Bergwerkseigentum Magdeburg/Prester/Teilfeld 3, Kiese und Kiessande

Sachsen-Anhalt, Magdeburg

Bergwerkseigentum Magdeburg/Prester/Teilfeld 3, Kiese und Kiessande - Ausschnitt aus dem Lageriss

Ausschnitt aus dem Lageriss

Bergwerkseigentum Magdeburg/Prester/Teilfeld 3, Kiese und Kiessande - Luftbild mit Projektion des Bergwerksfeldes (1)

Luftbild mit Projektion des Bergwerksfeldes (1)

Bergwerkseigentum Magdeburg/Prester/Teilfeld 3, Kiese und Kiessande - Luftbild mit Projektion des Bergwerksfeldes (2)

Luftbild mit Projektion des Bergwerksfeldes (2)

Objektdaten

  • Objekt-Nr.
    VV03-2450-000819-AUS
  • Bundesland
    Sachsen-Anhalt
  • Kreis
    Magdeburg
  • Gemeinde
    Magdeburg, Landeshauptstadt
  • Gemarkung
    Magdeburg
  • Flur
    757
  • Flurstück
    Keine - Für Grundstücke beachten Sie bitte die separaten Ausschreibungen der BVVG-Landesniederlassung Sachsen-Anhalt.
  • Objektart
    Bodenschätze-Ausschreibung
  • Größe
    1.120.138 m²
  • Orientierungswert
    nach Gebot

Abgabe des Gebotes

Objekt­beschreibung

Zum Verkauf ausgeschrieben ist das Bergwerkseigentum Magdeburg/Prester/Teilfeld 3, das für die bergfreien Bodenschätze Kiese und Kiessande zur Herstellung von Betonzuschlagstoffen verliehen worden ist.
Das heutige Bergwerksfeld und angrenzende Bereiche wurde im Jahr 1967 auf Kiessande erkundet. Mehr als zehn zwischen 7 und 15 m tief angelegte Bohrungen sind belegt, mit denen das typische Normalprofil der Niederterrassensedimente in dem quartären Flusssystemgebiet angetroffen wurde. Das Bergwerksfeld ist unverritzt.


OBJEKT

Bergwerkseigentum
Magdeburg/Prester/Teilfeld 3 (468/90/689)

Verliehen für den Bodenschatz
9.23, Kiese und Kiessande zur Herstellung von Betonzuschlagstoffen

Größe des Bergwerksfeldes
1.120.138 m²

Rechtliche Einordnung
Aufrechterhaltenes altes Recht: Bergwerkseigentum gemäß § 151 BBergG

Oberflächennutzung
Die Geländeoberfläche wird überwiegend landwirtschaftlich als Ackerland genutzt.

