/Koschenberg, verliehen für den Bodenschatz Quarzsande zur Herstellung von Glassanden. Für dieses etwa 6 km entfernt an der Landesgrenze mit Brandenburg liegende Bergwerkseigentum führt die BVVG gegenwärtig ein Interessenbekundungsverfahren durch, um potentielle Käufer zu ermitteln, vgl. separates Exposé VV66-2450-005415.


LAGERSTÄTTE

Quellen:


[1] Alisch, U., Eichberg, M., Wiedemann, B.: Bewertung der Verfügbarkeit von Glassandvorräten in den Bergwerkseigentümern Hohenbocka/Guteborn, Hosena/Koschenberg, Hohenbocka/Leippe, Leippe / Werk 2. UWG Gesellschaft für Umwelt- und Wirtschaftsgeologie mbH Berlin, 31.05.1996, 52 S. zzgl. Anlagen – auszugsweise in Bezug auf die angebotenen Flächen,


[2] Alisch, U., Graf, Th.: Einschätzung der Vorratssituation in den BWE Hohenbocka/Guteborn-West, Hosena/Koschenberg und Leippe/Werk 2, FUGRO CONSULT GmbH, Berlin, 23.02.2005, 19 S. zzgl. Anlagen – auszugsweise in Bezug auf die angebotenen Flächen,


[3] Karte der oberflächennahen Rohstoffe 1:200 000, Erl. Bl. CC 4750 Cottbus, 94 S., 1 Kt, Hannover 2001,


[4] Vulpius, R.: Die Glassande von Hohenbocka – seit 150 Jahren ein Grundstoff für die Lausitzer Glasindustrie, Pressglas-Korrespondenz, 2004-2-16, 11 Seiten,


[5] Daten zu Altbohrungen: Kartenportal des Sächsischen Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und Geologie, Digitale Bohrungsdaten, Abfrage zuletzt am 25.05.2021.

Geologische Verhältnisse

Das Flurstückslos liegt am Südrand des Niederlausitzer Braunkohlenreviers, in dem mehrere unterschiedlich nutzbare Lockergesteine verbreitet sind.

In der Hohenbockaer Hochfläche, die als Kern einer eiszeitlichen Kerb-Stauchendmoräne interpretiert wird, lagern an der Basis des 2. Lausitzer Braunkohlen-Flözhorizontes die stratigraphisch dem Miozän zugeordneten Quarzsande von Hohenbocka-Hosena. Lokal sind die Quarzsande durch Verkieselung verfestigt (Flächennaturdenkmal „Hohenbockaer Schweiz“) [3], [4].

Die Quarzsande kommen in einem vergleichsweise eng begrenzten Lagerstättenrevier vor, in dem die einzelnen Lagerstättenbereiche oberflächennah in zwei glazigenen Stauchungszonen angeordnet sind. In der östlichen der beiden Stauchungszonen, im Gebiet um Leippe-Johannisthal, liegt im südlichen Bereich des ehemaligen Bergwerksfeldes Leippe Werk 2 das Flurstück 40/2.

Daneben stehen glazifluviatile saalekaltzeitliche Sande und Kiessande südlich der Linie Vetschau-Cottbus-Forst an, die zum Teil über ebenfalls nutzbaren elsterkaltzeitlichen Schmelzwasserbildungen lagern.

Im Bereich des ausgeschriebenen Flurstückloses ist das Gelände mit Ausnahme rekultivierter ehemaliger Abgrabungen morphologisch nahezu eben. Die geographische Höhenlage beträgt um + 150 m NHN.

Untersuchungsstand

Das Lagerstättenareal Leippe ist aufgrund seiner bereits mehr als einhundert Jahre andauernden Nutzung sehr gut untersucht.

Seit der Neubewertung durch Vulpius 1997, vgl. [4], werden auch die sogenannten Tiefensande in die Gewinnung einbezogen (Hohenbocka).

