Bergwerkseigentum Fresendorf, Untergrundspeicherformation

Mecklenburg-Vorpommern, Rostock-Land

Bergwerkseigentum Fresendorf, Untergrundspeicherformation - Auszug aus dem Lageriss (1)

Auszug aus dem Lageriss (1)

Bergwerkseigentum Fresendorf, Untergrundspeicherformation - Luftbild, Projektion des BWE (1)

Luftbild, Projektion des BWE (1)

Bergwerkseigentum Fresendorf, Untergrundspeicherformation - Luftbild, Projektion des BWE (2)

Luftbild, Projektion des BWE (2)

Objektdaten

  • Objekt-Nr.
    VV72-2450-001814
  • Bundesland
    Mecklenburg-Vorpommern
  • Kreis
    Rostock-Land
  • Gemeinde
    Broderstorf
    Dummerstorf
    Roggentin
  • Gemarkung
    Godow
    Bandelstorf
    Fresendorf
    Ikendorf
    Petschow
    Teschendorf
  • Flurstück
    Das angebotene Objekt umfasst allein das Bergwerkseigentum.
  • Objektart
    Bodenschätze-Interessenbekundung
  • Größe
    10.799.917 m²
  • Orientierungswert
    Potentielle Käufer werden gebeten Interessenbekundungen abzugeben.

Objekt­beschreibung

Für das Bergwerkseigentum Fresendorf, Bodenschatzkennziffer 11, Formationen und Gesteine, die zur unterirdischen behälterlosen Speicherung geeignet sind, möchte die BVVG mit dieser Interessenbekundung potentielle Käufer ermitteln. In den Jahren vor 1990 wurden in dem heutigen Bergwerksfeld und im Verlauf der Struktur Fresendorf-Goritz-Malchin geophysikalische Untersuchungen durchgeführt sowie Erkundungsbohrungen abgeteuft.

OBJEKT

Bergwerkseigentum
Fresendorf Nr. 265/90/915

Verliehen für den Bodenschatz
Formationen und Gesteine, die zur unterirdischen behälterlosen Speicherung geeignet sind

Größe des Bergwerksfeldes
10.799.917 m²

Rechtliche Einordnung
aufrechterhaltenes altes Bergwerkseigentum gemäß § 151 BBergG

Oberflächennutzung
überwiegend landwirtschaftlich

Flächen der BVVG
Die BVVG ist Eigentümerin mehrerer Flurstücke über dem Bergwerksfeld. Sofern im Zusammenhang mit dem Erwerb des Bergwerkseigentums Interesse an diesen Flächen besteht, wird die BVVG auf einen entsprechenden Antrag hin prüfen, ob und zu welchen Bedingungen ein Verkauf möglich ist.


LAGERSTÄTTE

Quellen:
      [1] Abschlußbericht des VEB Geologische Erkundung Nord über das Kartierungsobjekt Fresendorf – Goritz – Malchin mit 22 Anlagen, Schwerin 1967
      [2] Ergebnisbericht UGS Fresendorf, 1975, VEB UGS Mittenwalde sowie weitere Unterlagen
      [3] Schulze, W.: Geologische Kurzcharakteristik von Bergwerkseigentum der Treuhandanstalt an Speicherraum für Untergrundspeicherung, Deponie oder Endlager, IHU Geologie und Analytik GmbH, Stendal, 1994, Seiten 34 bis 38
      [4] Geologische Karte von Mecklenburg-Vorpommern, Übersichtskarte 1 : 500 000 – Zechsteinsalzstrukturen - GÜK 500, Strukturen, 1. Auflage, Schwerin 1997, Hrsg. Geologisches Landesamt Mecklenburg-Vorpommern
      [5] Alisch, U., Wolf, J. und Olbrich, H.: Verkaufsprospekt für das BWE Speicher Fresendorf (265/90/915, FUGRO CONSULT GmbH, 19.12.2006, 23 S. zzgl. 9 Anlagen