Flächen der BVVG
Die BVVG ist Eigentümerin mehrerer Flurstücke mit einer Fläche von insgesamt etwa 99 ha, die große Teile des Bergwerksfeldes Magdeburg/Prester/Teilfeld 3 und angrenzende Flächen überdecken. Sofern im Zusammenhang mit dem Erwerb des Bergwerkseigentums Magdeburg/Prester/Teilfeld 3 Interesse an diesen und ggf. auch angrenzenden ebenfalls bodenschatzführenden Flächen besteht, wird die BVVG auf einen entsprechenden Antrag hin prüfen, ob und zu welchen Bedingungen ein Verkauf möglich ist. Das etwa 99 ha umfassende Flurstückslos plant die BVVG-Landesniederlassung Sachsen-Anhalt als Objekt Nr. AM03-1800-078919 zeitnah auszuschreiben, vgl. Webseite der BVVG.
Über dem südlich des Bergwerksfeldes Magdeburg/Prester/Teilfeld 3 liegenden Bergwerksfeld Magdeburg/Prester/Teilfeld 2 (Eigentum Dritter) ist die BVVG Eigentümerin von Flurstücken mit einer Fläche von insgesamt knapp 60 ha. Sofern Interesse an diesen Flächen besteht, wird die BVVG auf einen entsprechenden Antrag hin prüfen, ob und zu welchen Bedingungen ein Verkauf möglich ist.
Nördlich des Bergwerksfeldes Magdeburg/Prester/Teilfeld 3 ist die BVVG Eigentümerin von Flurstücken mit einer Fläche von insgesamt ca. 250 ha, in denen die Kiese und Kiessande dem Grundeigentum unterfallen. Sofern im Zusammenhang mit dem Erwerb des Bergwerkseigentums Magdeburg/Prester/Teilfeld 3 Interesse an diesen ebenfalls bodenschatzführenden Flächen besteht, wird die BVVG auf einen entsprechenden Antrag hin prüfen, ob und zu welchen Bedingungen ein Verkauf möglich ist. Das 69,1571 ha große Flurstück 10267 in der Flur 724 schreibt die BVVG-Landesniederlassung Sachsen-Anhalt derzeit als Objekt Nr. AM03-1800-143720 bis zum 08.02.2021 zum Verkauf aus, vgl. Webseite der BVVG.
Bitte beachten Sie auch die weiteren Ausschreibungen von Flächen durch die BVVG-Landesniederlassung Sachsen-Anhalt.


LAGERSTÄTTE
    Quellen:
    [1] Fischer, M. et al. (1976): Höffigkeitseinschätzung zur Verbreitung von Rohstoffen für die Baumaterialienindustrie in quartären Ablagerungen in der DDR – Einheitsblatt Magdeburg-Süd 2264 – Ressourcenkarte Quartär 1:50.000. - VEB Geologische Forschung und Erkundung Halle im Auftrag des Ministeriums für Geologie, 42 Blatt, 1 Kt, Berlin 1976,

    [2] Henle, K. et al., AG KABE (2000): Kiesabbau in Auen am Beispiel der Elbe (KABE) – Grundlagen zur Einschätzung großräumiger ökologischer Auswirkungen. In BfG/Projektgruppe Elbe-Ökologie (Hrsg.), Mitteilung Nr. 7, Berlin 2000, 123 Seiten inkl. Anlagen,
    [3] Karte der oberflächennahen Rohstoffe 1:200 000, Erl. Bl. CC 3934 Magdeburg, 81 S., 1 Kt, Hannover 2004,
    [4] Stedingk, K., Präger, R., Balzer, G. und Ehling, B.-C. (2008): Rohstoffbericht Sachsen-Anhalt 2008. – Mitteilungen zu Geologie und Bergwesen von Sachsen-Anhalt, Band 16, 2008, Landesamt für Geologie und Bergwesen von Sachsen-Anhalt, Halle, 11.11.2008, 160 S.,
    [5] Landesbohrdatenbank – Verzeichnisse lagerstättengeologischer und hydrogeologischer Altbohrungen, Landesbohrdatenbank Sachsen-Anhalt, Stand 02/2019,
    [6] Balzer, G. (2019): Rohstoffgeologische Auskunft – Standort Magdeburg-Prester. – Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt, Magdeburg, 11.03.2019, 1 Seite,
    [7] Koch, T. (2019): Daten als Auszug aus der Landesbohrdatenbank, Email vom 13.03.2019.

Geologische Verhältnisse
Das angebotene Objekt im südöstlichen Stadtgebiet von Magdeburg liegt in einem ungestörten großräumigen Verbreitungsgebiet pleistozäner Kiessande und Sande innerhalb des Elbe-Urstromtals.
Die nachgewiesene durchschnittliche Mächtigkeit der Kiessande in der gesamten Lagerstätte Prester (BWE Magdeburg/Prester/Teilfelder sowie ehemaliges Bewilligungsfeld Magdeburg-Prester) variiert zwischen 3,5 und 15 m und liegt im Mittel bei etwa 6,5 m. Die höchsten Mächtigkeiten werden im Norden angetroffen (Bereich Friedensweiler). Nach Süden und Westen nehmen die Mächtigkeiten ab.