Petrographische und qualitative Kennzeichnung

Der lithologisch als Fein- bis Mittelsand anzusprechende Rohsand weist sehr hohe Quarzgehalte von > 90 M-% SiO
2 auf, ist ausgeprägt gleichkörnig (Hauptkorngrößenbereich 0,1 bis 0,3 mm) und beinhaltet kaum Über- und Unterkorn.

Zwei deutlich unterschiedliche Rohsandtypen kommen vor; der 0 - 5 m mächtige, vorwiegend weiße, glimmerfreie Rohsandtyp 1 und darunterliegend der 3 - 15 m mächtige, graue bis schwarze, kohlig verunreinigte Rohsandtyp 2. Beide Rohsandtypen haben unterschiedliche Rohstoffeigenschaften in Bezug auf Fe
2O
3-Gehalt (< 0,008 bis 0,03 % bzw. > 0,03 bis 0,08 %) und Glühverlust (0,1 bis 0,4 % bzw. 0,4 bis 0,6 %).

Die Schmelzwassersande verfügen typischerweise über einen stark schwankenden Kiesanteil, der bis zu 20-30 M.-% erreichen kann (teilweise auch mehr) und nur über geringe abschlämmbare Anteile. Das Geröllinventar weist ein nordisches Kornspektrum auf, Flint ist u.a. vertreten.

Verwendungsmöglichkeiten

Die Glassande dienen überwiegend in aufbereitetem Zustand (entschlämmt, NaOH-behandelt und getrocknet) als Rohstoff für die Glasindustrie.

Sie werden vielfältig verwendet. Neben der Herstellung von Kristall-, Flach-, Hohl- und Pressglas, Glasfasern und Glaswolle werden sie im Gießereiwesen als Formgrundstoff, für keramische Massen (u.a. Steingut, Fliesen, Sanitärporzellan), als Füllstoff für zement- und kunstharzgebundene Bauelemente, Polyesterbeton, Klebstoffe, Kalksandstein sowie Bautenschutzmittel und nicht zuletzt in der Feuerfest- und chemischen Industrie eingesetzt, vgl. [3].

Die eiszeitlichen Kiese und Kiessande werden unaufbereitet typischerweise als Schütt- und Füllmaterial verwendet. Nach entsprechender Aufbereitung können sie typischerweise für die Herstellung von Betonzuschlagstoffen eingesetzt werden.

Abbausituation

Die Flurstücke sind überwiegend unverritzt.

Von den historischen bergbaulichen Nutzungen zur Quarzsandgewinnung im Bereich des ehemaligen Bergwerksfeldes Leippe Werk 2 ist lediglich das Flurstück 40/2 mit seinem nördlichen Teil betroffen. Basierend auf Erkundungen Anfang der 1950er Jahre wurden im Bereich des ehemaligen Bergwerksfeldes Leippe Werk 2 gemäß [1] von 1959 bis 1968 Quarzsande bis zu einer Teufe von 5 m bis 10 m, max. 15 m abgebaut. Sie sind 3 - 12,5 m mächtig (im Durchschnitt 12,5 m) und stehen unter 1,1 bis 12,1 m Abraum an, der zumeist von den eiszeitlichen Sedimenten gebildet wird, vgl. [1], [3]. Glazigene Stauchungen führten zu einer stark gestörten Schichtenfolge, so dass die Lagerstätte dem Typ III zuzuordnen ist.

Da in der damaligen Zeit zwecks Einhaltung der industriell geforderten Qualitätsverteilung nur Teile der anstehenden Rohsande genutzt wurden, fand oberflächennaher Abbau statt. Die Glassande der Sorten 2 bis 6 (gemäß TGL 18092) verblieben in der Lagerstätte. Darüber hinaus erfolgte in den Restlöchern meist ein Direktversturz des Abraums aus eiszeitlichen Sedimenten auf die abgebauten, z.T. noch den “schlechteren Rohsand” enthaltenen Flächen.

Die angebotenen Flächen liegen im randlichen Bereich des Sanierungsrahmenplangebietes für das Restloch des ehemaligen Braunkohlentagebaus Heide. Bedingt durch die Flutung des Restloches ändern sich die Grundwasserstände gegenüber denen während des Erkundungszeitraums.