Geologische Verhältnisse
Die Salzstruktur Fresendorf bildet den nördlichen Teil des herzyn streichenden und von Randsenken flankierten Strukturzuges Fresendorf-Goritz-Malchin. Das Gebiet befindet sich innerhalb der zur Norddeutsch-Polnischen Senke gehörenden Rostock-Friedländer-Strukturzone, die als Kette einheitlich streichender Salzkissen interpretiert wird. Im Scheitelbereich der Struktur Fresendorf ist durch eine grabenbruchartige Störungszone eine NE-Scholle von der übrigen Struktur abgetrennt und ca. 400 m bis 500 m stärker herausgehoben.

Untersuchungsstand
Die GÜK 500 [4] fasst die Ergebnisse der bis zum Jahr 1990 durchgeführten reflexionsseismischen, gravimetrischen und magnetischen Oberflächenmessungen zusammen und weist unter der Nummer 12 die Salzstruktur Fresendorf als ein bis zu 3.000 m mächtiges Salzkissen innerhalb des o.g. Strukturzuges aus.

Die Oberkante des Salzkissens befindet sich bei ca. 1.000 m unter der Geländeoberfläche. Im Bereich der Vergitterung der diese Scholle begrenzenden Störungen kann innerhalb dieser Störungen ein ca. 1 km durchmessender Pfropfen aufgepresst sein. Die geophysikalische Interpretation wird als nicht eindeutig eingeschätzt [3], [5].

In Verbindung mit den auf Erdgas im Rotliegenden abgeteuften zwei Bohrungen gelten sowohl der Schichtenaufbau des Deckgebirges als auch die interessierenden Zechsteinhorizonte als gut untersucht.
Für die Solwassergewinnung und -verbringung kommen die Wässer der Unterwarnow und der Ostsee in Betracht - ebenso wie eine denkbare Nutzung des tieferen Untergrundes.

Petrographische und qualitative Kennzeichnung
Der Halitit, das gesteinsbildende Mineral der Salzstruktur Fresendorf, ist zu 90 % aus Halit und zu 10 % aus Anhydrit aufgebaut. Stratigrafisch wird das Gestein dem Zechstein der Staßfurt- und der Leine-Folge zugeordnet.

Verwendungsmöglichkeiten
Gemäß [3] soll das Salzkissen Fresendorf, speziell die Nordostscholle, diejenigen Eigenschaften aufweisen, die auch für die Standorte Teutschenthal-West, Teutschenthal und Holleben in Sachsen-Anhalt gelten. Am dortigen Standort werden Kavernenspeicher betrieben.

Nutzungspotential
Gemäß [5] erscheint unter Berücksichtigung der Konditionen für die Anlage von Kavernen zur Nutzung als Gasspeicher nach den im Jahre 2002 gültigen deutschen Standards beispielsweise die Anlage von 10 Kavernen mit einem Solvolumen von insgesamt 3.15 Mio. m³ möglich.


ÖFFENTLICHE PLANUNG

Landesplanerische Einordnung
„Bei allen Planungen soll darauf geachtet werden, dass die Förderung untertägiger Rohstoffvorkommen, auch wenn sie derzeit nicht genutzt werden, auf Dauer nicht blockiert wird. Die Optionen für die weitere Nutzung von Geothermie und für Untertagespeicher sind offen zu halten.“
Quelle:
Landesraumentwicklungsprogramm Mecklenburg-Vorpommern 2005, Kapitel 5.6 Rohstoffsicherung, untertägige Rohstoffe

„Vorrangraum zur Speicherung von Erdgas, Synthesegas (einschließlich seiner Vorstufen) oder Druckluft“
Das bei der Kavernenherstellung anfallende Salz soll einer „wirtschaftlichen Verwendung“ zugeführt werden.
Quelle:
Vorentwurf des Landesraumentwicklungsprogramms Mecklenburg-Vorpommern (LEP M-V), Kapitel 7.1 Unterirdische Raumordnung, Stand Februar 2014 - von der Landesregierung für die erste Stufe des Beteiligungsverfahrens am 25.02.2014 freigegeben