Insgesamt wird von folgendem Normalprofil ausgegangen:

Abraum:

    Ø 2 m, lokal bis zu 4 m Mutterboden, Auelehm
Nutzhorizont:
    3,5-15 m, Ø 6,5 m weichsel- und saalezeitliche Kiessande; daneben Sande
Liegendes:
    Tertiäre Ablagerungen (Septarienton, Grünsand)

Für das Bergwerksfeld Magdeburg/Prester/Teilfeld 3, werden durchschnittliche Nutzmächtigkeiten von 9 m Kiessand unter 3 m Abraum angegeben, vgl. [1].
Neben den bauwürdigen Kiesen und Kiessanden wurden bauwürdige Sande nachgewiesen, vgl. [1].

Untersuchungsstand
Der Kenntnisstand über Mächtigkeiten, Lagerungsverhältnisse und stoffliche Eigenschaften der Rohstoffe in diesem Bereich des Elbe-Urstromtals wird als hoch eingestuft und gilt als hinreichend für die Bewertung der Rohstoffe [1].
Auf dem Flurstück 10339 sind neun Bohrungen bekannt, darunter 6 Kiessandbohrungen aus dem Jahr 1967. Sofern Interesse an dieser Fläche bzw. dem Flächenlos besteht, wird die BVVG auf einen entsprechenden Antrag hin ihre Zustimmung zur Einsichtnahme in die Schichtenverzeichnisse erteilen, – sofern der Dateneigner dem zustimmt. Die Daten der beiden ingenieurgeologischen Bohrungen aus dem Jahr 1920 sind öffentlich.

Petrographische und qualitative Kennzeichnung
Die Kornzusammensetzung der Kiessande in der Gesamtlagerstätte Prester weist die für glazifluviatile und fluviatile Ablagerungen typische Veränderlichkeit auf.
Die die Kiesgehalte liegen bei 30-35 M.-%, vgl. [1], [6].

Das flusssystemtypische Geröllspektrum der Rohkiese aus den Niederterrassenablagerungen entlang der Elbe ist durch einen hohen, mit dem Flusslauf abnehmenden Quarzgehalt gekennzeichnet. Bei Magdeburg/Gübs wird er um knapp 50 M.-% erwartet. Daneben treten Quarzit und Kristallin-Komponenten auf. Der Gehalt an „ungeeigneten“ Geröllanteilen bleibt regional unter 3,88 M-%. Organische Bestandteile, häufig Xylit, sowie geringere Anteile an Eisenverbindungen kommen in allen Gewinnungsstellen vor. Kalksteine treten in den weiter nördlich liegenden Gewinnungsstellen auf [4].

Es wird erwartet, dass der Bodenschatz Kiessand im Bereich der Gesamtlagerstätte Magdeburg-Prester nach Aufbereitung zur Herstellung von Betonzuschlag nach DIN 4226 geeignet ist.


Verwendungsmöglichkeiten
Aus den Nutzschichten lassen sich nach [1], [3] hochwertige Beton- und Straßenbaukiese sowie alle wesentlichen aufbereiteten Kiessande und Sande für alle Bauzwecke gewinnen.

Abbausituation
Das Bergwerksfeld Magdeburg/Prester/Teilfeld 3 und die angebotenen Flächen sind unverritzt. Die Kiessande der Region lagern typischerweise unkompliziert und werden im Nassschnitt abgebaut, vgl. auch [2].
Zum konkreten Planungsstand eines Aufschlusses im Lagerstättenbereich Prester werden konkurrierende Belange zu berücksichtigen sein, vgl. Rubriken INFRASTRUKTUR, RAUMORDNUNG, SCHUTZGEBIETE, BESONDERHEITEN. Für die Einschätzung großräumiger ökologischer Auswirkungen einer möglichen Projektgestaltung kann KABE-Studie [2] Hinweise liefern. Eine frühzeitige Abstimmung mit den Behörden wird empfohlen.