Für das Flurstück 40/2 ist im Sächsischen Altlastenkataster eine Altlast verzeichnet; es erfolgt eine Nachsorge (Grundwasser), vgl. Rubrik Altlasten.

Bei zukünftig geplanten Nutzungsänderungen oder Eingriffen in den Boden ist ggf. eine erneute Bewertung der Gefährdung angezeigt, vgl. [5] und Rubrik Altlasten.

Zu einem künftig möglichen Zeitpunkt kann ggf. eine Seitenentnahme im Zusammenhang mit einer etwaig erneut ins Auge gefassten Realisierung des Projektes „Neubau der Bundesstraße B 97“ geprüft werden, vgl. Rubrik RAUMORDNUNG.

Vorratssituation

Die jährliche Produktionsmenge an Quarzsanden des Lagerstättenreviers wird derzeit fast ausschließlich am Standort Hohenbocka-Guteborn gewonnen und aufbereitet; im Jahr 2001 belief sich diese Produktionsmenge auf 450.000 t, vgl. [4].

Im ehemaligen Bergwerksfeld Leippe Werk 2 insgesamt belaufen sich die Quarzsandvorräte auf knapp 300.000 Tonnen, vgl. [1].

Zur Vorratssituation können bezogen auf die Kiese und Kiessande nur insoweit Angaben gemacht werden, als dass sie wohl eingestaucht benachbart und als Abraum über den Quarzsanden als mittel- bis feinsandige Abfolge glazialer Schmelzwasserablagerungen anstehen.

Um genauere Aussagen über die Mächtigkeit und die anzutreffenden Rohstoffqualitäten zu erhalten, wird empfohlen, die historischen Erkundungsergebnisse, soweit zulässig, beim LfULG bzw. beim LBGR einzusehen und rohstoffgeologische Bohrungen abzuteufen.

Industrielle Bedeutung

Die Hohenbockaer Quarzsande haben für die Versorgung der Glasindustrie in den Bundesländern Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt vorrangige Bedeutung und haben aufgrund ihres breiten Einsatzspektrums in der verarbeitenden Industrie großen wirtschaftlichen Wert.

Die Kiese und Kiessande des Betrachtungsraumes werden typischerweise als lokal bis regional bedeutsam beschrieben.


ÖFFENTLICHE PLANUNG

Landesplanerische Einordnung

Mit Bezug auf die angebotenen Flächen enthält der geltende Landesentwicklungsplan zwei Ausweisungen:

In der Karte 10 „Klassifizierung der Vorkommen von Steine- und Erden-Rohstoffen, aktiver Steine-Erden-Bergbau“ des Landesentwicklungsplanes sind im Bereich der angebotenen Flächen Kiese, Kiessande und Sande von mittlerer bis höherer Bauwürdigkeit eingetragen.

Daneben ist in der Karte 4 (Festlegungskarte) „Verkehrsinfrastruktur“ im Bereich der angebotenen Flurstücke 40/1 und 40/2 der vorbehaltliche Korridor für den Neubau der Bundesstraße B 97 dargestellt. Im geltenden Landesverkehrsplan Sachsen 2030 ist das Projekt nicht mehr verzeichnet.


Quellen:


Verordnung der Sächsischen Staatsregierung über den Landesentwicklungsplan Sachsen (Landesentwicklungsplan 2013 - LEP 2013) vom 14. August 2013, in Kraft seit dem 31.08.2013, BVVG-GIS, Internet: Landesverkehrsplan 2030, beschlossen von der Sächsischen Staatsregierung am 25.06.2019

Regionalplanerische Einordnung

Im geltenden Regionalentwicklungsplan Oberlausitz-Niederschlesien sind nordöstlich des Flurstücks 40/2 die Vorbehaltsgebiete für oberflächennahe Rohstoffe „Leippe, Werk 2 u. östl. Erweiterung“ (Qs 54 bzw. 55) und Landschaftsbild/Landschaftserleben verzeichnet. Sie erfassen das Flurstück 40/2 geringfügig.