Regionalplanerische Einordnung
„Der Salzstock Fresendorf als potentieller Standort eines Untergrundspeichers … sollen gesichert und nutzbar gemacht werden“. , „Die großräumigen Eisenbahnstrecken sollen durchgehend zweigleisig ausgebaut werden.“, „Der Seehafen der Hansestadt Rostock soll für den Seeverkehr bedarfsgerecht weiterentwickelt und ausgebaut werden. Flächenansprüche des Hafens und der hafengebundenen Wirtschaft … sowie der bedarfsgerechte Ausbau der Wasserstraße Unterwarnow/Breitling sollen bei allen Planungen besonders berücksichtigt werden.“
Quelle:
Regionales Raumentwicklungsprogramm „Mittleres Mecklenburg/Rostock“, in Kraft getreten am 23.08.2011

Kommunale Planung
Die im Bereich des Bergwerksfeldes Fresendorf geltenden Flächennutzungpläne nehmen keinen Bezug auf unterirdische Nutzungspotentiale. Das Bergwerksfeld Fresendorf wird teilweise überlagert von konkurrierenden Nutzungen wie Trinkwasser.
Quelle:
Flächennutzungspläne Dummerstorf vom 16.05.2012, Roggentin vom 21.03.2006 und Broderstorf vom 16.10.2011.


SCHUTZGEBIETE / BELASTUNGEN

Trinkwasserschutz
Trinkwasserschutzzonen II und III der Trinkwasserschutzgebiete „Oberflächengewässer Warnow“ sowie „Grundwasser Bandelstorf“

Naturschutz
Das FFH-Gebiet „Warnowtal mit kleinen Zuflüssen“ reicht in den zentralen westlichen Teil des Bergwerksfeldes Fresendorf hinein. In ihm befindet sich auch das Naturschutzgebiet „Kösterbeck“. Das Bergwerksfeld liegt vollständig innerhalb des ausgewiesenen Landschaftsschutzgebietes „Wolfsberger Seenwiesen“.

Kultur- und Bodendenkmale
vgl. Ausweisung im o.g. Flächennutzungsplan

Altlasten-, Kampfmittel/-verdacht
keine Anhaltspunkte, Erdstoffdeponie südöstlich der Ortslage Godow gemäß [5]


INFRASTRUKTUR / ERSCHLIEßUNG

Häfen
Der Seehafen der Hansestadt Rostock befindet sich ca. 28 km entfernt in nordöstlicher Richtung.

Straßenverkehrswege
Über das örtliche Straßennetz sind die Flächen über dem Bergwerksfeld Fresendorf an die Bundesstraße B 110 sowie die Bundesautobahnen BAB 19 und BAB 20 angeschlossen. Die BAB 19 führt in Richtung Norden direkt in den Seehafen der Hansestadt Rostock.

Bahnanlagen
Parallel zu der Bundesstraße B 110 verläuft die Trasse der Regionalbahn Rostock-Tessin.

Öl- und Gasleitungen
Über das Bergwerksfeld Fresendorf führt entlang der östlichen Feldesbegrenzung eine Produktenleitung vom Seehafen Rostock kommend. Nördlich des Bergwerksfeldes verläuft in ca. 5 km Entfernung eine Erdölleitung. Eine Ferngasleitung verläuft ca. 1 km Entfernung westlich entlang des Bergwerksfeldes.


DOKUMENTATION

Die vorgenannten Quellen sind bei der BVVG nach Terminvereinbarung einsehbar.

Haftungsausschluss
Die BVVG Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH stellt die Inhalte dieses Produktblattes mit Sorgfalt zusammen. Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen aber ohne Gewähr. Die Angaben dienen nur der unverbindlichen allgemeinen Information und ersetzen nicht die individuelle Befassung mit dem Objekt.