Vorratssituation
Für die drei als Bergwerkseigentum gesicherten Bereiche der Gesamtlagerstätte Prester wurden insgesamt 38,1 Mio. t gewinnbare Kiessandvorräte berechnet [1]. Davon sind dem Bergwerkseigentum Magdeburg/Prester/Teilfeld 3 zum damaligen Zeitpunkt anteilig 9,9 Mio. t zugeordnet worden, die gegenwärtig teilweise vertraglich vereinbarten Nutzungsbeschränkungen unterliegen, vgl. Rubrik RAUMORDNUNG und BESONDERHEITEN.

Industrielle Bedeutung
Die Lagerstätten des Elbe-Urstromtals im Raum der Gesamtlagerstätte Prester können überregionale Bedeutung erlangen, wobei die Rohstoffe vorrangig auf dem Schienen- oder Wasserweg abgefrachtet bzw. abbaunah weiterverarbeitet werden.


ÖFFENTLICHE PLANUNG

Landesplanerische Einordnung
„Ziel 136: Vorranggebiete für die Rohstoffgewinnung dienen dem Schutz von erkundeten Rohstoffvorkommen insbesondere vor Verbauung und somit der vorsorgenden Sicherung der Versorgung der Volkswirtschaft mit Rohstoffen (Lagerstättenschutz), … Ziel 139: Lagerstätten oberflächennaher Baurohstoffe (insbesondere Kiese und Sande) sind in den Regionalen Entwicklungsplänen raumordnerisch zu sichern.“
Quelle:
Verordnung über den Landesentwicklungsplan 2010 des Landes Sachsen-Anhalt, nach § 5 Abs. 3 Satz 1 des Landesplanungsgesetzes durch die Landesregierung beschlossen am 14.12.2010 und in Kraft getreten am 12.03.2011

Regionalplanerische Einordnung
Im geltenden Regionalen Entwicklungsplan für die Planungsregion Magdeburg ist der Betrachtungsraum nicht als Vorrang- oder Vorbehaltsgebiet für die Rohstoffgewinnung von Kiesen und Kiessanden ausgewiesen. Im geltenden Regionalplan ist eine näherer Abstimmung bedürfende, geplante Hauptverkehrsstraße mit Landesbedeutung dargestellt, die den Betrachtungsraum von Südwesten nach Nordosten quert und eine Verbindung zwischen der L 51 bei Salbke westlich der Elbe und der B 1 bei Friedensweiler schaffen würde (zu erhaltende bzw. bei Bedarf auszubauende Verbindung von Hauptverkehrsstraßen von regionaler Bedeutung Nr. 23 Magdeburg-Fermersleben – Magdeburg-Cracau – Trassensicherung für mögliche Elbquerung).
Im 1. Entwurf des neu aufzustellenden Regionalen Entwicklungsplans für die Planungsregion Magdeburg aus dem Jahr 2016 ist an dieser Stelle ein Vorbehaltsgebiet für Natur- und Landschaft verzeichnet. Gemäß Rohstoffbericht des Landesamtes für Geologie und Bergwesen des Landes Sachsen-Anhalt (LAGB) hat das LAGB 2017 in seiner Stellungnahme zum 1. Entwurf die drei Bergwerksfelder Magdeburg/Prester/* als Vorbehaltsgebiete für die Rohstoffsicherung vorgeschlagen.
Gemäß 2. Entwurf liegt die Lagerstätte Magdeburg/Prester mit dem Bergwerkseigentum Magdeburg/Prester/Teilfeld 3 vollständig innerhalb der Vorbehaltsgebiete Nr. 4 für Hochwasserschutz „Elbe“ und für Natur- und Landschaft Nr. 9 „Teile des Elbetals“. Etwaige Planungen für eine Hauptverkehrsstraße mit Landesbedeutung oder für die Rohstoffsicherung sind in dem am 29.09.2020 beschlossenen 2. Entwurf an dieser Stelle nicht eingetragen. Partiell ist im Umfeld der Bergwerksfelder Magdeburg/Prester Vorrang für Natur und Landschaft ausgewiesen (Vorranggebiet Nr. XIV „Elbaue zwischen Saalemündung und Ohremündung“). Die Elbe ist als überregionale Wasserstraße dargestellt.
Quelle:
Regionaler Entwicklungsplan für die Planungsregion Magdeburg, beschlossen durch die Regionalversammlung am 17.05.2006, genehmigt durch die oberste Landesplanungsbehörde am 29.05.2006. Der 1. Entwurf für die Neuaufstellung des Regionalen Entwicklungsplans für die Planungsregion Magdeburg lag 2016 zur Beteiligung aus, zzgl. Rohstoffbericht 2018 des LAGB. Der 2. Entwurf für die Neuaufstellung des Regionalen Entwicklungsplans für die Planungsregion Magdeburg liegt seit dem 16.11.2020 bis zum 18.12.2020 und vom 11.01.2021 bis zum 05.03.2021 zur Beteiligung aus.