Von einem großräumigen Vorranggebiet für Arten und Biotopschutz sind alle drei angebotenen Flurstücke teilweise betroffen.

Zwischen den Flurstücken 99 und 40/1, 40/2 liegt das Eignungsgebiet für die Windenergienutzung „Leippe“ (EW 26).

Alle angebotenen Flächen befinden sich innerhalb des Geltungsbereiches des Braunkohlenplans für das Sanierungsgebiet des Tagebaus Heide (sächs. Teil).

Derzeit wird an der zweiten Gesamtfortschreibung des Regionalplans Oberlausitz-Niederschlesien gearbeitet. Dessen Kartendarstellungen zufolge befinden sich die angebotenen Flächen unverändert innerhalb des Geltungsbereiches des Braunkohlenplans für das Sanierungsgebiet des Tagebaus Heide (sächs. Teil). Den Darstellungen im Braunkohlenplan Tagebau Heide (sächs. Teil) zufolge, befindet sich die ehemalige Mülldeponie Leippe nördlich der angebotenen Flurstücke 40/2 und 40/1, vgl. Rubrik Altlasten. Das zwischen den Flurstücken 99 und 40/1, 40/2 liegende Eignungsgebiet für die Windenergienutzung „Leippe“ (EW 26) ist auf der Karte zum 1. Entwurf der zweiten Fortschreibung nicht mehr eingetragen. Aktuell erfolgt die Abwägung der im Rahmen der Beteiligung der Öffentlichkeit und öffentlichen Stellen eingegangenen Stellungnahmen.


Quellen:


BVVG-GIS, Regionalplan für die Planungsregion Oberlausitz-Niederschlesien, Erste Gesamtfortschreibung vom 27.10.2009, in Kraft getreten am 04.02.2010, Zweite Gesamtfortschreibung gemäß Aufstellungsbeschluss vom 01.10.2013 -
Beteiligungsverfahren gemäß § 9 ROG (n. F.) i. V. m. § 6 SächsLPlG (n. F.) vom
03.07.2020 bis 02.10.2020

Bauleitplanungen

Hinweise auf etwaige Bauleitplanungen liegen für die angebotenen Flurstücke nicht vor und wurden daher nicht gesondert geprüft.

Ein rechtsgültiger Flächennutzungsplan für die Stadt Lauta inkl. des Ortsteils Leippe besteht nicht. Der zweite Entwurf des Flächennutzungsplans der Stadt Lauta weist
Flächen für Aufschüttungen, Abgrabungen oder die Gewinnung von Bodenschätzen“ kombiniert mit „Flächen für Wald“ aus. Das zwischenzeitlich erloschene Bergwerkseigentum Leippe, Werk 2 ist in diesem Entwurfsstand noch dargestellt. Die geplante überörtliche Straßenverbindung sowie eine oberirdisch verlaufende Elektrofreileitung sind gleichfalls abgebildet.


Quellen:


BVVG-GIS: Daten des Digitalen Raumordnungskatasters für Sachsen, Stand 2020/05, Entwurf „
Flächennutzungsplan Stadt Lauta mit den Ortsteilen Laubusch, Leippe, Tornow und Johannisthal, Textliche Begründung vom 10.04.2014“ nebst Aussetzungsbeschluss vom 19.03.2015

Windgebiete

Die Flächen des Flurstücksloses liegen im Umfeld eines Windgebietes. Das Flurstück 40/1 liegt anteilig und das Flurstück 99 vollständig innerhalb des 300 m-Puffers um dieses Gebiet. Das Windgebiet ist im 1. Entwurf der Zweiten Gesamtfortschreibung des Regionalplans Oberlausitz-Niederschlesien nicht mehr verzeichnet.