Stand der Informationen: 03/2014 mit folgender Aktualisierung in 10/2020: Luftbilder


ZUR BEACHTUNG
    • Bei dem Bergwerkseigentum Fresendorf handelt es sich um eine Bergbauberechtigung im Sinne des Bundesberggesetzes (BBergG) vom 13.08.1980 (BGBl I S. 1310), in seiner aktuellen Fassung in Verbindung mit den Überleitungsvorschriften des Einigungsvertragsgesetzes vom 23.09.1990 (BGBl II S. 885), dem Gesetz zur Vereinheitlichung der Rechtsverhältnisse bei Bodenschätzen vom 15.04.1996 (BGBl I S. 602) und der Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung bergbaulicher Vorhaben vom 13.07.1990 (BGBl I S. 1420) in seiner aktuellen Fassung.
    • Das BBergG unterscheidet die bergbauliche Berechtigung und ihre Ausübung. Die Bergbauberechtigung vermittelt nur eine Rechtsposition, der Unternehmer erhält das Recht, Bodenschätze aufzusuchen und zu gewinnen. Er darf jedoch von dieser Berechtigung nicht ohne weiteres Gebrauch machen, zur Ausübung der Berechtigung, also zum tatsächlichen Abbau von Bodenschätzen kommt es erst, wenn der entsprechende Betriebsplan aufgestellt und von der zuständigen Bergbehörde zugelassen worden ist.
    • Es gelten die Regelungen für Bergwerkseigentum nach § 151 BBergG.
    • Die Grundstücke über dem Bergwerksfeld Fresendorf gehören nicht zum jeweiligen Bergwerksfeld.


Die Besichtigung des Bergwerksfeldes kann von öffentlichen Straßen und Wegen aus erfolgen. Wir weisen darauf hin, dass das ungenehmigte Befahren der das Bergwerksfeld überdeckenden Grundstücke nicht gestattet ist.



ALLGEMEINE INFORMATIONEN ZUR INTERESSENBEKUNDUNG

Die BVVG veröffentlicht auf ihrer Webseite Informationen zum ihr verfügbaren Bergwerkseigentum.

Die Informationen dienen einem ersten Überblick zum jeweiligen Bergwerkseigentum. Interessenten können Ihr Erwerbsinteresse unter Angaben des betreffenden Bergwerkseigentums - vorzugsweise schriftlich - gegenüber der BVVG-Zentrale bekunden.

Die Vermarktung/Veräußerung des Bergwerkseigentums erfolgt grundsätzlich über öffentliche Ausschreibungen, um einem breiten Bewerberkreis die Möglichkeit zur Gebotsabgabe zu geben. Die Reihenfolge für die Ausschreibung des Bergwerkseigentums legt die BVVG intern fest; vorliegende Interessenbekundungen werden hierbei nach Möglichkeit berücksichtigt. In jedem Fall werden diejenigen Interessenten, deren Erwerbsinteresse zum Ausschreibungsbeginn bei der BVVG aktenkundig ist, über die Ausschreibung schriftlich informiert.

Nach vorheriger Terminabsprache mit dem o. g. Ansprechpartner kann in den Räumen der BVVG-Zentrale in ggf. vorhandene detaillierte Unterlagen zu dem jeweiligen Bergwerkseigentum Einsicht genommen werden.

Lage

Das Bergwerkseigentum Fresendorf liegt südöstlich der Hansestadt Rostock und des Autobahnkreuzes der BAB 19 und der BAB 20 im Norden des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Es erfasst den nördlichen Teil der Salzstruktur Fresendorf-Goritz-Malchin.

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Die dargestellte Position ist nur eine ungefähre Angabe der Lage.

Anlagen / Links

Kontaktdaten

  • Name
    Frau Dr. Sabine Dietrich
  • Firma
    BVVG - Bereich Verkauf/Verpachtung
  • Adresse
    Schönhauser Allee 120
    10437 Berlin
  • Tel. Durchwahl

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