Kommunale Planung
Der nordwestliche Feldesbereich ist zu etwa 0,7 ha vom Bebauungsplan Nr. 268-5 Neuprester-Klusdamm betroffen und bebaut. Es besteht eine Vereinbarung über eine Nutzungsbeschränkung des Bergwerkseigentums in diesem Feldesbereich vom 09.07.2015, eingetragen als Grunddienstbarkeit im Berggrundbuchblatt des Bergwerkseigentums Magdeburg/ Prester/Teilfeld 3 am 04.09.2015. Der Vereinbarung gemäß ist dieser Teil des Bergwerksfeldes zwischenzeitlich mit Wohnbebauung belegt.
Im Flächennutzungsplan der Stadt Magdeburg ist das Bergwerksfeld Magdeburg/Prester/Teilfeld 3 nahezu vollständig als landwirtschaftliche Nutzfläche dargestellt, im nordwestlichen Feldesteil teilweise für Wohnbebauung (s.o.) und als Grünfläche. Die Stadt Magdeburg führt zum Lagerstättenabbau aus: „Die Ausbeutung der Bodenschätze im Bereich bestehender Bergbauberechtigungen außerhalb der im Flächennutzungsplan dargestellten Eignungsflächen wird von der Landeshauptstadt Magdeburg … nicht befürwortet.“
Quellen:
BVVG-GIS Layer Bauleitplanung, Stand 04/2020 sowie Berggrundbuch vgl. Rubrik LAGERSTÄTTE, Flächennutzungsplan der Stadt Magdeburg, Stand Juli 2020



SCHUTZGEBIETE / BELASTUNGEN

Trinkwasserschutz
Das Bergwerksfeld liegt nicht innerhalb von Wasser-/Trinkwasserschutzgebieten.
Quelle:
Verordnung über den Landesentwicklungsplan 2010 des Landes Sachsen-Anhalt, nach § 5 Abs. 3 Satz 1 des Landesplanungsgesetzes durch die Landesregierung beschlossen am 14.12.2010 und in Kraft getreten am 12.03.2011, Regionaler Entwicklungsplan für die Planungsregion Magdeburg, beschlossen durch die Regionalversammlung am 17.05.2006, genehmigt durch die oberste Landesplanungsbehörde am 29.05.2006, 1. Entwurf – Beschluss der Regionalversammlung vom 02.06.2016 und 2. Entwurf für die Neuaufstellung des Regionalen Entwicklungsplans für die Planungsregion Magdeburg, im Beteiligungsverfahren seit dem 16.11.2020 bis zum 18.12.2020 und vom 11.01.2021 bis zum 05.03.2021