Quellen:



BVVG-GIS,

Regionalplan für die Planungsregion Oberlausitz-Niederschlesien, Erste Gesamtfortschreibung vom 27.10.2009, in Kraft getreten am 04.02.2010, Zweite Gesamtfortschreibung gemäß Aufstellungsbeschluss vom 01.10.2013
- Beteiligungsverfahren gemäß § 9 ROG (n. F.) i. V. m. § 6 SächsLPlG (n. F.) vom 03.07.2020 bis 02.10.2020


SCHUTZGEBIETE / BELASTUNGEN

Trinkwasserschutz

Die Flächen sind von ausgewiesenen Trinkwasserschutzgebieten nicht betroffen.


Quellen:


BVVG-GIS,
Regionalplan für die Planungsregion Oberlausitz-Niederschlesien, Erste Gesamtfortschreibung vom 27.10.2009, in Kraft getreten am 04.02.2010, Zweite Gesamtfortschreibung gemäß Aufstellungsbeschluss vom 01.10.2013
- Beteiligungsverfahren gemäß § 9 ROG (n. F.) i. V. m. § 6 SächsLPlG (n. F.) vom 03.07.2020 bis 02.10.2020 und Geoviewer Sachsen - Abfragen zuletzt am 03.05.2021

Hochwasserschutz

Die Flächen und ihr Umfeld sind von Hochwasserschutzgebieten nicht betroffen.

Quellen:


Regionalplan für die Planungsregion Oberlausitz-Niederschlesien, Erste Gesamtfortschreibung vom 27.10.2009, in Kraft getreten am 04.02.2010, Zweite Gesamtfortschreibung gemäß Aufstellungsbeschluss vom 01.10.2013
- Beteiligungsverfahren gemäß § 9 ROG (n. F.) i. V. m. § 6 SächsLPlG (n. F.) vom 03.07.2020 bis 02.10.2020 und Geoviewer Sachsen - Abfragen zuletzt am 03.05.2021

Naturschutz

Naturschutzrechtliche Schutzgebietsausweisungen direkt für die Flächen liegen mit Ausnahme einer geringfügigen Betroffenheit vom Landschaftsschutzgebiet „Lauta-Hoyerswerda-Wittichenau“ im nordöstlichsten Bereich des Flurstücks 40/2 nicht vor.


Quellen:


BVVG-BI und BVVG-GIS Layer „Schutzgebiete“ (Bundesamt für Naturschutz)

Bodendenkmale

Es liegen keine Hinweise auf etwaige Betroffenheit vor. Es ist jedoch nicht grundsätzlich auszuschließen, dass archäologische Relevanzbereiche betroffen sein könnten und zum konkreten Planungsstand eines Aufschlusses die Stellungnahme des Archäologischen Landesamtes einzuholen ist.


Quellen:


BVVG-GIS: Topografische Karten TK10 und TK25

Altlasten- und Kampfmittelverdacht

Der nördliche Bereich des Flurstücks 40/2 in der Flur 5 der Gemarkung Leippe ist von einer auf dem benachbarten Flurstück 37 eingetragenen Altlast teilweise betroffen. Es handelt sich um eine frühere, nicht mehr genutzte Glassandgrube, die Anwohner und Betriebe der umliegenden Ortschaften auch als Müllkippe genutzt haben und die 1974 - 1975/76 geschoben und aufgeforstet wurde. Die Altablagerung ist im Sächsischen Altlastenkataster als „ehem. Mülldeponie Leippe“ erfasst (SALKA-Nr. 92100070). Sie befindet sich in Überwachung (Nachsorge Grundwasser).


Quellen:


BVVG-BI, BVVG-GIS: Topografische Karte TK 25, Altlastenverdachtsflächen,
Internet: Sächsisches Altlastenkataster (SALKA), Auskünfte des Landratsamtes Bautzen, Abfallamt, Emails A. Schulze vom 31.05.2021


INFRASTRUKTUR / ERSCHLIEßUNG

Verkehrswege

Die Flächen liegen etwa 60 km nördlich der Landeshauptstadt Dresden bei Leippe. Sie sind über die Bundesautobahn A 13, Anschlussstelle Ruhland bei Schwarzheide in Verbindung mit dem örtlichen Straßen- und Wegenetz zu erreichen. Jeweils etwa 7 km entfernt besteht Anbindung an die Bundesstraßen B 96 (bei Lauta) und B 97 (bei Bernsdorf).