Hochwasserschutz
Das Objekt liegt unmittelbar zwischen Elbe und Umflutehle. Die Elbe mit ihren Nebenflüssen ist als Vorranggebiet für Hochwasserschutz ausgewiesen. Für die Umflutehle ist ein Überschwemmungsgebiet ausgewiesen. Das Hochwasserrisiko wird mit niedriger Wahrscheinlichkeit eingestuft.
Als Hochwassernachsorgemaßnahme baut die Landeshauptstadt Magdeburg das Grabensystem Flutlake aus. Im 2. Entwurf des neu aufzustellenden Regionalen Entwicklungsplans für die Planungsregion Magdeburg ist der Betrachtungsraum als Vorbehaltsgebiet für den Hochwasserschutz Nr. 4 dargestellt, vgl. Rubrik RAUMORDNUNG.
Quellen:
BVVG-GIS, Verordnung über den Landesentwicklungsplan 2010 des Landes Sachsen-Anhalt, nach § 5 Abs. 3 Satz 1 des Landesplanungsgesetzes durch die Landesregierung beschlossen am 14.12.2010 und in Kraft getreten am 12.03.2011, Regionaler Entwicklungsplan für die Planungsregion Magdeburg, beschlossen durch die Regionalversammlung am 17.05.2006, genehmigt durch die oberste Landesplanungsbehörde am 29.05.2006, 1. Entwurf - Beschluss der Regionalversammlung vom 02.06.2016, LVA Sachsen-Anhalt - festgesetzte Überschwemmungsgebiete, Hochwassergefahren- und Risikokarten vom Landesamt für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft - Stand: 07.03.2019, 2. Entwurf für die Neuaufstellung des Regionalen Entwicklungsplans für die Planungsregion Magdeburg, im Beteiligungsverfahren seit dem 16.11.2020 bis zum 18.12.2020 und vom 11.01.2021 bis zum 05.03.2021

Naturschutz
Das Ausschreibungsobjekt liegt in keinem Naturschutzgebiet. Das FFH-Gebiet „Elbaue zwischen Saalemündung und Magdeburg“ und das lagegleiche Biosphärenreservat „Flusslandschaft Elbe“ rahmen das Ausschreibungsobjekt in einiger Entfernung im Westen, Süden und Osten ein. Südlich liegen das NSG „Kreuzhorst“ sowie das LSG „Mittlere Elbe“; das LSG „Umflutehle-Külzauer Forst“ liegt im Osten des Objektes.
Aufgrund der Größe und Einheitlichkeit des Lagerstättengebietes ist davon auszugehen, dass zum konkreten Planungsstand eines Aufschlusses die Verträglichkeit betrachtet werden muss, vgl. [2].
Quellen:
BVVG-GIS, [2] Henle, K. et al., AG KABE (2000)

Bodendenkmale
Hinweise auf etwaig vorhandene Bodendenkmale liegen nicht vor. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass archäologische Relevanzbereiche betroffen sein könnten und zum konkreten Planungsstand eines Aufschlusses die Stellungnahme des Archäologischen Landesamtes einzuholen ist.
Quellen:
BVVG-BI, Internet, BVVG-GIS: Topographische Karte TK 10

Altlasten- und Kampfmittelverdacht
Bzgl. des Bergwerksfeldes Magdeburg/Prester/Teilfeld 3 ist kein etwaiger Altlasten- oder Kampfmittelverdacht dokumentiert.
Quelle:
BVVG-GIS: Topographische Karten TK 10 und TK 25, Altlastenverdachtsflächen Sachsen-Anhalt mit Stand 02-2008


INFRASTRUKTUR / ERSCHLIEßUNG

Verkehrswege
Das Bergwerksfeld Magdeburg/Prester/Teilfeld 3 ist über das örtliche Straßen- und Wegenetz sowie die nahegelegene Bundesstraße B 1 an den Magdeburger Ring sowie die ca. 13 bis 14 Kilometer entfernten Bundesautobahnen A 2 (Berlin-Hannover), Anschlussstelle 70 Magdeburg-Zentrum, und A 14 (Magdeburg-Halle), Anschlussstellen 3 bis 5, angebunden. Aufgrund der gegebenen Bebauungssituation wird empfohlen, alternative Abfrachtungsmöglichkeiten zu prüfen.
Der Standort liegt ca. 10 Kilometer entfernt vom Magdeburger Industriehafen bzw. 5 Kilometer entfernt vom Industriegebiet Biederitz im Kreis Jerichower Land, beide nebst Gleisanlagen.
Quelle:
BVVG-GIS: Topographische Karten TK 10 und TK 25


Versorgungsleitungen/-trassen
Das Bergwerksfeld Magdeburg/Prester/Teilfeld 3 wird gemäß der Topographischen Karten und der Luftbilder nicht von Leitungen gequert.
In den das Bergwerksfeld überdeckenden Flurstücken 10338 und 10339 liegt eine Fernwärmeleitung der Städtischen Werke Magdeburg, deren genaue Lage den entsprechenden Plänen entnommen werden kann, vgl. auch Ausschreibung AM03-1800-078919 der BVVG-Landesniederlassung Sachsen-Anhalt.
Quellen:
BVVG-GIS: Topographische Karten TK 10 und TK 25, Grundbücher


Industriell-gewerbliche Standorte
Das Bergwerksfeld Magdeburg/Prester/Teilfeld 3 und die arrondierenden Flächenlose liegen innerhalb der Stadtgrenzen der Landeshauptstadt Magdeburg im Umfeld der dortigen Industrie- und Gewerbestandorte.


BESONDERHEITEN

Dauerhafte Beschränkungen
Allgemein ist der den geltenden Standards entsprechende Abstand zu schützenswerten Objekten, Ortslagen und öffentlichen Straßen einzuhalten.
Im Bereich des genehmigten Bebauungsplans Nr. 268-5 Neuprester-Klusdamm besteht eine Vereinbarung über eine Nutzungsbeschränkung des Bergwerkseigentums vom 09.07.2015, eingetragen als Grunddienstbarkeit im Berggrundbuchblatt des Bergwerkseigentums Magdeburg/Prester/Teilfeld 3 am 04.09.2015, vgl. auch Rubrik RAUMORDNUNG.
Daneben ist auf den Hochwasserschutz und in den Flurstücken verlegte Versorgungsleitungen hinzuweisen, vgl. Rubrik SCHUTZGEBIETE.

Erweiterungsmöglichkeiten
Die Gesamtlagerstätte Prester setzt sich nördlich des Bergwerksfeldes Magdeburg/Prester/Teilfeld 3 fort. In diesem Bereich verfügt die BVVG über etwa 250 ha arrondierende Flächen, in denen der Bodenschatz Kiese und Kiessande dem Grundeigentum unterfällt und die im Zusammenhang mit der Ausgrenzung des Lagerstättenbereichs „Friedensweiler“ in den 1990er Jahren durch Dritte zusätzlich erkundet worden sind.

Bergrechtliche Planfeststellungsverfahren
Für die Genehmigung eines Abbaus im Bereich der Teillagerstätte „Friedensweiler“ war 2009 ein bergrechtliches Planfeststellungsverfahren eröffnet worden. Der Geologische Dienst, vgl. [6], teilte mit, dass dieses Planfeststellungsverfahren auf Antrag des Unternehmens Ende 2011 eingestellt wurde und dass naturschutzrechtliche Gründe der Genehmigung entgegenstehen würden. Darüber hinaus verfügte der Antragsteller seinerzeit nicht über die zulassungsnotwendigen Flächen; diese schreibt die BVVG-Landesniederlassung Sachsen-Anhalt gegenwärtig sukzessive zum Kauf aus, vgl. aktuell Objekt AM03-1800-143720 bis zum 08.02.2021 - Webseite der BVVG.