Umliegende Bahnanschlüsse sind westlich und nördlich etwa drei Kilometer entfernt bei Lauta, Hohenbocka oder Heide vorhanden. Ein Gleisanschluss für den Güterverkehr der DB Netz AG, Ladestelle Schwarzkollm, befindet sich einer Entfernung von etwa 7 km in Schwarzkollm, Sandwäsche Nr. 1.

Für die Bundesstraße B 97 bestanden Planungen, sie über das Flurstück 40/2 entlang der Elektrofreileitung zu führen, vgl. Rubrik RAUMORDNUNG. Im geltenden Landesverkehrsplan Sachsen 2030 ist das Projekt nicht mehr verzeichnet.

Südlich des angebotenen Flächenloses ist die Verlegung der Staatsstraße S 92 nördlich von Bernsdorf mit einer Länge von 6 km geplant.


Quellen:


BVVG-GIS: Topografische Karten, Internet: Landesverkehrsplan 2030, beschlossen von der Sächsischen Staatsregierung am 25.06.2019

Industriell-gewerbliche Standorte

Die nächstgelegenen Industrie- und Gewerbegebiete befinden sich in Lauta, Laubusch und Schwarzheide.


Quellen:


BVVG-GIS: Topografische Karten, Internet


BESONDERHEITEN

Dauerhafte
Beschränkungen

Allgemein ist der den geltenden Standards entsprechende Abstand zu schützenswerten Objekten, Ortslagen und öffentlichen Straßen einzuhalten.

Hingewiesen wird insbesondere auf die Einflüsse früherer bergbaulicher Nutzungen und deren Nachsorge, die sich auf die angebotenen Flächen auswirken sowie die das Flurstück 40/2 betreffende Eintragung im Sächsischen Altlastenkataster.


DOKUMENTATION

Erkundungsberichte, Gutachten, Prospekte

Die unter der Rubrik LAGERSTÄTTE genannten Quellen sind, soweit sie nicht ohnehin öffentlich sind, bei der BVVG nach Terminvereinbarung einsehbar. Soweit eine Einsichtnahme zulässig ist, können auch die zitierten bzw. nachrichtlich aufgeführten Erkundungsberichte in den Räumen des LfULG in Freiberg bzw. dem LBGR in Cottbus eingesehen werden. Die BVVG wird ihr Einverständnis zur Einsichtnahme in die Berichte beim LfULG bzw. dem LBGR im Einzelfall auf Anfrage erteilen.

Haftungsausschluss

Die BVVG Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH stellt die Inhalte dieses Produktblattes mit Sorgfalt zusammen. Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen, aber ohne Gewähr. Die Angaben dienen nur der unverbindlichen allgemeinen Information und ersetzen nicht die individuelle Befassung mit dem Objekt.

Stand der Informationen: 05/2021

Lage

Das Objekt befindet sich westlich der Ortslage Leippe in der Lausitz nahe der Landesgrenze des Freistaates Sachsen mit dem Land Brandenburg. Die angebotenen Flächen liegen etwa 60 km nördlich der Landeshauptstadt Dresden. Sie sind über die Bundesautobahn A 13 in Verbindung mit dem örtlichen Straßen- und Wegenetz zu erreichen. Die Bundesstraßen B 96 und B 97 sind in ca. 7 Kilometern Entfernung zu erreichen.

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Die dargestellte Position ist nur eine ungefähre Angabe der Lage.

Kontaktdaten

  • Name
    Frau Elke Herold
  • Firma
    BVVG - Landesniederlassung Sachsen/Thüringen
  • Adresse
    Cottaer Straße 2 - 4
    01159 Dresden
  • Tel. Durchwahl

Direktanfrage

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Gebote senden Sie ausschließlich an: gebote@bvvg.de oder per Post an:
BVVG – Ausschreibungsbüro, Postschließfach 55 01 34, 10371 Berlin

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