Bundesprogramm „Blaues Band“
Für eine Erschließung des Bergwerksfeldes Magdeburg/Prester/Teilfeld 3 und angrenzender Flächen können zu gegebener Zeit die aktuellen Möglichkeiten im Rahmen des Bundesprogramms „Blaues Band Deutschland“ geprüft werden.
Quelle:
Bundesprogramm “Blaues Band Deutschland”


DOKUMENTATION

Unterlagen
Die vorgenannten Quellen sind, soweit sie nicht ohnehin öffentlich sind, bei der BVVG nach Terminvereinbarung einsehbar.

Haftungsausschluss
Die BVVG Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH stellt die Inhalte dieses Produktblattes mit Sorgfalt zusammen. Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen aber ohne Gewähr. Die Angaben dienen nur der unverbindlichen allgemeinen Information und ersetzen nicht die individuelle Befassung mit dem Objekt.

Stand der Informationen: 06/2019 mit Aktualisierungen 11/2020


ZUR BEACHTUNG
  • Bei dem Bergwerkseigentum Magdeburg/Prester/Teilfeld 3 handelt es sich um eine Bergbauberechtigung im Sinne des Bundesberggesetzes (BBergG) vom 13.08.1980 (BGBl I S. 1310), in seiner aktuellen Fassung in Verbindung mit den Überleitungsvorschriften des Einigungsvertragsgesetzes vom 23. 09.1990 (BGBl II S. 885), dem Gesetz zur Vereinheitlichung der Rechtsverhältnisse bei Bodenschätzen vom 15.04.1996 (BGBl I S. 602) und der Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung bergbaulicher Vorhaben vom 13.07.1990 (BGBl I S. 1420) in seiner aktuellen Fassung.
  • Das BBergG unterscheidet die bergbauliche Berechtigung und ihre Ausübung. Die Bergbauberechtigung vermittelt nur eine Rechtsposition, der Unternehmer erhält das Recht, Bodenschätze aufzusuchen und zu gewinnen. Er darf jedoch von dieser Berechtigung nicht ohne weiteres Gebrauch machen, zur Ausübung der Berechtigung, also zum tatsächlichen Abbau von Bodenschätzen kommt es erst, wenn der entsprechende Betriebsplan aufgestellt und von der zuständigen Bergbehörde zugelassen worden ist.
  • Es gelten die Regelungen für Bergwerkseigentum nach § 151 BBergG.
  • Die Grundstücke über dem Bergwerksfeld Magdeburg/Prester/Teilfeld 3 gehören nicht zum Bergwerkseigentum.


Die Besichtigung des Bergwerksfeldes kann von öffentlichen Straßen und Wegen aus erfolgen. Wir weisen darauf hin, dass das ungenehmigte Befahren der das Bergwerksfeld überdeckenden Grundstücke nicht gestattet ist.

Gebote sind allein für das Bergwerkseigentum zulässig!
Es gelten die zu diesem Ausschreibungsobjekt
veröffentlichten Ausschreibungsbedingungen.

Lage

Das Bergwerkseigentum Magdeburg/Prester/Teilfeld 3 liegt innerhalb der Stadtgrenzen der Landeshauptstadt Magdeburg, östlich der Elbe zwischen den Ortslagen Prester und Zipkeleben.

Die Bodenschätze innerhalb des Bergwerksfeldes sind bergfrei, darüber hinaus unterfallen sie dem Grundeigentum.

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Die dargestellte Position ist nur eine ungefähre Angabe der Lage.

Kontaktdaten

  • Name
    Frau Dr. Sabine Dietrich
  • Firma
    BVVG - Bereich Verkauf/Verpachtung
  • Adresse
    Schönhauser Allee 120
    10437 Berlin
  • Tel. Durchwahl

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